KarstadtQuelle Chronik des Untergangs

Seit 1999 kämpft die Warenhauskette Karstadt - damals noch unter dem Namen KarstadtQuelle - um ihr Überleben. Ein Überblick über die Geschichte des Unternehmens.
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1999: Der Warenhauskonzern Karstadt AG und das Versandhaus Quelle Schickedanz AG & Co. fusionieren zur KarstadtQuelle AG. Erster Vorstandsvorsitzender wird der langjährige Karstadt-Chef Walter Deuss (im Bild rechts). Die Fusion der beiden schlecht laufenden Unternehmen wird vielfach als das Zusammengehen zweier Fußkranker interpretiert. Größte Aktionärin wird die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz.

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2000: Walter Deuss legt nach Kritik an seiner Amtsführung den Vorstandsvorsitz nieder. Neuer Chef wird der ehemalige Kaufhof- und Metro-Manager Wolfgang Urban (im Bild). Urban verabredet in der Folgezeit eine intensive Zusammenarbeit mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim und dessen Immobilienpartner Josef Esch. Er verkauft fünf Warenhäuser an Oppenheim/Esch, die daraus geschlossene Fonds für ihre Kundschaft konzipieren, die Warenhäuser sanieren beziehungsweise umbauen und sie an Karstadt zurückvermieten.

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2004: Wolfgang Urban muss nach einer weitgehend erfolglosen, von Umsatz- und Gewinneinbrüchen gekennzeichneten Amtszeit gehen. Sein Nachfolger wird der vormalige Quelle-Chef Christoph Achenbach (Bild), den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt der mit Oppenheim und Esch geschäftlich verbandelte frühere Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff. KarstadtQuelle schrammt damals knapp an der Insolvenz vorbei. Die Großaktionärin Madeleine Schickedanz zeichnet, vom Bankhaus Sal.Oppenheim finanziert, eine Kapitalerhöhung mit.

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2005: Die Amtsführung von Christoph Achenbach bleibt blass und folgenlos. Thomas Middelhoff (Foto) rückt vom Aufsichtsrat auf den Vorstandsvorsitz. Gleichzeitig verschuldet sich Großaktionärin Schickedanz immer stärker bei Sal. Oppenheim zur weiteren Aufstockung ihres Aktienanteils.

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2006: Thomas Middelhoff verkauft das Gros der Konzernimmobilien an eine Zweckgesellschaft namens Highstreet und mietet die Objekte zurück. Es soll ein finanzieller Befreiungsschlag sein, der den Konzern entschuldet. Doch stattdessen drücken nun die langfristig vereinbarten und sehr hohen Mieten das Ergebnis.

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2007: Der Konzern gründet durch Fusion seiner Reisetochter Thomas Cook mit der britischen My Travel das drittgrößte Touristikunternehmen der Welt. Der Konzern ändert seinen Namen von KarstadtQuelle in Arcandor.

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2008: Die Krise des Konzerns spitzt sich zu. Ein Bankengespräch jagt das nächste. Der Kurseinbruch belastet auch die Kreditbeziehung von Madeleine Schickedanz zu Sal. Oppenheim. Die von ihr als Sicherheit verpfändeten Arcandor-Aktien haben stark an Wert verloren. Frau Schickedanz übereignet einen Teil ihres Aktienpakets zur Kredittilgung an Sal. Oppenheim und besichert die Darlehen mit ihrem Privatvermögen nach. Oppenheim-Bankier Friedrich Carl Janssen wird Aufsichtsratsvorsitzender bei Arcandor.

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Februar/März 2009: Thomas Middelhoff geht, ihm folgt noch der vormalige Finanzchef der Deutsche Telekom, Karl-Gerhard Eick, nach. Eick bemüht sich in den folgenden Monaten um eine Staatshilfe aus dem infolge der Finanzkrise von der Bundesregierung eingerichteten Deutschland-Fonds. Auch das mittlerweile mit einem starken Klumpenrisiko bei Arcandor/Schickedanz engagierte Geldhaus Sal. Oppenheim hofft auf öffentliche Hilfe für Arcandor.

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Juni 2009: Eick muss Insolvenzantrag für Arcandor stellen, auch die Töchter Karstadt und Quelle melden Insolvenz an.

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September 2009: Die Insolvenzverfahren werden eröffnet, Insolvenzverwalter wird der Essener Anwalt Klaus Hubert Görg (links, im Hintergrund hinter Karl-Gerhard Eick).

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2010: Die Tochter Quelle wird abgewickelt, nachdem sich kein Käufer für das gesamte Unternehmen gefunden hat.

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2010: Das Warenhausunternehmen Karstadt geht an den deutsch-amerikanischen Investor und Kunstmäzen Nicolas Berggruen. Er handelt mit der Belegschaft einen zwei Jahre dauernden Sanierungstarifvertrag aus, in dem die Arbeitnehmer zur Rettung des Unternehmens auf Teile ihres Gehalts verzichteten.

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2012: Kurz vor dem Auslaufen des Sanierungstarifvertrags verkündet Berggruen den Abbau von 2000 Stellen. Damit will der Eigentümer die durch die Rückkehr zum Flächentarifvertrag steigenden Personalkosten entgegenwirken.

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