Die Kuka-Story Was die deutsche Roboterschmiede so begehrt macht

Der Augsburger Konzern Kuka zählt zu den etablierten großen Playern in der Boom-Branche Robotik. Das starke Wachstum weckt große Begehrlichkeiten.
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Die Revolutionszentrale der Industrie 4.0 steht in Augsburg. Dort sitzt der Roboterhersteller Kuka, der sich die nächste industrielle Revolution auf die Fahnen geschrieben hat.

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Die Robotik gilt als das nächste große Ding, vor allem dank moderner Sensortechnik und vernetzter Datenverarbeitung in großen Mengen mithilfe künstlicher Intelligenz. Silicon-Valley-Konzerne wie Google (Alphabet) investieren Milliarden, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. Kuka hat den schon seit den 70er Jahren.

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Wohl deshalb fand auch Siemens-Chef Joe Kaeser, dass Kuka eine lohnende Beteiligung für seinen Konzern wäre. Die Automatisierung von Industrieanlagen ist schon die stärkste Siemens-Sparte, die Robotik wäre eine gute Ergänzung. Doch dafür kommt Kaeser zu spät ...

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... nicht nur, weil der Aktienkurs seit Jahren steigt. Mit dem Übernahmegebot des chinesischen Anteilseigners Midea ist die Chance vorbei. Midea ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Hausgeräte und plant eine strategische Allianz mit Kuka. Dafür sollen mindestens 30 Prozent der Aktien her. Bekommen haben die Chinesen aber fast 95 Prozent. Eine goldene Gelegenheit für andere Großaktionäre, die zuvor schon strategische Pläne mit Kuka verkündeten ...

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Der eigenwillige hessische Mittelständler Friedhelm Loh hatte sich bereits einen Anteil von 10 Prozent gesichert und wollte weiter hinzukaufen. Im Aufsichtsrat trifft er auf ...

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... einen weiteren strategischen Investor, den von Hubertus Lienhard geführten schwäbischen Maschinenbaukonzern Voith. Der hatte sich ab 2014 seinen 25-Prozent-Anteil vom bisherigen Eigentümer Grenzebach gekauft. Früher einmal gehörte Kuka zum weiten Firmenreich der Quandts. Wohl auch aus alter Verbundenheit ...

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... bescherte der Quandt-Konzern BMW den Augsburgern jüngst einen Großauftrag über 1000 Roboter. Die ersten Kuka-Roboter bestellte Daimler 1973 bei dem Unternehmen, das zuvor vor allem Schweißanlagen - unter anderem für Volkswagen (im Bild Kuka-Roboter in Wolfsburg) - herstellte. Alle drei deutschen Autokonzerne sind bis heute treue Großkunden, inzwischen kommen auch chinesische Wettbewerber wie Geely/Volvo hinzu. Aber ...

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... Kuka ist zu weniger als 40 Prozent abhängig von der bereits weitgehend automatisierten Autobranche, was in der Industrierobotik als guter Wert gilt. Das Segment "General Industry", das alle anderen Branchen einschließt, ist bei Kuka stärker als bei den Wettbewerbern. Kuka zählt zu den "großen Vier" der Branche.

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Die anderen kommen vor allem aus der Roboter-Hochburg Japan. Yaskawa mit der Marke Motoman ist vor allem auf schwere Industrieroboter spezialisiert. Ähnlich wie der heimische Wettbewerber ...

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... Fanuc. Der will in diesem Jahr gemeinsam mit dem US-Netzwerkausrüster Cisco eine Fertigungslinie aus untereinander vernetzten Robotern auf den Markt bringen, für Kunden wie General Motors. Das kommt der Vision von der "Industrie 4.0" oder dem "industriellen Internet", wie es außerhalb Deutschlands heißt, schon sehr nahe.

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Der Schweizer Elektrokonzern ABB, der sich stärker als Rivalen wie Siemens oder General Electric auf die Automatisierungstechnik spezialisiert hat, bietet inzwischen auch Leichtbauroboter wie dieses Modell namens "Yumi" an.

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Die vielen neuen Ideen rufen auch neue Wettbewerber auf den Plan. Mit kollaborativen Robotern, die ohne Schutzkäfige direkt mit Menschen zusammenarbeiten können (dafür aber nicht so schwere Lasten so schnell und präzise bewältigen wie traditionelle Industrieroboter), hebt sich vor allem Universal Robots aus Dänemark hervor.

Die kleinen, günstigen und flexibel einsetzbaren Roboter finden viele Abnehmer im Mittelstand, zunehmend aber auch Großkonzerne und Kuka-Stammkunden wie BMW oder Volkswagen.

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Kuka hat den Trend mit seiner eigenen Leichtbauserie namens iiwa (intelligent industrial work assistant) aufgegriffen, nach eigenen Angaben "der erste sensitive, industrietaugliche Leichtbauroboter". Die feinfühlige Sensorik und mit sieben Achsen besondere Gelenkigkeit ermögliche die Automatisierung neuer Bereiche, in denen bisher nur Handarbeit ging.

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Die Konzentration der Firma auf Robotik (mit zweitem Standbein in der Fertigung von Schweißanlagen) ist auch das Werk des US-Firmenjägers Guy Wyser-Pratte, der als Kleinaktionär zeitweise das Management bedrängte. Vor seinem Einstieg 2003 war Kuka unter dem Namen IWKA ein Konglomerat beispielsweise mit Verpackungsmaschinen.

Früher zählten auch Rüstungsgüter zum Portfolio, oder Mülltransporter, die auch unter dem Namen Kukawagen bekannt waren. Den Anfang machte die Fabrik "Keller und Knappich Augsburg" (daher das Kürzel Kuka) mit Laternengas. Wyser-Pratte konnte seine Aktien mit Gewinn verkaufen.

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Spuren hinterließ der Ex-Marine auch im Management. Till Reuter heuerte 2009 als Chef in Augsburg an, ein ehemaliger Investmentbanker, der aber seine Passion für die Robotik entdeckt hat. Reuter hat Kuka auf Wachstum in der Zukunftstechnik gepolt, unter anderem mit mehreren Zukäufen ...

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Dazu zählt der 2013 übernommene fränkische Mittelständler Reis Robotics, der mit einfachen Bedienelementen für Industrieroboter "Reispad") Furore machte. Der bisher größte Deal aber war ...

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... die Übernahme von Swisslog 2015. Die Schweizer Firma stellt automatisierte Transportsysteme für Lager, Verteilzentren oder Krankenhäuser her - nun ein eigenes neues Geschäftsfeld für Kuka. Diese Technik regt auch die Fantasie von Logistikriesen wie Amazon an, ebenso wie die rasch voranschreitende Drohnentechnik. Diese Kompetenz fehlt Kuka noch.

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