Lebendes Archiv Die Genbank von Gatersleben

Samen von rund 150.000 Kulturpflanzen werden in Sachsen-Anhalt aufbewahrt - keimfähig. Eine Sicherheitskopie der gesamten Genbank von Gatersleben liegt übrigens in Spitzbergen.
1 / 10

Genbank: Rund 150.000 Muster von Kulturpflanzen versammelt die Genbank am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben, einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt. Das riesige Kühlhaus, in dem das ganze Jahr über Temperaturen von minus 18 Grad Celsius herrschen, versteht sich als Arche Noah der modernen Landwirtschaft. Das Saatgut wird hier gesammelt und kann bis zu 150 Jahre keimfähig bleiben. Regelmäßig wird es auf Keimfähigkeit getestet (Bild) - wenn sie nachlässt, muss ausgesät und neu geerntet werden.

2 / 10

Herzstück: Das ist die Kühlkammer. Hier entnimmt Andreas Börner ein Glas mit Samen. Der Agrarwissenschaftler ist auf Pflanzenzüchtung spezialisiert. Als Bereichs- und Arbeitsgruppenleiter in der Genbank kümmert er sich um pflanzengenetische Ressourcen mit rund 3200 Arten und knapp 800 verschiedenen Gattungen. Das gemeinnützige Institut ist eine Stiftung öffentlichen Rechts. Finanziert wird es vom Bund und den Ländern.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
3 / 10

Gerstige Angelegenheit: HOR steht für Hordeum. Im Glas befinden sich Gerstensamen. Diese Aktivmuster werden herangezogen, wenn Wissenschaftler oder Züchter sie anfragen oder die Keimfähigkeit geprüft werden soll.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
4 / 10

Keimfähigkeit: Oft ist das Mikroklima entscheidend - die Plastikhütchen wirken wie Mini-Gewächshäuser.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
5 / 10

Abgeschottet: In zahlreichen kleinen Gewächshäusern wachsen Pflanzen zur Samengewinnung. Strengstens wird darauf geachtet, dass sich die unterschiedlichen Kulturen nicht vermischen. Die Türen der Gewächshäuser dürfen nur kurz geöffnet werden, um zu verhindern, dass die Pflanzen durch eindringende Insekten fremdbestäubt werden.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
6 / 10

Schutzpackung: Die Sonnenblumen werden in Gatersleben einzeln mit Netzen umhüllt. Das verhindert, dass Vögel die Kerne fressen und so monatelange Arbeit zunichte machen. Die Ackerflächen der Genbank sind 80 Hektar groß und doppelt eingezäunt. Oberstes Gebot: Ungewollte Kreuzungen vermeiden, um die Sortenreinheit zu wahren.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
7 / 10

Penible Ordnung: Die Genbank hat rund 65 Mitarbeiter, die in sechs Bereichen arbeiten: Getreide, Hülsenfrüchte, Arznei- und Gewürzpflanzen, zwei Gruppen Gemüse und das Keimlabor. Rund 30.000 Muster verschickt die Genbank jährlich in die ganze Welt, an Züchter, Forscher oder botanische Gärten.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
8 / 10

Sicherheitskopie: Die kontrollierte Vermehrung der Samen stellt sicher, dass es sich bei den neuen Pflanzen um exakt dieselben Sorten handelt. Viele Proben sind mehrere Jahrzehnte alt. Diese ist von 1983. Die älteste Samenprobe am Institut ist eine Weizenlandsorte, die 1928 in den österreichischen Albtälern gesammelt wurde. Eine Sicherheitskopie der kompletten Genbank lagert auf der norwegischen Insel Spitzbergen - dort befindet sich ein riesiger, unterirdischer Bunker mit der weltgrößten Samenbank; alle Genbanken können hier Sicherheitsmuster hinterlegen.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
9 / 10

Der große Kürbis: Die Genbank in Gatersleben sammelt eine Fülle von Gemüsearten und -sorten.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft
10 / 10

Kleinstarbeit: Neue Samen werden sortiert, damit ausschließlich die besten Körner eingelagert werden. Das soll garantieren, dass sie auch noch nach vielen Jahren keimen können.

Foto: Forum Moderne Landwirtschaft