Geschlagene Konzerne Die Apple-Opfer

Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anders - im Zweifel ein Apple-Aktionär: Bei seinem rasanten Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen hat der iPhone-Konzern den Börsenwert so mancher Konkurrenten dezimiert. manager magazin online zeigt die größten Verlierer.
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Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer: Bei seinem rasanten Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt (Marktkapitalisierung: über 600 Milliarden Dollar) hat der iPhone-Konzern Apple den Börsenwert mancher Konkurrenten dezimiert. manager magazin zeigt die lange Reihe der Verlierer.

Foto: ANDREW GOMBERT/ dpa
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Nokia: Der finnische Handykonzern ist vielleicht das schillerndste Apple-Opfer. Während des Internet- und Mobilfunkbooms zur Jahrtausendwende war das Unternehmen zeitweise das wertvollste Europas, die Marktkapitalisierung erreichte 1999 mehr als 200 Milliarden Euro. Mit dem großen Preisverfall im Mobilfunk geriet der Konzern unter Druck, in Schwellenländern graben heimische Hersteller Nokia das Wasser ab. Im Hochpreissegment für Smartphone fallen die Finnen hinter Apple und Samsung zurück. Das Betriebssystem Windows auf den Nokia-Geräten hat die Wende bisher nicht eingeleitet. Nach einem 1,34-Milliarden-Euro-Verlust im ersten Quartal 2012 hat die Ratingagentur Fitch Nokia auf Ramschstatus gesetzt.

Aktienkurs 6.11.2007: 41,10 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 3,65 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 10,1 Milliarden Euro

Foto: ? Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS
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Motorola: Der Pionier für Mobiltelefone hat bereits die Waffen gestreckt. Im Kampf gegen Apple, Samsung und Co. sind die US-Amerikaner unter das Dach des Internetkonzerns Google geschlüpft. Bei Smartphones und Tablets hat Motorola nie wirklich den Anschluss geschafft, das Tablet Xoom verkaufte sich zuletzt schlecht. Wertvoll sind jedoch die zahlreichen Patente des Unternehmens, mit denen Google Apple im Mobilfunkbereich angreifen will. In Deutschland hat Motorola in diesem Zusammenhang vor Gericht erreicht, dass Apple E-Mails seiner Dienste MobileMe und iCloud nicht mehr auf die iPhones weiterleiten und den Empfänger benachrichtigen darf.

Foto: REUTERS
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Research in Motion (RIM): Nach dem Jahr 2000 waren Geschäftsleute ohne Blackberry kaum Ernst zunehmen. Doch Hersteller RIM ist tief gefallen, seit Apple mit seinem iPhone auch den Markt für Firmenkunden aufrollt. Vor allem im Leitmarkt USA verlieren die Kanadier deutlich an Marktanteilen. Der Versuch, Apple mit einem eigenen Tablet (Playbook) anzugreifen, ist bisher gescheitert. Chef Thorsten Heins will sich künftig wieder auf Firmenkunden konzentrieren. Kurz nach seinem Amtsantritt im Januar hatte er noch das Gegenteil verkündete.

Aktienkurs 19.06.2008: 147,55 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 13,08 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 5,211 Milliarden Euro

Foto: KIM HONG-JI/ REUTERS
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Palm: Die heutige Tochter von HP feierte als Pionier bei PDA-Geräten (Personal Digital Assistent) nach der Jahrtausendwende große Erfolge - auch an der Börse. Im Bereich der stiftgesteuerten Taschencomputer hielt es lange ein Beinahe-Monopol. Zudem verkaufte Palm Lizenzen seines Betriebssystems erfolgreich an die Konkurrenz. Schließlich brachten Probleme mit dem Netzempfang Palm herbe Rückschläge. Das System Palm Pre floppte 2009 (im Bild Chef Jon Rubinstein), zudem lief das iPhone dem Pionier den Rang ab.

Foto: dpa
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Hewlett-Packard: Der Vormarsch mobiler Geräte setzt das Kerngeschäft des PC-Weltmarktführers unter Druck: Der Absatz von Rechnern, Drucker und Druckerpatronen ist rückläufig. Das eigene Geschäft mit Smartphones und Tablets hat der US-Konzern während der elfmonatigen Regentschaft des Deutsche Léo Apotheker aufgegeben - gegen Apple und Co. hatte er keine Chance. Nachfolgerin Meg Whitman ringt um eine neue Strategie, unter anderem will sie PC- und Druckersparte zusammenfassen. Umsatzwachstum ist vor 2013 jedoch nicht in Sicht.

Aktienkurs 10.4.2010: 54,52 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 24,42 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 36,7 Milliarden Euro

Foto: ? Denis Balibouse / Reuters/ REUTERS
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Sony: Das japanische Exportwunder nach dem zweiten Weltkrieg war untrennbar mit Sony verbunden. Der Elektronikkonzern begann mit Reiskochern; den weltweiten Durchbruch brachten ein Transistorradio in den 50er-Jahren und der Walkman ab 1979. Nun gerät der Absatz vieler Erfolgsprodukte - darunter Spielekonsolen (Playstation), MP3-Player und Mobiltelefone (in Kooperation mit Ericsson) durch Apples iPhone, iPad und Co. unter Druck. Der neue Sony-Chef Kazuo Hirai hat seinem Konzern den dritten Sparplan seit 2005 verordnet - 10.000 Stellen sollen wegfallen. Das Unternehmen setzt jetzt voll auf Smartphones. In dem Segment wollen die Japaner bis 2014 die Marktführerschaft erlangen.

