Lufthansa im Vergleich Diese Airlines bekommen Staatshilfe

Die Lufthansa ist nicht die einzige Fluggesellschaft, die in der Corona-Krise vom Staat gerettet wird - aber die Summe ragt heraus. Ein Überblick.
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Die Hoffnung der Lufthansa-Beschäftigten ist erfüllt: Die Aktionäre haben am 25. Juni dem staatlichen Rettungspaket zugestimmt. Neun Milliarden Euro fließen dem einstigen deutschen Flag Carrier zu, davon 5,7 Milliarden Euro über zwei hochverzinste Stille Einlagen und drei Milliarden Euro über einen Kredit der Förderbank KfW. Für weitere 300 Millionen Euro kauft der Bund 20 Prozent der Lufthansa-Aktien. Stellenabbau gehört zum Paket zwar dazu, aber wenigstens der Fortbestand der Firma in der Corona-Krise ist gesichert.

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Zuvor hatten sich mehrere Konzerntöchter in ihren jeweiligen Heimatländern schon Rückendeckung versichert: 1,4 Milliarden Euro als Kredit und Garantie der Schweiz für Swiss, 450 Millionen Euro aus Österreich für Austrian Airlines, 290 Millionen Euro als Darlehen und Zuschuss von Belgien für Brussels Airlines.

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Der französische Staat, ohnehin schon Großaktionär mit 14 Prozent der Anteile, gewährt Air France sieben Milliarden Euro an Krediten und Garantien.

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Bei der Schwestergesellschaft KLM wollte der niederländische Staat nicht nachstehen. Auf 3,6 Milliarden Euro beläuft sich der Kredit des Königreichs. Bereits Anfang 2019 war der Staat überraschend eingestiegen, um den französischen Einfluss auf den Konzern Air France-KLM auszugleichen.

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Noch muss das Parlament in Rom zustimmen, aber die Corona-Krise wirkt als Katalysator einer Wiederverstaatlichung von Alitalia. Nach mehreren gescheiterten Rettungsversuchen privater Investoren sprang der Staat im März mit einem Zuschuss von 500 Millionen Euro ein. Weitere drei Milliarden Euro sollen in die Airline fließen, die bereits mehrfach kurz vor der Liquidierung stand.

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British Airways dagegen lehnt offiziell jegliche Staatshilfe für die Branche ab. Doch die Schwestergesellschaften Iberia und Vueling im IAG-Konzern haben eine Milliarde Euro spanischer Kredite mit Staatsgarantie angenommen - und BA selbst ließ sich von der Bank of England kurzfristige Schuldscheine (Commercial Paper) für bislang 300 Millionen Pfund abkaufen.

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An diesem Corona-Firmenrettungsprogramm nahm auch der irische Billigflieger Ryanair mit 600 Millionen Pfund teil, der lautstark gegen die Staatshilfen an Lufthansa und andere klagt. Ebenso viel ging an EasyJet, 300 Millionen Pfund an Wizz Air.

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Leer hingegen ging Virgin Atlantic aus, das sich schon mal als "zweiter britischer Flag Carrier" sah. Gründer Richard Branson hatte im April öffentlichkeitswirksam um Staatshilfe gebettelt - doch blitzte ab. Nun umwirbt der Milliardär andere Geldgeber wie Hedgefonds. Unter anderem bietet er seine Privatinsel Necker Island in der Karibik als Sicherheit an.

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Der portugiesische Staat, zuvor schon mit 50 Prozent an der Airline TAP beteiligt, hat Anfang Juli die mehrheitliche Kontrolle übernommen und Großaktionär David Neeleman verdrängt. Der hatte zuvor einen mit Auflagen versehenen 1,2-Milliarden-Euro-Staatskredit blockiert.

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Finnland stützt seine heimische Fluglinie Finnair mit einer Kreditgarantie von 600 Millionen Euro und einer Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro, die - entsprechend des bisherigen Kapitalanteils - mehrheitlich vom Staat getragen wird.

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Über eine eigene Staatshilfe für Tuifly wurde bislang nicht entschieden. Der Mutterkonzern Tui bekam aber schon im März einen KfW-Kredit von 1,8 Milliarden Euro gewährt. Später folgte der Plan, die Luftfahrttochter zu halbieren.

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Die USA haben ein 25-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für die Luftfahrtbranche geschnürt, das überwiegend aus Zuschüssen und Krediten besteht. Das Geld wird breit ausgestreut. Die größten Empfänger sind American Airlines (5,8 Milliarden Dollar), Delta Air Lines (5,4 Milliarden Dollar) und United Airlines (5,0 Milliarden Dollar).

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Hongkongs Behörden übernahmen als Teil eines Deals über 39 Milliarden Hongkong-Dollar (fünf Milliarden Euro) Anfang Juni auch einen Minderheitsanteil der Fluglinie Cathay Pacific.

Quellen: Transport & Environment , CRFB , eigene Recherchen

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