Maersk, CMA CGM, MSC Cosco prescht voran - die größten Reedereien der Welt

Die chinesische Reederei Cosco will ihre Rivalin Orient Overseas International aus Hongkong für umgerechnet 5,5 Milliarden Euro übernehmen. Klappt der Deal, würde sich die Weltrangliste der größten Container-Reedereien neu sortieren. Ein Überblick.
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Markenzeichen hellblau: Weltgrößte Reederei ist die dänische Maersk-Gruppe, die für ihre Riesenschiffe in hellblau bekannt ist (im Bild: die "Emma Maersk" mit Platz für etwa 13.000 Container - 2006 noch das größte Schiff der Geschichte, heute aber nicht mehr in den Top 100). Derzeit hat die Maersk-Flotte laut Schifffahrts-Newsdienst "Alphaliner" eine Gesamt-Transportkapazität von mehr als 3,5 Millionen Standard-Containern (TEU).

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Auf Platz zwei liegt die MSC mit Sitz im schweizerischen Genf, ein verschwiegenes Unternehmen im Besitz der neapolitanischen Aponte-Familie, das üblicherweise keine Geschäftszahlen veröffentlicht und auch im Kreuzfahrtgeschäft groß ist. Mit Maersk bildet MSC eine mächtige Allianz namens 2M. Die Transportkapazität der MSC-Flotte: Etwa 3,1 Millionen TEU.

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Drittgrößtes Schifffahrtsunternehmen der Welt ist die französische CMA CGM (2,4 Millionen TEU). Ursprünglich wollte auch das Unternehmen aus Marseille sich mit den beiden Großen zusammentun, das Schiffskartell wurde jedoch von den chinesischen Behörden blockiert. Nach mehreren Zukäufen in Frankreich hat die libanesisch-stämmige Saadé-Familie 2016 auch NOL aus Singapur übernommen und damit den globalen Anspruch unterstrichen. CMA CGM führt die Ocean Alliance an, die es mit Maersk und MSC aufnehmen kann.

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Auf Platz vier folgt bereits Cosco, mit einer Transportkapazität von 1,8 Millionen TEU, so "Alphaliner". Die Chinesen sorgen gegenwärtig für Schlagzeilen: Das Unternehmen, 2016 erst um China Shipping verstärkt, will für 5,5 Milliarden Euro die OOCL übernehmen, wie im Juli bekannt wurde. Gemeinsam kämen beide inklusive bereits bestellter Schiffe auf eine Kapazität von 2,9 Millionen TEU, was in der Weltrangliste mindestens für Platz drei reichen würde - und damit den Allianz-Partner CMA CGM verdrängen. Zum Objekt der Begierde zählen auch die derzeit größten Containerschiffe: die OOCL Hong Kong und OOCL Germany, die jeweils mehr als 21.000 TEU fassen.

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Immerhin auf Platz 5 vorgerückt ist das Hamburger Traditionshaus Hapag-Lloyd, das nach der Fusion mit der chilenischen CSAV und der arabischen UASL eine Kapazität von 1,5 Millionen TEU zählt. Als hanseatische Besonderheit sind die meisten dieser Schiffe Eigentum der Reederei und nicht gechartert. Nach einigen Jahren des Abgesangs hofft das immer noch verlustreiche, börsennotierte Unternehmen auf eine Chance zum Bestehen in einem bereinigten Schiffsmarkt. Im April startete als dritte Kraft der Weltmeere "The Alliance" mit Yang Ming, NYK, MOL, K Line - und auch der im Februar pleite gegangenen südkoreanischen Hanjin-Reederei.

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Auf Platz sechs verdrängt wurde durch die Expansion der Deutschen die Evergreen Marine Corp. mit Sitz in Taipeh. Das Unternehmen hat Schiffe für eine Million TEU im Portfolio. Es gehört zur Ocean Alliance um CMA CGM und Cosco, deren Mitglieder laut Alphaliner auf mehr als 28 Prozent Weltmarktanteil kommen - aber mit ihren vollen Auftragsbüchern auf Kurs scheinen, die 2M-Allianz aus Maersk und MSC mit 31 Prozent zu entthronen. "The Alliance" folgt mit knapp 17 Prozent auf Abstand.

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