Aktienkurs 23.05.2002: 59,70 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 16,51 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24. April 2012: 12,5 Milliarden Euro

Foto: DPA
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Nintendo: Spiele für Smartphones und Tablets setzen dem japanischen Konsolenhersteller zu. Das neue Gerät 3DS verkauft sich schleppend, auch die Spiele empfinden viele Daddler mit 30 bis 40 Euro als zu teuer. Der Erfinder von Gameboy und Wii reagiert mit Preissenkungen. Doch die Strategie fruchtet bisher nicht. Für Multifunktionsgeräte wie iPhone und iPad gibt die Kundschaft offenbar gern etwas mehr aus, wenn sie dafür günstiger spielen kann. Zu allem Übel kommt derzeit zudem das Gerücht auf, Apple bastele an einer eigenen Konsole.

Aktienkurs 31.10.2007: 78,50 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 17,18 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 14,8 Milliarden Euro

Foto: Nintendo
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Buchbranche: Lange haben sich Buchhändler unbeeindruckt vom Vormarsch des Internets gezeigt. Der Vormarsch von E-Readern und Tablets hat die Lage jedoch grundlegend geändert. Borders Books aus den USA war Anfang 2011 das erste prominente Beispiel einer Pleite. Konkurrent Barnes & Noble tritt dagegen die Flucht nach vorn an und investiert hohe Summen in eigene Reader - auf Kosten des Gewinns. In Deutschland leiden beispielsweise Weltbild und Thalia unter der elektronischen Konkurrenz.

Barnes & Noble:
Aktienkurs 13.06.2006: 47,40 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 13,01 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 614 Millionen Euro

Foto: REUTERS
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Videotheken: Klassische Filmverleiher für Privatkunden sind durch das Internet bereits mächtig unter Druck geraten. US-Platzhirsch Blockbuster musste 2010 Insolvenz anmelden, weil sich das Unternehmen zu spät auf diesen Trend eingestellt hatte. Einen weiteren Schub für Video on demand brachten Tabletcomputer. DVD-Versender Netflix sprang in den Staaten etwas früher auf diesen Zug auf und vertreibt seine Filme unter anderem über das iPad.

Netflix:
Aktienkurs 13.7.2011: 298,73 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 88,08 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 4,29 Milliarden Euro

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TomTom: "Sie haben Ihr Ziel nicht erreicht" - derartigen Spott muss sich der Chef des Navigationsgeräte-Herstellers TomTom, Harold Goddijn, wohl öfter anhören. Der Preis für Navigationssoftware ist im Sinkflug. Eigene Geräte benötigen viele Autofahrer dank des durch Apple verstärkten Smartphone-Booms gar nicht mehr. Auf den Geräten sind Navigationsprogramme mitunter bereits installiert. Konsequenterweise nutzt TomTom das iPhone inzwischen als wichtigen Vertriebsweg - Umsatz, Gewinn und Aktienkurs konnte dies jedoch nicht vom Absturz bewahren.

Aktienkurs 30.10.2007: 56,01 US-Dollar
Aktienkurs 24.04.2012: 3,40 US-Dollar
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 724 Millionen Euro

Foto: REUTERS
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Telekommunikationsbranche: Sie wanken, aber sie fallen bisher nicht - Telekommunikationskonzerne wie KPN aus den Niederlanden (im Bild ein Gebäude des Unternehmens in Rotterdam) leiden unter sinkenden Erlösen im Geschäft mit SMS. Smartphonenutzer kommunizieren oft lieber über alternative Dienste wie WhatsApp oder Skype, die zumeist kostenlos sind. Die Deutsche Telekom dürfte den Trend ebenfalls noch zu spüren bekommen.

KPN:
Aktienkurs 26.10.2007: 13,45 Euro
Aktienkurs 24.04.2012: 6,90 Euro
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 9,9 Milliarden Euro

Foto: BAS CZERWINSKI/ ASSOCIATED PRESS
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Druckbranche: Zeitungsauflagen sinken, iPad und Kindle ersetzen Zeitschriften und Bücher: Die zunehmende Digitalisierung der Medien nagt am Geschäft der Druckmaschinenhersteller. Firmen wie Manroland und Schlott sind bereits in die Pleite gerutscht, Heidelberger Druck hat seine Ziele zuletzt wiederholt verfehlt.

Heidelberger Druck:
Aktienkurs 02.05.2002: 34,58 Euro
Aktienkurs 24.04.2012: 1,28 Euro
Marktkapitalisierung 24.04.2012: 309 Millionen Euro

Foto: DPA
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