Lufthansa Die Baustellen des Konzerns

Die Lufthansa hat ein schwaches Jahr hinter sich. Doch für 2012 ist der Konzern schon wieder mit aktuellen Herausforderungen konfrontiert: Von A wie AUA bis Z wie Zertifikatehandel.
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Verluste auf den Kurzstrecken

Seit Jahren subventioniert die Lufthansa ihr margenschwaches Europageschäft auf den Kurz- und Mittelstrecken. Als Großcarrier hat es der Konzern schwer, mit Billiganbietern wie Ryanair oder Easyjet mitzuhalten. Sparprogramme wie "Climb" Oder jetzt "Score" sollen die Lufthansa nun ebenfalls auf billig trimmen. Was allein schon deshalb nötig ist, weil die Airline künftig ab Berlin zu Kampfpreisen gegen die Low-Cost-Konkurrenz antreten will. Arbeitskämpfe und gewerkschaftlicher Widerstand sind da programmiert.

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Widerstand gegen "Score"

Zumal die Lufthansa zu jenen Unternehmen gehört, die von der Zersplitterung der Arbeitnehmer in immer kleinere Gewerkschaften besonders leiden. Das Unternehmen hängt von sieben Splittergewerkschaften ab: darunter die Pilotenvereinigung Cockpit, die Vereinigung Deutscher Pilotinnen, die Vereinigung Luftfahrt, die Vereinigung Boden für Flughafenbeschäftigte, die vor allem Fluglotsen vertretende Gewerkschaft Flugsicherung sowie die Unabhängige Flugbegleiter Organisation. Welchen Druck die Gewerkschaften ausüben können, zeigten jüngst die Streiks am Frankfurter Flughafen und die gerichtlichen Klagen gegen den Lufthansa-Vorstoß, künftig Leihkräfte als Flugbegleiter einzusetzen.

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Sanierung der AUA

Als Sanierungsfall gilt weiterhin die Österreichische Lufthansatochter AUA. Über eine Lösung wird kräftig spekuliert. Laut Süddeutscher Zeitung wird im Lufthansa-Management gar geprüft, die Airline fallen zu lassen und neu zu gründen. Personelle Konsequenzen aus den andauernden Problemen wurden bereits gezogen. Vor zwei Wochen entschied der Aufsichtsrat, sich vom AUA-Verkaufsvorstand Andreas Bierwirth zu trennen.

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Ärger um Emissionsrechtehandel

Seit Jahresbeginn müssen Airlines, die in der EU starten du landen, ausreichend CO2-Emissionsrechte erwerben. Die Kosten der Zertifikate sind bislang noch gering. Dennoch klagte die Lufthansa gemeinsam mit anderen europäischen Luftfahrtkonzernen in einem Brandbrief gegen die Abgabe. Die Befürchtung: Die Konzerne befürchten Wettbewerbsnachteile gegenüber Airlines mit Sitz außerhalb der EU. Darüber hinaus befürchten sie Strafmaßnahmen von Ländern, die gegen eine Beteiligung ihrer Fluggesellschaften am Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten sind. Analysten sehen die Lufthansa von solchen Maßnahmen indes weniger betroffen als beispielsweise Flugzeugbauer wie Airbus.

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Nachtflugverbot in Frankfurt

Als Zugeständnis für den Ausbau des Frankfurter Flughafens um eine weitere Landebahn hat sich der Flughafenbetreiber Fraport mit Politikern und Anwohnern auf ein Nachtflugverbot geeinigt. Davon betroffen ist auch die Lufthansa-Frachttochter Lufthansa Cargo. Ihr Vorstandschef Karl Ulrich Garnadt bezifferte die entstehenden Einbußen jüngst auf rund 40 Millionen Euro. Analysten gehen indes davon aus, dass die Lufthansa das Frachtaufkommen zu wesentlichen Anteilen auch an andere Flughafenstandorte verlagern kann. Dennoch könnten sich im Hinblick auf neu entstehende Hubs im Nahen Osten langfristig Wettbewerbsnachteile ergeben.

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Angriff der Araber

Die arabischen Newcomer Etihad Airways, Quatar Airways und Emirates gelten auf der Langstrecke als wichtigste Herausforderer der Lufthansa. Gepäppelt von ihren Regierungen, gefördert durch den Neubau gigantischer Hubs etwa in Quatar und Dubai, wollen sie Europa als Drehkreuz zwischen Amerika und Asien ablösen. Der neue Großflughafen Berlin Brandenburg (BER) könnte den Wettbewerb der Lufthansa mit den Arabern auf eine neue Ebene befördern. Bestes Beispiel: Etihad hält inzwischen 30 Prozent am BER-Platzhirschen Air Berlin.

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