Zwei Firmen im Wettstreit Hyperloop - wie steht es um Elon Musks Super-Zug?

Mit mehr als 1000 Stundenkilometern durch Unterdruck-Tunnel reisen: Das will der Hyperloop schon bald leisten. Seit Elon Musk die Idee des neuen Transportmittels 2013 vorstellte, arbeiten zwei Konkurrenten maßgeblich an der Zukunftsvision. Wie ist der Stand?
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Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk hat viele Visionen - die des Hyperloops zählt dazu. 2013 präsentierte Musk die Idee des Super-Zugs der Öffentlichkeit. Spezielle Kapseln sollen durch Unterdruck-Röhren geschossen werden und dabei schneller als 1000 km/h werden. Eine Revolution des Transports. Doch selbst daran arbeiten wollte er nicht, stattdessen ermutigte er andere Gründer und Unternehmer, sich des Themas anzunehmen. Während Musk mit seinem Unternehmen Boring Company für Infrastruktur sorgen will und Tunnel baut, arbeiten maßgeblich zwei Konkurrenten an Hyperloop-Modellen.

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Virgin Hyperloop One aus Los Angeles ist eines der beiden großen Unternehmen, die darum wetteifern, den ersten Hyperloop in die Röhre zu bringen. Die Firma hat von Investoren wie Richard Branson und dem drittgrößten Hafenbetreiber der Welt - DP World Group - rund 300 Millionen US-Dollar erhalten. Im Bild: Der Bau der ersten Teststrecke im US-Bundesstaat Nevada.

Foto: Hyperloop One
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In Nevada hat Hyperloop One nach eigenen Angaben eine erste Testfahrt absolviert, bei der im Tunnel erfolgreich Unterdruck erzeugt wurde. Das ist für die hohe Schnelligkeit entscheidend. Allerdings war das Vehikel nur fünf Sekunden lang in der Röhre unterwegs und erreichte eine Geschwindigkeit von lediglich 112 Stundenkilometern. Bis 2021 will das Unternehmen unter CEO Rob Lloyd dennoch drei Strecken betreiben.

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Bei einem Wettbewerb hat Hyperloop One insgesamt zehn Strecken weltweit ausgewählt, die das Unternehmen für besonders vielversprechend hält. Städteplaner hatten Vorschläge eingereicht, gewonnen haben Konzepte für vier Verbindungen in den USA wie von Miami bis nach Orlando, für zwei in Indien, eine in Mexiko, Kanada und zwei in Großbritannien.

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Auch für Deutschland hat das Unternehmen bereits eine Vision vorgelegt. Demnach würde eine Fahrt von Berlin nach Hamburg noch 20 Minuten dauern, Hamburg-Köln nur eine halbe Stunde.

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Hyperloop One arbeitet derzeit mit verschiedenen Ländern an Machbarkeitsstudien. Saudi-Arabien war einer der Partner, hat aber jetzt den Deal platzen lassen. Der Grund: Hyperloop-One-Investor Richard Branson hatte sich von dem Königreich wegen des ungeklärten Verschwindens des Journalisten Jamal Khashoggi distanziert. Kronprinz Mohammed bin Salman (im Bild) soll laut Beschuldigungen der türkischen Regierung damit zu tun haben.

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Gemeinsam mit der Transportbehörde Dubai wird eine Route zwischen Dubai und Abu Dhabi evaluiert, die die Reisezeit von 90 Minuten auf zwölf reduzieren könnte. Mit der zuständigen Behörde im US-Bundesstaat Colorado ist Hyperloop One ein Public Private Partnership eingegangen und prüft ebenfalls eine Strecke. Zwischen den indischen Metropolen Pune und Mumbai soll ebenfalls eine Verbindung entstehen, den Start soll eine Teststrecke machen.

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Währenddessen versucht Konkurrent Hyperloop Transportation Technologies (HTT), ebenfalls aus Los Angeles, schneller zu sein. Das Unternehmen von CEO Dirk Ahlborn (im Bild) verkündete, bereits 2020 könnten Pendler mit dem Hyperloop reisen. Die erste Strecke könnte dabei in den Vereinigten Arabischen Emiraten entstehen: Im April wurde in Abu Dhabi die erste Vereinbarung zum Bau einer zehn Kilometer langen kommerziellen Strecke unterzeichnet. „Die Emirate drängeln sehr“, sagte Ahlborn schon 2017 zum Fernsehsender CNBC. „Sie wollen den Hyperloop kommen sehen und das idealerweise als erstes in den Emiraten.“

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HTT zieht daneben Verbindungen im kalifornischen Quay Valley und zwischen Chicago und Cleveland in Betracht. Außerdem gibt es Kooperationen in der Ukraine, China und dem indischen Bundesstaat Andhra Pradesh.

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Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa stand 2017 bereits in Gesprächen mit HTT. "Hyperloop ist eine wichtige Entwicklung, die wir uns genau anschauen", hieß es damals vom Konzern. Es habe sich aber lediglich um einen Austausch mit HTT gehandelt und keine Partnerschaft. Laut einem Medienbericht soll die Lufthansa überlegt haben, auf welchen Strecken der Hyperloop Flüge ablösen könnte.

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Nach wie vor gibt es allerdings zahlreiche Kritiker, die an der technischen Machbarkeit des Hyperloops zweifeln. Auch die Baukosten wären sehr hoch. Laut dem US-Magazin "Forbes" würde beispielsweise eine 170 Kilometer lange Strecke im Silicon Valley umgerechnet acht bis 11,5 Milliarden Euro kosten. Das wären bis zu 68 Millionen Euro pro Kilometer. Europäische Hochgeschwindigkeitsstrecken für Züge haben etwa 20 Millionen Euro pro Kilometer gekostet.

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