Huawei und die Alternativen Wer den Weltmarkt für mobile Netze aufteilt

Um Huawei wird heftig gestritten. Die USA brandmarken den chinesischen Weltmarktführer der Telekommunikationsausrüster als Sicherheitsrisiko und wollen ihn auch aus den 5G-Mobilfunknetzen anderer Länder ausschließen. Viele Alternativen stehen nicht bereit.
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"Die USA können uns nicht zerstören", tönt Huawei-Gründer Ren Zhengfei. Er hat einen chinesischen Global Player mit mehr als 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz geschaffen - laut dem Analysedienst Dell'Oro mit 28 Prozent Weltmarktanteil der wichtigste Ausrüster von Telekommunikationsnetzen, seit Jahren Anmelder der meisten Patente und führend in der Entwicklung der Standards für die Mobilfunknetze der nächsten Generation (5G). Die USA klagen Huawei jedoch wegen Industriespionage und Verstößen gegen Iran-Sanktionen an und schließen die Chinesen von 5G-Aufträgen aus - außerdem üben sie Druck auf andere Staaten aus, die bisher stark auf Huawei-Equipment setzen, es ihnen gleich zu tun.

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Die größte westliche Alternative ist Nokia. Die einstige Handy-Großmacht aus Finnland hat sich als Netzwerkspezialist neu erfunden, die entsprechenden Sparten von Siemens und Alcatel-Lucent übernommen. Trotzdem ist der Marktanteil laut Dell'Oro leicht rückläufig unter 20 Prozent. Der Konzern ist seit Jahren defizitär, wegen der Hoffnung auf eine leuchtende 5G-Zukunft ist der Börsenwert dennoch stark gestiegen.

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Auch Ericsson aus Schweden, schon 2005 um die einstige General-Electric-Tochter Marconi verstärkt, kämpft mit Verlusten. Der Weltmarktanteil stagniert leicht unter 15 Prozent. Sollte Huawei in Europa zurückgedrängt werden, würde an Nokia und Ericsson als Gewinnern jedoch kaum ein Weg vorbeiführen.

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Amerikas Netzwerkausrüster Nummer eins ist Cisco aus Kalifornien. Der ist jedoch eher darauf spezialisiert, Firmennetze auszurüsten - nicht flächendeckende Mobilfunkmasten für jedermann. Der Marktanteil liegt stabil bei knapp 10 Prozent, dafür aber hochprofitabel. Cisco hat sich im Ranking 2018 vorbeigeschoben an ...

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... dem zweitgrößten chinesischen Hersteller ZTE, der einen deutlichen Knick nach unten verzeichnen musste. Der Konzern musste im Frühjahr einen politischen Angriff der USA verkraften, der ihn nach eigenen Angaben fast um die Existenz brachte. Wie bei Huawei wurde auch ZTE ein Verstoß gegen US-Sanktionen gegenüber Iran und Nordkorea vorgeworfen, als Antwort wurde US-Unternehmen zeitweise verboten, die Chinesen zu beliefern - woraufhin die ihre Produktion komplett einstellen mussten. Der Verzicht auf den Großkunden traf jedoch auch US-Firmen wie Qualcomm oder Intel.

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Nicht im Ranking von Dell'Oro vertreten ist der südkoreanische Samsung-Konzern, der Hersteller der meisten Smartphones (und in dieser Position inzwischen bedrängt von Huawei). Erst seit einigen Jahren versucht Samsung sich auch wieder als Netzwerkausrüster, unter anderem von Netzbetreibern in den USA und Australien - wo Huawei ebenfalls ausgeschlossen wird - gab es wegen 5G schon einige Großaufträge.

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