Glanzloser Sieg gegen Schottland Götze gehemmt, Reus unglücklich

Es war ein glanzloser Sieg der DFB-Elf gegen Schottland. Jérôme Boateng strahlte in der Abwehr Ruhe aus, Mario Götze gelang nur sehr wenig, und Marco Reus sorgt erneut für Sorgen. Die Spieler in der Einzelkritik.
1 / 13

Manuel Neuer (Tor, FC Bayern): Hat seine WM-Form in den Alltag herübergerettet – inklusive seiner Offensivausflüge, zu denen er auch in Dortmund wieder mehrfach Gelegenheit hatte. Wie er in der ersten Hälfte einem Ball hinterherhetzte, um ihn vor dem Seitenaus mit dem Fuß zu erwischen und kontrolliert weiterzuspielen – welcher Torwart außer Manuel Neuer kann das so? Man wartet weiter irgendwann auf den Moment, in dem seine Libero-Eskapaden schiefgehen. Beim Gegentor war er chancenlos.

Foto: Getty Images
2 / 13

Sebastian Rudy (Abwehr, 1899 Hoffenheim): Kein schlechter Einstand für den Hoffenheimer auf der rechten Abwehrseite. Eine Position, die er als Profi noch nie gespielt hat. Dafür traute er sich erstaunlich viel zu, schoss auch mal aufs Tor und schlug Flanken wie die zum Führungstor. In der Rückwärtsbewegung hatte er dafür einige Unsicherheiten, und beim 1:1 ließ er sich übel überlaufen. Das Experiment Rudy auf rechts kann man trotzdem wiederholen.

Foto: Jonas Güttler/ dpa
3 / 13

Jérôme Boateng (Abwehr, FC Bayern): Der Münchner hat der deutschen Abwehr mit seiner Ruhe und seiner mittlerweile gewachsenen Erfahrung gutgetan. Gegen die Argentinier hatte er noch gefehlt, jetzt spielte er erneut seinen weitgehend souveränen Part herunter. Hatte dennoch Probleme mit dem flinken Ikechi Anya.

Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images
4 / 13

Benedikt Höwedes (Abwehr, FC Schalke 04): Der Schalker fühlte sich an der Seite von Jérôme Boateng in der Innenverteidigung deutlich wohler als noch gegen Argentinien, als er mit dem Youngster Matthias Ginter in der Abwehrzentrale spielen musste. Gewann zunächst viele seiner Zweikämpfe, den soliden Eindruck aus der ersten Hälfte verwischte er allerdings nach der Pause durch einige massive Probleme im Stellungsspiel. Der Erfinder des Offensivpasses ist er ohnehin nicht, aber das hat er auch nie behauptet.

Foto: Dennis Grombkowski/ Bongarts/Getty Images
5 / 13

Erik Durm (Abwehr, Borussia Dortmund): Verbessert gegenüber dem Argentinienspiel. Allerdings war der Dortmunder vor eigenem Publikum längst nicht so gefordert wie gegen den argentinischen Top-Star Ángel Di María in der Vorwoche. Er konzentrierte sich diesmal darauf, möglichst wenig falsch zu machen. Nach vorne hätte er ruhig ein paar mehr Impulse geben können. Hatte in der zweiten Hälfte Glück, dass seine Attacke gegen Naismith nicht als Notbremse gewertet wurde. Durm braucht noch Zeit.

Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images
6 / 13

Christoph Kramer (Mittelfeld, Borussia Mönchengladbach): Der Gladbacher war wie immer fleißig, lief viel, manchmal jedoch haftet ihm noch eine gewisse Unsicherheit an. Gerade, wenn er in der Offensive in aussichtsreiche Positionen kommt, scheint er einen Bruchteil zu lange zu überlegen - und das Zeitfenster für einen erfolgreichen Abschluss hat sich geschlossen. Daran muss er noch arbeiten. In der zweiten Hälfte baute er zudem spürbar ab. Dennoch ist es erstaunlich, wie selbstverständlich man ihn mittlerweile in der Nationalelf wahrnimmt.

