Jamie Dimon in Zitaten Wie Amerikas mächtigster Banker die Welt sieht

JPMorgan-Chef Jamie Dimon ist der "Last Man Standing" unter Amerikas Topbankern. Um deutliche Worte ist er selten verlegen. Zuletzt zog er über lästige Kleinaktionäre her.
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Jamie Dimon hat wieder eine Gelegenheit gefunden, sich als mächtigster Banker Amerikas über den Rest der Welt zu erheben - nun auch die eigenen Aktionäre.

"Hauptversammlungen sind totale Zeitverschwendung geworden, nennen wir es beim Namen", sagte der Chef der größten US-Bank JPMorgan Chase auf einem Investorentag am 27. Februar 2018 (wo er zum Glück nur professionelle Analysten traf). Auf dem vorigen Aktionärstreffen im Mai 2017 hatte er Kritik von Protestgruppen ins Lächerliche gezogen: "Sie beginnen meine Gefühle zu verletzen." Als ein Kleinaktionär entgegnete, allein fürs Zuhören verdiene Dimon mehr als 100 Dollar, war seine Antwort: "Ich hoffe, das ist es wert."

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Dimon verlängert seinen Vertrag mit JPMorgan Chase bis 2023. Er gilt nach 12 Jahren im Amt als "Last Man Standing" an der Wall Street - und meinungsstark.

Über Amerikas Wachstum sagte er im Januar 2018: "Ich halte es für möglich, dass wir in diesem Jahr 4 Prozent schaffen. Ich verspreche Ihnen, wir werden hier in einem Jahr sitzen und Sie alle werden sich um Inflation und zu hohe Löhne sorgen."

Über Trumps Steuerreform: "Wenn Sie es so darstellen, als ob sie Geld an reiche Konzerne geben ... das stimmt ein Stückweit, aber Kapitalinvestitionen in Amerika treiben die Löhne."

Über Amerikas Infrastruktur: "Wir können keine Flughäfen bauen, wir können keine Autobahnen bauen, wir können keine Tunnel bauen, wir können nichts bauen ... das muss in Ordnung gebracht werden. Jeder hat ein Interesse daran, die Zeit zum Bau einer Brücke von 12 Jahre auf 2 Jahre zu reduzieren. Deutschland - ich glaube, in Deutschland und Kanada braucht die Genehmigung zwei Jahre. In China vielleicht nur eines." (wohl ohne Kenntnis der deutschen Großprojekte BER und Stuttgart 21)

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Der JPMorgan-Chef zählt zu den kontroversesten Akteuren der Bitcoin-Manie. Jamie Dimon hatte sich im September 2017 während einer Konferenz noch so geäußert:

"Bitcoin ist Betrug. Die Währung wird nicht funktionieren." Die Spekulation sei "schlimmer als Tulpenzwiebeln" im Holland des 17. Jahrhunderts. "Ehrlich, ich bin geschockt, dass jemand nicht sehen kann, was es ist." Sollte ein JPMorgan-Banker mit Bitcoin handeln, "würde ich den binnen einer Sekunde entlassen".

Im Oktober erklärte er zunächst, sich nie wieder zu dem Thema zu äußern, um tags darauf nachzulegen: "Wenn Sie verrückt genug sind, das zu kaufen, werden Sie den Preis dafür eines Tages bezahlen."

Im Januar 2018 erklärte Dimon, er "bereue" die Äußerungen. Er habe "einfach nur eine andere Meinung als andere Leute" - mit Blick darauf, wie Regierungen antworten würden, "wenn Bitcoin einmal wirklich groß werden sollte".

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"Es ist fast peinlich, ein amerikanischer Bürger zu sein, um die Welt zu reisen und die verrückte Sch... zu hören, mit der wir zu tun haben."

Dieses Zitat fiel in einer Telefonkonferenz mit Aktienanalysten im Juli 2017. Dimon, als Anhänger der oppositionellen Demokratischen Partei registriert, vermied jedoch einen direkten Angriff auf Präsident Donald Trump. Im Gegensatz zu anderen Konzernchefs blieb er auch in dessen Unternehmerbeirat, bis er aufgelöst wurde.
"Wenn Sie ins Flugzeug steigen, sollten Sie dem Piloten besser Erfolg wünschen. Können Sie sich vorstellen, dass ich auf die Bühne steige und sage, ich sei nicht für den Erfolg des Präsidenten der Vereinigten Staaten? Ich wäre ein Verräter."

