Komplettausstieg vs. Hoffnung auf zweiten Frühling So schätzen die Autobosse in Genf die Zukunft des Diesel ein

Drohende Fahrverbote in Deutschland, deutlich sinkende Zulassungszahlen in Europa: Auf dem Genfer Autosalon mussten hochrangige Automanager erklären, welche Zukunft sie für den Dieselantrieb sehen. Die Palette reichte vom Festhalten bis zum Komplettabschied - die wichtigsten Ansagen.
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Toyotas Europapräsident Johan van Zyl sagte dem Diesel deutlich und schnell Adieu. "Wir werden keine neue Dieseltechnologie für Pkw mehr entwickeln, wir werden uns auf Hybride konzentrieren", erklärte er in Genf. Das sei eine Reaktion auf veränderte Kundenwünsche. Bereits in diesem Jahr soll die Auslaufphase beginnen.

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Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller hingegen sagt dem Diesel einen zweiten Frühling voraus. "Der Diesel wird in absehbarer Zeit eine Renaissance erleben", sagte Müller vor Journalisten. Die Gründe seien naheliegend: Kein anderer Antrieb sei so umweltfreundlich, man könne nicht auf den Diesel verzichten, wolle man die anspruchsvollen CO2-Ziele der EU erreichen.

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Auch VW-Markenchef Herbert Diess brach eine Lanze für den Diesel - und lehnte Hardware-Nachrüstungen als "wirtschaftlich irrsinnig" für alle älteren Diesel-Fahrzeuge ab. Dabei gehe es nicht nur um den Einbau von Katalysatoren und Tanks. Man müsste auch Überwachungssysteme ins Auto bringen, um etwa den Füllstand des AdBlue-Tanks anzuzeigen. Das wäre sehr aufwändig, würde mindestens bis 2021 dauern - und käme dann zu spät.

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BMW-Chef Harald Krüger hält ebenfalls weiter am Diesel fest: "Ohne Diesel sind die CO2-Ziele nicht erreichbar", erklärte Krüger. Wegen der Verunsicherung der Kunden sei die Nachfrage in Deutschland und Großbritannien gesunken. Die BMW-Werke könnten aber mit dem Bau von Benzin-, Diesel und Elektroautos flexibel auf die Nachfrage reagieren.

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Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius hielt ebenfalls dem Diesel die Stange. "Der Diesel hat eine Zukunft. Ihn zu verbessern ist besser, als in zu verdammen", sagte er laut Medienberichten am Rande des Autosalons in Genf.

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Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne hingegen gibt dem Diesel keine große Zukunft mehr, auch wenn er den Trend zu E-Autos und weg vom Diesel kritisch sieht. Elektroautos und autonomes Fahren seien Zukunftsmusik, und "die Zukunft ist nicht jetzt". Doch ...

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... die Nachfrage nach Diesel-Autos sinke, "der Markt sagt: schuldig", erklärte Marchionne. Die Vorgaben der Regulierer machten dem Diesel die Zukunft schwer. Deshalb werde auch Fiat-Chrysler die Abhängigkeit vom Diesel deutlich verringern, "weil wir müssen."

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Der Chef des PSA -Konzerns (Peugeot, Citroën, Opel), Carlos Tavares, gab sich beim Thema Diesel flexibel: "Wenn es irgendwann nicht mehr genug Kunden gibt, die einen Diesel wollen, stoppen wir den Diesel. Aber das kommt auf die Kunden an," erklärte er in Genf.

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Ford-Europa-Chef Steven Armstrong meint, dass der Diesel bei Kleinwagen zum Auslaufmodell wird. "Wir sehen weiterhin eine Zukunft für den Diesel", erklärte er in einem Interview mit Bloomberg TV. "Doch ich glaube, dass er bei manchen kleineren Fahrzeugmodellen nach und nach verschwinden wird". Ford müsse hart daran arbeiten, das Vertrauen der Konsumenten zu zurückzugewinnen - um sicherzustellen, dass sie der Botschaft vom sauberen Diesel Glauben schenken.

Mit Material von dpa, Reuters

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