High Tech zum G20-Gipfel Wie Hamburg zur Rüstungsmesse wird

Als "Festival der Demokratie" wirbt Hamburg für den G20-Gipfel. Zugleich wird das Spitzentreffen jedoch zur Leistungsschau der Sicherheitstechnik.
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"Survivor 1" heißt der Panzer, den die Hamburger Polizei rechtzeitig zum G20-Gipfel beschafft hat. Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat zusammen mit dem österreichischen Fahrzeugbauer Achleitner MAN-Geländelastwagen aufgerüstet. Angeblich ist es das einzige Polizeifahrzeug, das auch Kalaschnikow-Beschuss standhält. Auch auf Atom-, Bio- oder Chemiewaffen ist der "Survivor" mit Detektoren und Notbelüftung eingestellt.

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Schon die neuen Uniformen mit kugelsicheren Helmen lassen vergessen, dass Hamburgs Innensenator Andy Grote für ein "Festival der Demokratie" warb. Der G20-Gipfel macht Hamburg eher zur Bühne für eine Leistungsschau der Sicherheitstechnik.

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Einsatzleiter Hartmut Dudde formulierte es so: "Wir werden die gesamte bundesdeutsche Polizei in Hamburg haben, eigentlich mit allem, was Polizeien so besitzen, sowohl an Technik als auch an anderem Equipment." Und das ist eine Menge.

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Der Wasserwerfer "Wawe 10000" ist schon fast Standard, gilt aber als modernstes Gerät seiner Art. Hersteller Rosenbauer, der auf einen Mercedes-Actros-Lkw aufsetzt, wirbt jedoch eher mit seinen Qualitäten als Lieferant der Feuerwehr.

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Per Joystick wird der Wasserstrahl von bis zu 3200 Litern in der Minute gesteuert. Dann reicht der Tank des 33-Tonnen-Monstrums für drei Minuten.

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Zu "allem, was Polizeien so besitzen", zählen auch eher ungewöhnliche Mittel wie dieser Rammbock, mit dem das nordrhein-westfälische SEK im Mai beim Sturm auf ein Kölner Hells-Angels-Vereinsheim zu sehen war.

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MARS heißt das Gefährt, kurz für Mobile Adjustable Ramp System. Die US-Firma Patriot3 baut dazu einen Ford F350-Truck aus.

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Aus europäischer Fertigung stammt der Hubschrabuer "Super Puma", mit dem die Bundespolizei bereits über die Hansestadt fliegt. Die vom Airbus-Konzern gelieferten Helikopter gerieten 2016 allerdings in heftige Kritik nach einem tödlichen Unfall bei einem Transport norwegischer Ölarbeiter über der Nordsee. Der Hauptrotor hatte sich gelöst, vermutlich wegen Materialermüdung. Anschließend verhängte die Europäische Agentur für Flugsicherheit für einige Monate ein Flugverbot.

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Wie schon zum OSZE-Außenministertreffen im Dezember, sind auch wieder Scharfschützen postiert, um die Staats- und Regierungschefs zu bewachen. SPIEGEL ONLINE zufolge wird das Scharfschützengewehr PSG1 eingesetzt, das auf 300 Meter Entfernung 50 Schuss in einen 80-mm-Kreis treffen könne.

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Laut "Focus" gehört zum G20-Einsatz sogar ein Kriegsschiff der Bundesmarine, das notfalls die Mächtigen schnell auf der Elbe aufnehmen und gen Nordsee schippern kann. Offiziell sei das Schiff zur Reparatur auf der Werft, ein in Hamburg nicht ungewöhnlicher Anblick. Die Soldaten wurden dem Bericht zufolge angewiesen, in zivil aufzutreten. So wird eine Diskussion über die Legalität des Einsatzes der Bundeswehr im Innern vermieden.

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Weniger auffällig sind diese Geräte, die dennoch voller Hightech stecken. Die Schweriner Firma Airsense Analytics liefert die Messgeräte namens GDA, um Gefahrstoffe wie Sprengstoffe oder radioaktives Material zu orten. "Das Gerät ist fast so sensibel wie eine Hundenase", sagte Airsense-Chef Wolf Münchmeyer der "Schweriner Volkszeitung". Spürhunde hat die Polizei natürlich auch.

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Ebenfalls auf Sprengstoff dressiert ist der Roboter "Teodor". Der ist "flexibel anpassbar an verschiedenste Anwendungsbereiche", wirbt die schwäbische Herstellerfirma Telerob.

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Standardmäßig greift "Teodor" mit einem Entschärfer zu. Seine Stärke ist jedoch der ferngesteuerte, automatische Werkzeugwechsel. Röntgen- und Metallsuchgerät gehören ebenso dazu wie eine Wasserkanone.

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Über die Mittel der deutschen Polizei hinaus geht das Equipment, das die ausländischen Delegationen mitbringen - vor allem die der USA, die ihren Präsidenten Donald Trump nur im eigenen Panzerwagen namens "Beast" chauffieren lassen. Die Hamburger Innenbehörde warnt davor, sich dem Secret Service in den Weg zu stellen. Der darf seine Waffen zwar nur zur Notwehr einsetzen, dürfte die Lage aber rigoros auslegen.

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Laut einem Bericht des "Playboy"-Reporters Jay Tuck bringen die Amerikaner auch ihre Überwachungstechnik nach Hamburg. Darunter seien die von diversen Kriegseinsätzen bekannten "Predator"-Drohnen - zwar nicht bewaffnet, aber mit dem ARGUS-IS Spionagesystem ausgerüstet, dessen Kameras auch durch Wolken und im Dunkeln hochauflösende Echtzeitbildern von hunderttausenden Menschen liefern können.

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Tuck schreibt auch von Militärrobotern, die durch Abwasserkanäle und U-Bahn-Schächte kriechen. Um welche Modelle genau es sich handelt, geht daraus nicht hervor.

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Die spektakulären, tierähnlichen Militärroboter von Boston Dynamics werden es wohl eher nicht sein. Die Produkte der Firma, inzwischen vom Alphabet-Konzern an Softbank verkauft, fielen bei Tests der Marines als zu laut durch.

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