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Im Vorjahr hatte Dimon selbst Ambitionen auf das Amt gezeigt.
"Ich wäre liebend gern Präsident. Aber ich denke, es ist zu schwer und zu spät."

Außerdem habe er bisher gedacht, die Wähler würden keinen Milliardär an der Spitze wollen. "So viel dazu."

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"Die Leute sollen sagen: Wir werden den Dreckskerl vermissen."

So kommentierte Dimon 2014 seine mehrmonatige Auszeit wegen einer Kehlkopfkrebs-Operation. "Ich liebe immer noch, was ich tue, und ich habe immer noch etwas zu tun."

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"Wir sind wie die Japaner. Wir sind ein bisschen patriotisch und sagen: Yes, sir!"

Jamie Dimon über das Verhältnis der Großbanken zu Zentralbank, Finanzministerium und Einlagensicherungsbehörde.

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"Was auch immer passiert, der Firma wird es gut gehen."

Dimon in einer Analysten-Konferenz im März 2013 über makroökonomische Risiken. Und auf eine kritische Nachfrage eines Analysten, ob das Eigenkapital von JPMorgan ausreiche: "Deshalb bin ich reicher als Sie."

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"Meine Tochter fragte mich, als sie aus der Schule kam, was die Finanzkrise ist. Und ich sagte: Das ist etwas, das alle fünf bis sieben Jahre passiert."

Jamie Dimon spricht aus Erfahrung - und wählt seine Worte mit Bedacht. Natürlich "passiert" eine Finanzkrise nicht. Sie wird von Bankern verursacht, die in ihrer Gier nach Profit immer riskantere Produkte an ihre Kunden verkaufen. Aber darüber schweigt sich der sonst so redselige Dimon lieber aus.

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"Das ist ein Sturm im Wasserglas."

Jamie Dimon im April 2012 über Fehlspekulationen von JPMorgan in London mit Derivaten auf europäische Unternehmensanleihen. Monate später wurde daraus ein Verlust von sechs Milliarden Dollar - und die Serie von profitablen Quartalsergebnissen, die durch die gesamte Finanzkrise gehalten hatte, riss. Im Mai 2012 sah Dimon die Sache so:
"Das waren ungeheuerliche Fehler. Sie waren selbstverschuldet, und das ist nicht die Art, wie wir ein Geschäft führen wollen."

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"Weil du reich bist, bist du schlecht? Ich verstehe das nicht."

Jamie Dimon Ende 2011 über die Occupy-Wall-Street-Proteste, die auch vor sein Wohnhaus zogen.

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"Ich schäme mich nicht, ein Banker zu sein."

Jamie Dimon im Gespräch mit Firmenkunden 2010

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"Manche behaupten, die Größe von Banken an sich oder die Kombination von Investment- und Geschäftsbanken habe die Krise verursacht. Wir sind anderer Meinung. Schauen Sie sich die Institutionen an, die in der Krise gescheitert sind."

In einer Kongressanhörung zu den Ursachen der Finanzkrise im Januar 2010.

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"JP Morgan würde es begrüßen, wenn wir aufhören würden, über die verdammte Verstaatlichung von Banken zu reden."

Dimon im Januar 2009. "Wir haben reichlich Kapital. Den Politikern sage ich, wo waren sie? Jetzt hauen sie auf alle drauf, zeigen auf Fehler, und wir werden kommen und es in Ordnung bringen."

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"Wir müssen uns jetzt auf einen Insolvenzantrag von Lehman Brothers einstellen. Und auf einen von Merrill Lynch. Und auf einen von AIG. Und auf einen von Morgan Stanley. Und möglicherweise auf einen von Goldman."

Jamie Dimon in einer Telekonferenz mit der Konzernführung im September 2008, laut dem Journalisten Andrew Ross Sorkin.

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"Ich bin nicht schlaflos in Chicago. Ich habe kein Verlangen, nach New York zurückzukehren."

Jamie Dimon 2003 gegenüber der "Financial Times", als Chef der Regionalbank Bank One. 1998 hatte ihn sein Mentor Sandy Weill als Präsident der damals größten Universalbank Citigroup gefeuert. 2005 verkaufte Dimon die Bank One für fast 60 Milliarden Dollar an JPMorgan Chase - und übernahm dann dort den Chefposten als Chairman und CEO.

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