Hochfliegende Pläne Der Ausbau deutscher Flughäfen

Mit der Einweihung der Landebahn Nordwest erreicht der Frankfurter Flughafen die letzte Ausbaustufe. Doch das jüngst verhängte Nachtflugverbot verärgert Betreiber und Airlines. Andere Airports wittern ihre Chance.
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Die am 21. Oktober eingeweihte Landebahn Nordwest ist die vierte Rollbahn des Frankfurter Flughafens. Der hessische Airport ist mit 53 Millionen Passagieren und 2,2 Millionen Tonnen Fracht im Jahr 2010 der mit Abstand größte in Deutschland. Krawalle wie um die Startbahn West in den 80er Jahren gab es im Nordwesten nicht, Anwohnerproteste setzen dem Flughafenbetreiber Fraport aber trotzdem zu ...

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Der Verwaltungsgerichtshof hat kurz vor Eröffnung der neuen Landebahn ein völliges Nachtflugverbot verhängt. Aus Lärmschutzgründen sind auch die neuen Flugrouten so kurvig geplant, dass sie sich oft kreuzen. Fluglotsen meinen deshalb, die Kapazität des Flughafens sei mit vier Rollbahnen nicht größer als früher mit drei. Wegen des Nachtflugverbots planen Fluggesellschaften wie Lufthansa Cargo Flüge um.

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Der Flughafen Köln-Bonn soll einen Teil der Nachtflüge aufnehmen, dort gibt es keine festgelegte Ruhezeit und ausreichend Kapazität. Der einstige Regierungsflughafen "Konrad Adenauer" (9,9 Millionen Passagiere und 650.000 Tonnen Fracht 2010) hat in den vergangenen Jahren nach mehreren Ausbauten einerseits dem benachbarten Airport Düsseldorf, der zum Hochtief-Konzern gehört und kaum noch Platz zum Ausbau hat, Passagiere abgejagt. Andererseits wanderten Frachtkunden wie Lufthansa und DHL Cargo ab.

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Gewinner der Standortentscheidung war der Flughafen Leipzig/Halle. Nach dem Neubau zweier paralleler Start- und Landebahnen wurde dort 2008 das neue DHL-Frachtzentrum eingeweiht. Weder räumlich noch zeitlich sind die Flüge in Leipzig beschränkt. Als Passagierflughafen hat Leipzig kaum Bedeutung, behauptet mit 660.000 Tonnen Fracht im Jahr 2010 aber knapp vor Köln Platz zwei.

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Im kommenden Juni soll der neue Flughafen Berlin-Brandenburg eröffnet werden. In der ersten Ausbaustufe hat der Airport Kapazität für 27 Millionen Passagiere - zuletzt fertigten die beiden Hauptstadtflughäfen Tegel und Schönefeld zusammen 22 Millionen Fluggäste ab. Im Gegensatz zu Frankfurt wurde das Nachtflugverbot in Berlin kürzlich gerichtlich abgeschwächt, sehr zum Ärger der Anwohner ...

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Auch um die Flugrouten gab es wiederholt Streit, sie wurden zuletzt immer wieder umgeplant. Gekippt wurde auch der ursprüngliche Plan, den Airport von privaten Investoren bauen zu lassen. Das knapp drei Milliarden Euro teure Projekt dürfte in der nächsten Zeit keinen weiteren Ausbau erfordern ...

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Genutzt wird der Berliner Flughafen vorwiegend von Billigfliegern, die Lufthansa will dort keinen großen Teil ihrer Flotte stationieren. Ganz anders lief es beim letzten großen Flughafenneubau in Deutschland:

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Der 1992 eröffnete Münchener Flughafen hat schnell Platz zwei der deutschen Flughäfen hinter Frankfurt erobert, 2010 flogen im Süden 34,7 Millionen Passagiere. Die Lage fernab der Stadt hat Nachteile bei der Anbindung, wegen der hohen Kapazität für bis zu 50 Millionen Fluggäste nutzt aber vor allem die Lufthansa München als zweites Drehkreuz. Deshalb gibt es schon wieder Ausbaupläne:

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Die Bayern planen eine dritte Start- und Landebahn nördlich der zwei bestehenden und ein zusätzliches Terminal, im Juli kam der Planfeststellungsbeschluss. Land Bayern, der Bund und Stadt München als Betreiber wollen den Ausbau. Allerdings formiert sich auch die Opposition, womöglich steht in München ein Bürgerentscheid an.

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