Abschied von der Postbank Gewinner und Verlierer in der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hat sich für eine neue Strategie entschieden: Die Postbank wird verkauft, übrig bleibt eine abgespeckte Universalbank. Wer in der Bankführung profitiert und wer verliert, zeigt der Überblick.
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Abschied von der Postbank: Die Deutsche Bank will die Postbank mit ihren "gelben" Filialen verkaufen und die verbliebenen Postbank-Aktionäre (3,2 Prozent) per "Squeeze out" herausdrängen. Wie viele Mitarbeiter dem Umbau zum Opfer fallen (Bild: Proteste von Postbank-Mitarbeitern in Frankfurt), ließ das Geldhaus am Montag offen. Ziel ist, die Postbank bis Ende 2016 wieder an die Börse zu bringen - mit der Deutschen Bank als Minderheitsaktionär. Umbau und Sparkurs betreffen aber auch die Deutsche Bank selbst ...

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... von den derzeit 700 "blauen" Niederlassungen der Deutschen Bank sollen bis zum Jahr 2017 bis zu 200 Filialen geschlossen werden, wie die Deutsche Bank am Montag mitteilte. Bis zum Jahr 2020 will Deutschlands größtes Geldhaus außerdem jährlich 3,5 Milliarden Euro einsparen ...

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... und dies vor allem über "Effizienzsteigerungen" erreichen - was in der Regel den Abbau von Arbeitsplätzen bedeutet. So will sich die Bank aus unprofitablen Geschäftsbereichen zurückziehen und ihre "geografische Präsenz optimieren". Noch besser klingt dieses Vorhaben in den Worten von Anshu Jain:

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"Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch; und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen", kommentierte Co-Chef Anshu Jain den Kurswechsel der Bank, den der Aufsichtsrat am Freitag nach einer Marathonsitzung beschlossen hatte.
Für Aktionäre, deren Geduld die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren arg strapaziert hat, hat Deutschlands größtes Geldhaus ein Versprechen parat ...

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... so will das Geldhaus (im Bild: Co-Chef Jürgen Fitschen) künftig mindestens 50 Prozent ihres Gewinns in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an ihre Aktionäre ausschütten. Der Umbau eröffnet einigen Spitzenmanagern neue Karrierechancen - für andere ist es ein herber Rückschlag. Der Überblick von manager-magazin.de:

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Als Chef der Postbank könnte Frank Strauss künftig einem unabhängigen Konzern vorstehen, der sich ganz der Aufgabe verschreibt, den deutschen Massenmarkt aufzumischen - ohne Querelen mit den Deutschbankern. Nach einem Börsengang wäre die Postbank sicher ein Kandidat für die Rückkehr in den Dax. Anders sähe es freilich aus, falls die Bank stattdessen an einen Wettbewerber verkauft würde.

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Stefan Krause verantwortet die von Aufsichtsratschef verordnete Neuorientierung als Strategievorstand der Deutschen Bank. Gelingt der Postbank-Verkauf (intern werden von Optimisten Erlöse von bis zu 20 Milliarden Euro erwartet), empfiehlt sich der frühere Finanzchef sicher auch für höhere Aufgaben.

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Marcus Schenck ist ein anderer Kandidat für die Führung der Deutschen Bank in neuer Form. Der Finanzvorstand, zuvor bei Goldman Sachs und Finanzvorstand von Eon, tritt erst im Mai sein Amt an, ist also völlig unbelastet von den monatelangen Richtungskämpfen.

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Senior-Co-Chef Jürgen Fitschen stand immer für die Idee einer globalen Universalbank. Die bleibt zwar erhalten, muss aber kräftig schrumpfen. Die Ära des 66-Jährigen bleibt wohl als Bewältigen von Altlasten in Erinnerung. Ab Ende April muss er sich zudem in der Causa Kirch persönlich vor Gericht verantworten.

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Anshu Jain bleibt zwar wohl an der Spitze der Deutschen Bank. Der Investmentbanker hat aber bislang die Erwartungen nicht erfüllt. Auch für seine Londoner Machtbasis bedeutet das Modell der Postbank-Abspaltung einen Verlust. Denn die Investmentbank muss schrumpfen, um die Kapitalvorgaben zu erfüllen. Die Alternative einer Zweiteilung der gesamten Bank hätte dagegen einen starken Auftritt als "europäisches Goldman Sachs" bedeutet.

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Erheblich ist der Machtverlust für Rainer Neske, den Chef der Privatkundensparte. Ohne die Postbank zählt sein Zweig nicht mehr viel, auch wenn der Stolz der "blauen Fraktion" der traditionellen Banker im Arbeitnehmerlager wiederhergestellt ist. Der Verkauf ist auch ein Eingeständnis von Neskes Scheitern bei der Integration der Postbank. Er hätte daher eine Aufspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts - also auch der Retailsparte der Deutschen Bank - befürwortet, weil ihm das eine deutlich stärkere Rolle gegeben hätte. Sein Verbleib in der Bank ist nach der nächtlichen Entscheidung des Aufsichtsrats, nur die Postbank abzugeben und damit seinen Einflussbereich stark zu beschneiden, unsicher.

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