Foto: Dennis Grombkowski/ Bongarts/Getty Images
7 / 13

Toni Kroos (Mittelfeld, Real Madrid): Angesichts der Ausfälle im Mittelfeld fällt dem Real-Spieler fast automatisch die Chefrolle in der Zentrale zu. Er mühte sich redlich, diesen Part auszufüllen, war viel am Ball, arbeitete hinten und vorne, allerdings ging ihm die Coolness von der Weltmeisterschaft ab. Sein fast traumwandlerisch sicheres Passspiel konnte er gegen die Schotten nicht aufziehen. Als es eng wurde, schob er nur noch den Ball hin und her. Kroos ist durch die WM gewachsen, doch dieses Spiel war ein Rückschritt.

Foto: Jonas Güttler/ dpa
8 / 13

Thomas Müller (Mittelfeld, FC Bayern): Das erste Pflichtspieltor nach der WM erzielt natürlich Thomas Müller. Wer sonst? Ganz abgebrüht im Luftkampf, einfach mit einer Kälte vor dem Tor, die ihresgleichen sucht. Es war bereits das 24. Müller-Tor in der Nationalmannschaft, jetzt fehlen ihm nur noch 40, um seinen Namensvetter Gerd zu überholen. Er ackerte viel, alles gelang ihm allerdings nicht. Aber wer zwei Tore macht, an dem verbietet sich größeres Gemäkel.

Foto: Roland Weihrauch/ dpa
9 / 13

Marco Reus (Mittelfeld, Borussia Dortmund, bis 90.+2 Minute): Der Dortmunder konnte vor eigenem Publikum nicht so glänzen, wie er das vielleicht erhofft hatte. Reus ist noch nicht wieder da, wo er in der Vorsaison vor seiner Verletzung angelangt war. Als er Deutschlands bester und gefährlichster Offensivmann war. Immer wieder blitzt sein außergewöhnliches Können auf, aber die unwiderstehlichen Tempoläufe des Marco Reus, die sind noch nicht wieder im Repertoire. Dass er in der Schlussminute verletzt vom Platz geführt werden musste, ließ die BVB-Fans Böses ahnen. Nur nicht wieder so eine Verletzung wie vor dem Turnier!

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
10 / 13

Matthias Ginter (Mittelfeld, Borussia Dortmund, ab 90.+2 Minute): Kam in der Nachspielzeit für Reus. Und damit ohne Zeit, sich in irgendeiner Form auszuzeichnen.

Foto: Simon Hofmann/ Bongarts/Getty Images
11 / 13

André Schürrle (Mittelfeld, FC Chelsea, bis 84. Minute): Es ist wie so oft, wenn der Chelsea-Angreifer in der Startelf ist. Dann wird es kein richtig gutes Länderspiel von ihm. Schürrle hatte seine Aktionen, er zog vom Flügel nach innen und probierte seine gefürchteten Distanzschüsse aus, aber all das wollte nicht so recht funktionieren. Zudem verlor er häufig Bälle auf sehr leichte Art und Weise, auch das gehört zu Schürrles Spiel dazu.

Foto: AP/dpa
12 / 13

Lukas Podolski (Mittelfeld, FC Arsenal, ab 84. Minute): Kam in der 84. Minute für Schürrle in die Partie. Ein Sechs-Minuten-Spiel, da lässt sich wenig ausrichten. Ein Länderspiel mehr für die Statistik.

Foto: Roland Weihrauch/ dpa
13 / 13

Mario Götze (Angriff, FC Bayern): Vorweg: Pfiffe gab es für den Nicht-mehr-Dortmunder nur relativ wenige. Lediglich ein paar Hardcore-BVB-Anhänger versuchten es Mitte der ersten Hälfte noch mal. Ausgerechnet dann, als Götze gerade einmal einen sehr starken Offensivpass geschlagen hatte. Ansonsten blieb er an seiner alten Wirkungsstätte unauffällig, möglicherweise auch ein bisschen gehemmt. Verdenken könnte man ihm das nicht. Spiele in Dortmund dürften auch auf längere Sicht nicht zu den Lieblingsspielen des Mario Götze gehören.

Foto: Kevin Kurek/ dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.