Gehaltsgefüge So viel zahlen US-Konzerne - und so viel deutsche

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Unternehmen in den USA müssen neuerdings Angaben zum Verhältnis ihrer Chefgehälter zu den Durchschnittsgehältern machen. Nachdem die sogenannten CEO-Pay-Ratios für 2017 inzwischen weitgehend publiziert wurden, hat sich die Beratungsfirma Equilar die Daten genauer angeschaut. Ergebnis: Im Schnitt von mehreren Tausend betrachteten US-Firmen verdiente der CEO rund 70 mal mehr als der durchschnittliche Mitarbeiter (CEO-Pay-Ratio 70:1).

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Zum Vergleich: In Deutschland führt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gemeinsam mit der Technischen Universität München einmal im Jahr eine ähnliche Untersuchung für die führenden hiesigen Konzerne durch. Hierzulande lag das Verhältnis der Chefgehälter zu den Durchschnittsgehältern in den 30 im Aktienindex Dax notierten Unternehmen demnach zuletzt bei 50:1. Dabei wurden allerdings die Durchschnittsgehälter aller Vorstandsmitglieder herangezogen, und nicht, wie in den USA, das in der Regel höhere Gehalt des Vorstandschefs. Andernfalls würde die Kennzahl auch hierzulande höher ausfallen.

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Ohnehin ist die Betrachtung derartiger Pay Ratios eine knifflige Angelegenheit, denn der Wert schwankt systembedingt stark von Branche zu Branche. Wirtschaftszweige, in denen viele geringfügig bezahlte Jobs zu vergeben sind, kommen beispielsweise auf größere Gehaltslücken zum Management. In den USA liegen etwa Konsumgüterhersteller mit CEO-Pay-Ratios von durchschnittlich 142:1 oder ...

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... Unternehmen des Dienstleistungssektors mit Ratios von im Schnitt 127:1 an der Spitze des Branchenrankings.

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Banken und andere Firmen der Finanzbranche dagegen kommen aufgrund ihres generell höheren Gehaltsniveaus auf geringere Ratio-Kennzahlen. Im Schnitt liegt sie in der US-Finanzbranche laut Equilar bei 46:1.

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Zum Vergleich: Beim deutschen Konsumgüterkonzern Henkel verdiente der Vorstandschef Kasper Rorsted 2015, also im letzten vollen Jahr seiner Amtszeit, 6,43 Millionen Euro. Als durchschnittliches Mitarbeitergehalt bei dem Konzern notierte die DSW mit der TU München 62.000 Euro. Ergibt eine CEO-Pay-Ratio von 103:1, was leicht unter dem aktuellen US-Schnitt für diese Branche liegt.

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Bei der Deutschen Post dagegen geben die DSW und die TU München für 2016 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) ein Durchschnittsgehalt von vergleichsweise geringen 39.000 Euro an.

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Vorstandschef Frank Appel allerdings erhielt im Jahr 2016 Bezüge in Höhe von insgesamt 5,7 Millionen Euro. So ergab sich für den Logistikkonzern eine CEO-Pay-Ratio von 146:1 - vergleichbar mit amerikanischen Verhältnissen in ähnlichen Konzernen.

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Bei der Deutschen Bank erhielt der seinerzeitige CEO John Cryan für das Jahr 2016 eine Gesamtvergütung von 3,84 Millionen Euro. Das durchschnittliche Gehalt bei dem Geldhaus lag in jenem Jahr laut DSW bei 119.000 Euro. Die CEO-Pay-Ratio lag also beim deutlich moderateren Wert von 32:1. Damit liegt die Deutsche Bank zwar unter dem Schnitt von 46:1 in den USA - der hiesige Branchenprimus bewegt sich aber nicht meilenweit entfernt davon.

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Das Unternehmen mit dem laut Equilar höchsten CEO-Pay-Ratio-Wert ist in den USA nach aktuellem Stand Weight Watchers. Dort verdiente die Chefin Mindy Grossman im Jahr 2017 insgesamt 35,5 Millionen Dollar. Der durchschnittliche Weight Watchers-Mitarbeiter dagegen kam im gleichen Zeitraum auf lediglich gut 6000 Dollar, was zu einer CEO-Pay-Ratio von sage und schreibe mehr als 5900:1 führt. Der Konzern erklärte die ungewöhnlich starke Schieflage allerdings damit, dass in den Bezügen der gerade neu gestarteten Chefin einige Positionen enthalten seien, die einmalig zugesprochen worden seien und künftig wegfielen.

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Auch die Fast-Food-Kette McDonald's wird von Equilar als Extrembeispiel genannt. Die CEO-Pay-Ratio bei dem Konzern: 3101:1

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Auf der anderen Seite gibt es speziell in den USA einige prominente Konzerne, deren Chefs vollständig oder weitgehend auf ein Gehalt verzichten. Hintergrund ist oft, dass die CEOs zugleich Großaktionäre des jeweiligen Konzerns sind und finanziell daher ohnehin unabhängig, wie beispielsweise Google-Gründer und Multimilliardär Larry Page, der an der Spitze von Alphabet lediglich einen Dollar im Jahr erhält.

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Auch Twitter-CEO Jack Dorsey verzichtet vollständig auf Bezahlung.

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In Deutschland ist der Fall SAP besonders bemerkenswert. CEO Bill McDermott sorgt seit einiger Zeit aufgrund seiner großzügigen Bezüge für Schlagzeilen. Das Gehaltsranking der Dax-Chefs für das Jahr 2016 etwa führte McDermott mit Gesamtbezügen von 13,7 Millionen Euro an. Zugleich verfügt SAP allerdings branchenbedingt über das mit 122.000 Euro höchste durchschnittliche Jahreseinkommen der Mitarbeiter unter allen 30 Dax-Unternehmen. Die CEO-Pay-Ratio bei dem Software-Konzern betrug damit zuletzt noch vergleichsweise moderate 112:1.

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