Investieren auch auf Pump Das erwarten Entscheider von Jamaika

Nicht nur Gutes erhoffen sich Deutschlands Entscheider von der wahrscheinlichen schwarz-gelb-grünen Koalition. In einem Urteil sind sie sich aber erstaunlich einig.
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Die Leseranalyse Entscheidungsträger hat für manager-magazin.de und andere Medien Selbständige und Manager nach der Bundestagswahl befragt. Dass es auf eine bürgerliche schwarz-gelb-grüne Koalition hinausläuft, sehen die Entscheider nicht nur positiv. Eher Rückschritte sehen manche von ihnen in Fragen der sozialen Gerechtigkeit, kaum Impulse gegen Arbeitslosigkeit und für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung. Eindeutig aber ist die Erwartung: "Jamaika" soll die von der FDP hochgehaltenen Themen Digitalisierung und Bildung sowie das Grünen-Kernthema Umweltschutz nach vorne bringen.

Foto: mm/LAE EntscheiderPanel
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Angesichts der Überschüsse im Staatshaushalt stehen neue Schulden nicht unbedingt auf der Agenda. Die künftig regierenden Parteien stehen traditionell eher für einen schlanken Staat. Doch den Ausbau der digitalen Infrastruktur halten die Entscheider für so wichtig, dass sie fast mit Dreiviertelmehrheit bereit wären, dafür über die vorhandenen Haushaltsspielräume hinaus zu gehen und neue Schulden aufzunehmen.

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Noch mehr, nämlich 85 Prozent, zeigen dieselbe Bereitschaft - oder Entschlossenheit -, wenn es um höhere Ausgaben für Bildung geht. Das Thema genießt zwar bei allen Parteien hohen Rang, schon früher tourte Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine "Bildungsrepublik". Doch dass sich sogar die Steuersenkungspartei FDP an erster Stelle ihres Wahlprogramms für mehr Ausgaben ausspricht, schafft eine neue Dynamik.

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Mit dem Gang der geschlagenen SPD in die Opposition fehlt Merkel eine plausible Alternative zu "Jamaika". Die bisherige Große Koalition galt zwar als handlungsfähig und Ausdruck der deutschen Konsenskultur, vor der Wahl war sie die am häufigsten präferierte Konstellation (während das exotische "Jamaika" noch kaum Anhänger fand). Allzu sehr wird ihr Ende jedoch nicht bedauert. Mehr als zwei Drittel wollen die SPD in der Opposition sehen - ob aus Sympathie oder Antipathie, wurde hier nicht gefragt.

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Erstmal geht Angela Merkel unangefochten in ihre vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin. Die Entscheider wünschen jedoch, dass die Jamaika-Regierungszeit auch genutzt wird, um den Übergang zu einer neuen Führung vorzubereiten.

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Der Einzug der rechten AfD mit einem Achtel der Stimmen für den Bundestag war der große Aufreger des Wahltags. Zwei Drittel der Entscheider stimmen der Aussage zu, dass dieses Ergebnis dem Ansehen Deutschlands im Ausland schade. Immerhin 31 Prozent jedoch sehen den Rechtsruck entspannt.

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Und noch eine konkrete Frage, die schon vor der Regierungsbildung relevant werden könnte: Eine klare Mehrheit in dem Panel lehnt den Verkauf des Staatsanteils an der Commerzbank ab, solange das für die Rettung der Bank eingesetzte Steuergeld sich damit nicht zurückholen lässt. Das entspricht einer früheren Festlegung des scheidenden Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble, aber nicht den aktuellen Spekulationen über einen Einstieg von BNP Paribas oder Unicredit.

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