Madoff, Kiener, Harksen Die Galerie der größten Anlagebetrüger

2008 flog der Milliardenschwindel des US-Finanzjongleurs Bernard Madoff auf, ein Betrug von bis heute unerreichtem Ausmaß. Doch die Geschichte kennt weitere Fälle, in denen Anlegergelder durch kriminelle Machenschaften verbrannt wurden. Ein Überblick.
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Jahrhundertbetrug: 2008 flog das Schneeballsystem des Wall-Street-Maklers und Ex-Nasdaq-Chefs Bernard L. Madoff (im Vordergrund) auf. Mit einem Schaden von mindestens 50 Milliarden Dollar und fast 5000 Geschädigten weltweit gilt der Fall als größter Anlagebetrug der Geschichte. Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt.

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Der Fall K1: Der ausgebildete Sozialpädagoge und Psychologe Helmut Kiener wurde 2011 zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt. Mit einem Schneeballsystem, in dessen Zentrum Kieners Fonds K1 stand, soll er einen Schaden von 400 Millionen US-Dollar angerichtet haben.

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Die Legende: Der Fall Jürgen Harksen erfreute sich im Laufe der Jahre einer zunehmenden romantischen Verklärung, gipfelnd in einem Dieter-Wedel-Film aus dem Jahr 2010 ("Gier") in dem Ulrich Tukur (Foto) eine durch Harksen inspirierte Betrügerfigur spielt.
Tatsächlich wurde Harksen 2003 zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Gericht stellte fest, er habe von 1987 bis 1992 etwa 300 Anlegern mindestens 150 Millionen D-Mark abgeknüpft und zum Großteil nicht zurückgezahlt. Harksen war 1993 nach Südafrika geflohen und erst nach jahrelangem Hickhack ausgeliefert worden. Heute lebt er als Weinhändler auf Mallorca.

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Peanuts: Auch Baulöwe Jürgen Schneider wurde zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Seine Opfer waren allerdings weniger private Anleger, als vielmehr Geschäftspartner und Banken, die er mit geschönten Zahlen zu Immobilienprojekten zu überhöhter Kreditvergabe verleitete. Beim Zusammenbruch seines Unternehmens Mitte der 1990er Jahre beliefen sich die Bankschulden und andere Verbindlichkeiten auf mehr als sechs Milliarden D-Mark.
Legendär wurde der Ausspruch des seinerzeitigen Deutsche-Bank-Chefs Hilmar Kopper, der ausstehende Handwerkerrechnungen über etwa 50 Millionen D-Mark vor der Presse als "Peanuts" (ugs.: "Kleinigkeit") bezeichnete.

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"Kleiner Madoff": Kurz nach dem Betrugssystem von Bernard Madoff flog in den USA vor wenigen Jahren auch jenes von Robert Allen Stanford auf. Der Finanzier aus Texas soll Investoren im Laufe von 20 Jahren um rund sieben Milliarden Dollar gebracht haben. Mitte vergangenen Jahres wurde Stanford in Houston zu 110 Jahren Haft verurteilt. Er selbst beteuerte bis zuletzt seine Unschuld.

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Der Vater des Schneeballsystems: Werden Anleger im großen Stil betrogen, so geschieht das meist nach dem so genannten Schneeballsystem. Dabei werden die Auszahlungserwartungen von Altinvestoren nicht mit tatsächlich erzielten Anlageerfolgen beglichen, sondern mit den Geldern neuer Anleger.
Einer der ersten, die auf diese Idee kamen, war der gebürtige Italiener Charles Ponzi (1882 bis 1949), der Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA einwanderte und Investoren dort um nach heutigem Wert rund 150 Millionen Dollar betrog. Im englischen Sprachraum wird ein Schneeballsystem bis heute als "Ponzi-Scheme" bezeichnet.

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Ende offen: In Mannheim hat Mitte Januar der Prozess gegen Ulrich E. begonnen, dem ebenfalls ein gigantisches Schneeballsystem vorgeworfen wird. Insgesamt soll E. bei rund 1300 Investoren mehr als 37 Millionen Euro eingesammelt haben. Statt das Geld zu investieren habe er damit seinen Lebensunterhalt bestritten sowie seine Vertriebsleute bezahlt, lautet der Vorwurf.

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