Warenhauskette in Not Auf diese Akteure kommt es jetzt bei Kaufhof an

Um das angeschlagene Warenhaus Kaufhof wird es immer enger. Nun sollen die 21.000 Beschäftigen mit Gehaltsverzicht ihren Beitrag zur möglichen Sanierung des Konzerns beitragen. Das sind die wichtigsten Akteure im Ringen um Kaufhof.
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Roland Neuwald: Der Ende 2012 bei der Metro-Tochter Real ausgeschiedene Vertriebsgeschäftsführer (53) soll künftig die Kölner Tochter des kanadischen Konzerns Hudson's Bay Company (HBC) führen und dort den Turnaround schaffen. Nach seinem Ausscheiden bei Real hat er als selbstständiger Unternehmensberater gearbeitet, unter anderem in Turnaround-Situationen. Große Nonfood-Expertise, wie sie in innerstädtischen Warenhäusern gefragt ist, kann Neuwald nicht vorweisen.

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Stefanie Nutzenberger ist Mitglied im Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi und Leiterin des Fachbereichs Handel. Verdi muss einem möglichen neuen Tarifvertrag zustimmen, in dessen Zuge die Beschäftigten ihren Beitrag zur Sanierung des Warenhauses nun beitragen sollen. Verdi stimmt Tarifverträgen zur Beschäftigungssicherung allerdings nur in Einzelfällen zu. Voraussetzung ist die wirtschaftliche Schieflage eines Unternehmens. Ein unabhängiger, von der Gewerkschaft benannter Gutachter soll nun die Kaufhof-Zahlen prüfen. Erst danach könne es Verhandlungen über einen möglichen Sanierungstarifvertrag geben, heißt es.

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Peter Herlitzius ist seit September Arbeitsdirektor bei Kaufhof. Zuvor war er in gleicher Funktion bei der Parfümerie Douglas GmbH tätig. Herlitzius sagt: "Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet." Der Schritt sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten und damit Arbeitsplätze zu sichern.

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Uwe Hoepfel ist Gesamtbetriebsratschef der Galeria Kaufhof. Er hatte 2015 als Mitglied des Metro-Aufsichtsrats für den Verkauf von Galeria Kaufhof an den neuen nordamerikanischen Kaufhof-Eigner HBC gestimmt und danach den Verkauf intern mehrfach verteidigt. Freunde machte er sich in der Belegschaft damit nicht gerade. Er muss sich demnächst wieder zur Wahl stellen. Man werde zusammen mit der Gewerkschaft alles daran setzen, dass den Beschäftigten nicht in die Tasche gegriffen werde, sagte Hoepfel.

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Wolfgang Link war bislang in Personalunion Kaufhof-Chef und Leiter des europäischen HBC-Geschäfts, zieht sich jetzt aber auf den Europaposten des nordamerikanischen Kaufhof-Eigners HBC zurück. Kaufhof brauche eine "wettbewerbsfähige Kostenstruktur" ist auch Link überzeugt und fordert ebenfalls einen Sanierungsbeitrag der Beschäftigten. Die Nordamerikaner haben Investitionen in die Modernisierung der Kette angekündigt und den Umbau eingeleitet, sie wollen das klassische Warenhaus-Geschäft und die Online-Shops der Kette enger miteinander verknüpfen. "Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon", räumte Link unlängst in einem Mitarbeiter-Magazin ein.

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René Benko: HBC hat zwar immer wieder betont, sich nicht von der mit Umsatzrückgängen und Verlusten kämpfenden Kaufhof-Kette trennen zu wollen. Doch einzelne US-Investoren fordern die Trennung vom Europageschäft rund um Kaufhof. Ein möglicher Käufer stünde bereit: Mit Benko (Bild) hat Insidern zufolge der österreichische Karstadt-Eigner seine Fühler nach dem Konkurrenten ausgestreckt, er bereitet schon eine Finanzierung vor. Als HBC 2015 den Zuschlag für Kaufhof von Metro erhielt, hatte Benko damals das Nachsehen. Benko habe weiter Interesse am Kaufhof, heißt es. Eine konkrete Offerte hat er aber noch nicht vorgelegt. Benkos Gesellschaft Signa hatte aber bereits verkündet, eine Milliarde Euro eingesammelt zu haben, das Eigenkapital bei Signa Prime summiere sich auf mehr als vier Milliarden Euro, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

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