Die Welt von Handwich und Fist Bump Händeschütteln für Profis - eine Typologie

Sieben Sekunden, so sagen Experten, haben wir üblicherweise für den ersten Eindruck. Da zählt jedes Detail, nicht zuletzt der Handschlag - eine (nicht ganz ernst gemeinte) Typologie.
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Druck, Dauer, Starrheit des Handgelenks, Feuchtigkeit - viele Faktoren machen einen guten Handschlag aus. Viel hängt von ihm ab, kann er doch einen verpatzten ersten Eindruck, einen misslungenen Einstieg ins Vorstellungsgespräch oder sogar tiefenpsychologische Analysen der gesamten Weltpresse (siehe Foto) nach sich ziehen. Der geübte Händeschüttler hat entsprechend ein ganzes Repertoire an Moves parat, um in den richtigen Situationen zu glänzen. Eine Übersicht: ...

Foto: AFP
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Der Mittelständler: Trockene Hand, mittlerer Druck, maximal dreimaliges Schütteln der Extremität des Gegenübers - mehr braucht es nicht für einen soliden Handschlag.
Typische Nutzer: Staubsaugervertreter; Abteilungsleiter mit Schnauzbärten und Hosenträgern; Menschen, die sich einbilden, am Handschlag den Charakter ihres Gegenübers zu erkennen

Foto: Alexander Zemlianichenko/ AP
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Die Rechts-Links-Kombination: Profis wissen, dass sie nicht nur eine Hand zur Verfügung haben. Absoluter Power Move, denn: Die linke Hand erzeugt Nähe, kann aber auch Abstand aufrechterhalten.
Typische Nutzer: Krankenpfleger, die alte Patienten auf dem Flur getroffen haben und zurück ins Bett bringen

Foto: Feng Li/ Getty Images
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Das Handwich: Ein Sonderfall der Rechts-Links-Kombination. Weil hier schwitzige Hände besonders auffallen, sollten Sie zum Abtrocknen immer etwas Kreide in der Tasche haben.
Typische Nutzer: Pastoren über 90; 14-Jährige, die gerade ihren ersten Mafia-Film gesehen und bei Ebay günstig einen Fedora-Hut ersteigert haben

Foto: AFP
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Der Fist Bump: Jede Kommunikation enthält immer eine Ich-Botschaft. Sie lautet hier: Ich bin jung, cool und sehr trendy.
Typische Nutzer: Menschen, die das Wort "trendy" unironisch verwenden

Foto: Jonathan Ernst/ Reuters
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Das halbe Händchen: Die Antithese des Handwiches. Vorsicht bei Franzosen, die sie leicht als Aufforderung zum Handkuss missverstehen könnten.
Typische Nutzer: Königinnen; Menschen, die zunächst dachten, man wolle einen Fist Bump mit ihnen machen, im letzten Moment erkennen, dass es doch ums Händeschütteln geht, ihre Extremität dann aber nur halb geöffnet bekommen und noch Jahre später schlecht von dieser Peinlichkeit träumen

Foto: Kim Ju-sung/ AP
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Das tischlose Armdrücken: Harte Männer, harte Gesten. Genug gesagt.
Typische Nutzer: nur wahre Stützen der Gesellschaft (siehe Foto)

Foto: ? Christian Charisius / Reuters/ REUTERS
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Der "Guck, wie lieb wir uns haben": Was sich kennt, das drückt sich. Könnte man meinen.
Typische Nutzer: Menschen, die man nur vage kennt, die aber schon ein Bier zu viel intus haben

Foto: ITAR-TASS/ REUTERS
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Der Bruderkuss: Die 90er sind bereits zurück, retro ist cool - es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis diese Errungenschaft des real existierenden Sozialismus zurück auf deutschen Chefetagen ist.Typische Nutzer: Menschen, die noch das Blauhemd im Schrank hängen haben

Foto: A2955 Wolfgang Kumm/ dpa
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Der Paradiesvogel: Abklatschen, salutieren, die Hände in die Hüften stemmen, dazu ein paar Stepptanzschritte - fertig ist der Handschlag der Megastars des Sports.Typische Nutzer: Menschen, die Millionengehälter, aber keine 40-Stunden-Woche haben

Foto: Eric Christian Smith/ AP