Valletta Kleine, große Kulturhauptstadt

6000 Einwohner auf einem Quadratkilometer - kleiner als Valetta war noch keine Kulturhauptstadt Europas. Kein Problem: Die Malteser feiern einfach im ganzen Land. Und das ist fast so groß wie Köln.
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Malta, Vorposten Europas im Mittelmeer: Valletta ist entsprechend stark befestigt - eine kleine, kulturreiche Festungsstadt. 2018 teilt sie sich mit dem friesischen Leeuwarden den Titel "Kulturhauptstadt Europas".

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Valletta ist urban, ohne die dafür übliche Größe zu haben: gerade einmal 6000 Menschen leben im Stadtgebiet. Plus Hunderttausende Besucher im Jahr, die sich die Stadt mit ihren engen Gassen und historischen Bauten ansehen.

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Das Barock-Festival im Manoel-Theater soll im Kulturhaupstadtjahr einen den Höhepunkte setzen. Programm gibt es aber ganzjährig - und das überall auf Malta, das insgesamt knapp kleiner als Köln ist.

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Die Geschichte des heutigen Malta begann im Jahr 1530: Kaiser Karl V. übergab Malta als Lehen den Rittern des Johanniterordens, der später als Malteserorden bekannt wurde. Im Bild: Die Kathedrale St. Paul, berühmtestes Bauwerk im Örtchen Mdina.

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Damals gehörte die Insel zum Königreich Spanien, das von den Habsburgern regiert wurde. Der Großmeisterpalast (hier im Bild) mit seiner Waffenkammer gilt als wichtigste Sehenswürdigkeit aus dieser Zeit.

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Auf das abgeschiedene Eiland kamen nun Würdenträger aus den großen Reichen Europas. Nach der Großen Belagerung durch die Osmanen 1565 gründete der damalige Großmeister des Malteserordens, Jean de la Valette, die nach ihm benannte Festungsstadt Valletta. Im Bild: die bis zu 5600 Jahre alten Tempelanlagen von Hagar Qim.

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Der Orden schlug die Invasoren zurück, versklavte seinerseits aber auch Muslime. Von 1798 an plünderten die Franzosen unter Napoleon die Insel, bis Malta 1814 britische Kolonie wurde. Die Unabhängigkeit folgte erst 150 Jahre später. Im Bild: Die zum Freilichttheater umgestaltete, im zweiten Weltkrieg zerstörte Alte Oper.

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Eng an eng: Wenn Malta eines nicht hat, dann ist das Raum - schon deshalb konnte Valletta nie wirklich wachsen.

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Modern trifft - immerhin farblich abgestimmt - auf uralt: Das zwischen 2011 und 2015 im brutalistischen Stil errichtete neue Parlamentsgebäude hat der italienische Architekturstar Renzo Piano entworfen.

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Sommer-Speisesaal in der Casa Rocca Piccola: das 400 Jahre alte Haus ist noch immer in Privatbesitz und kann besichtigt werden. Dort ansässig seit 1530 gehörte die Besitzer-Familie de Piro stets zur Elite der Insel. Das Haus wird heute von Nicholas Marquis de Piro geführt, dem Baron von Budach.

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Schlauchboot-freie Zone: Schiffchen wie diese stehen nicht unbedingt für bescheidenes Understatement, sind aber typisch für ein bestimmtes Segment häufiger Malta-Besucher - Ultrareiche, die ihr Geld gern möglichst Abgaben-arm angelegt wissen möchten. Dem freundlichen Malta hängt deshalb der Ruf einer Steueroase an.

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Und deren Kunden können höchst unfreundlich werden, wenn man ihnen in die Suppe spuckt. Genau das war das Geschäft der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia, die sich unter dubiosen Anlegern und Maltas Elite Feinde machte. Am 16. Oktober 2017 starb sie durch eine Autobombe.

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Demonstration am 19. Oktober 2017 in Valletta: Galizias Tod brachte viele Malteser auf die Barrikaden. Die Proteste richteten sich auch äußerst deutlich gegen die maltesische Politik, die Vielen als weitgehend korrumpiert gilt. So hat das kleine Valletta neben Kultur also auch Unkultur zu bieten.

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