Smalltalk-Futter für die Fußball WM So punkten Sie in der Spielpause

Den Spielern der eigenen Mannschaft vor der Glotze zuzurufen, wie sie zu spielen haben, ist während der WM bewährter Passiv-Sportler-Standard. Damit Sie nicht nur während des Spiels mit Fußballkompetenz punkten können, sondern auch mit Fakten jenseits des Feldes, hier etwas Futter für den Smalltalk.
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Wo sind die Inder?

Indien, ein Land mit deutlich mehr als 1,3 Milliarden Menschen, hat in der gesamten Geschichte der Fußballweltmeisterschaft noch kein einziges Mal teilgenommen. Zunächst gab es in der Cricket-Nation gar keinen indischen Fußballverband, dann zog sich das mit der Mitgliedschaft hin. Und später scheiterten die Inder einfach ziemlich oft in der Qualifikation. Der kurioseste Grund für eine Nicht-Teilnahme stammt allerdings aus dem Jahr 1930, den Anfängen der Fußballweltmeisterschaft, als noch gar keine Qualifikation für eine Teilnahme nötig war. Angeblich entschieden sich die Inder gegen eine Teilnahme, weil die Fifa ihnen nicht erlauben wollte, wie gewohnt barfuß und nur mit bandagierten Füßen zu spielen.

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Ein Torwart wurde immer dicker ...

Um zur WM nach Uruguay zu gelangen, nahmen viele Teams eine mehrwöchige Schiffsreise auf sich. Darunter auch das damalige Jugoslawien. Während der rund 20-tägigen, offenbar von Tanzen, Trinken und Singen geprägten Schiffsreise soll der jugoslawische Torwart satte 16 Kilo zugenommen haben. Entsprechend chancenlos waren die europäischen Teams. Den Sieg trug Uruguay davon - im Endspiel gegen Argentinien.

Foto: Hapag-Lloyd
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.Von einem geklauten Pokal ..

Der WM-Pokal, um den gekämpft wird, ist nicht der Originalpokal, sondern bereits offiziell der zweite in der Geschichte der WM. Der erste "Weltpokal", später zu Ehren des Fifa-Präsidenten und WM-Pioniers Jules Rimet in "Coupe Jules-Rimet" umgetauft, hat eine bewegte Geschichte. Im Vorfeld der WM 1966 lieh ihn sich der austragende englische Fußballverband zu Werbezwecken aus. Prompt wurde der Pokal gestohlen. Es gibt sogar Spekulationen, dass der Original-Pokal bereits in den 50er Jahren in Deutschland verschwand und durch eine Kopie ersetzt wurde ...

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Pickles sei Dank ...

Dass das gute Stück nach dem Diebstahl 1966 noch rechtzeitig zur WM wieder da war, ist einem kleinen Hund zu verdanken. Das Tier namens Pickles buddelte die Trophäe in einem Vorgarten im südlichen Londoner Arbeiterstadtteil Upper Norwood wieder unter einem Busch aus und wurde so zu einem Held der Nation. Sein Herrchen kassierte 6000 Pfund Finderlohn. Und Pickles wurde mit vielen Paketen Hundekuchen beschenkt und durfte beim Eröffnungsspiel in der VIP-Loge sitzen.

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Auf dem Pokal wird es langsam eng ...

Wenige Jahre später war es mit der Trophäe dann aber endgültig aus. 1983, 13 Jahre nachdem der brasilianische Verband sich durch seinen dritten Sieg im Finale den Pokal endgültig erspielt hatte, wurde das Original gestohlen. Ob er tatsächlich, wie von einigen vermutet, eingeschmolzen wurde oder sich still und leise ein Sammler daran erfreut, ist bis heute unklar. Der Brasilianische Fußballverband besitzt jedenfalls eine Kopie. Wie lange der aktuelle Pokal, um den 1974 das erste Mal gespielt wurde, noch genutzt werden kann, ist auch nicht klar. Zwar erhalten die Sieger nur noch eine vergoldete Bronze-Kopie der Trophäe. Der Pokal bleibt bei der Fifa. Doch da jede Siegermannschaft auf dem Original verewigt wird, könnte es ab 2028 platztechnisch eng werden. Dann muss sich die Fifa etwas Neues ausdenken.

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Das tödlichste Spiel

Das tödlichste WM-Spiel fand 1950 im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro statt. Rund 200.000 Besucher waren ins Stadion gekommen, um dem Spiel zwischen Brasilien und Uruguay beizuwohnen - in Erwartung eines Sieges für die Gastgeber. Für einen WM-Sieg Brasiliens hätte ein Unentschieden gereicht. Als Uruguay dann aber in der 66 Minute den 1:1 Ausgleich erzielte und Alcides Edgardo Ghiggia in der 79 Minute dann auch noch das 2:1 für Uruguay erzielte, war die Bestürzung der Brasilianer riesengroß. Auf einmal herrschte Totenstille im Stadion. Noch Stunden nach dem Spiel saßen Zehntausende Menschen stumm im Stadion. Bei den Aufräumarbeiten später wurden vier Leichen gefunden. Drei Besucher waren offenbar an einem Herzinfarkt gestorben. Ein Fan hatte sich offenbar aus Verzweiflung die Tribüne hinabgestürzt.

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Fette Prämien statt Kaffee-Service ...

Sollten Jogis Jungs bei der WM in Russland den Siegerpokal erringen, erhält jeder Spieler vom DFB eine Prämie von 350.000 Euro, 50.000 Euro mehr als bei der letzten WM. Für die Frauen wäre bei einem WM-Titel hingegen gerade einmal 65.000 Euro rausgesprungen, weniger als ein Fünftel der Männerprämie. Aber immerhin ein Fortschritt gegenüber der EM 1989. Da bekamen die deutschen Fußballfrauen nach dem Sieg ein 41-teiliges Kaffeeservice.

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Katze statt Krake

Krake Paul, der als Orakel mit seiner Treffsicherheit international für Furore sorgte, hat bei der WM in Russland eine Nachfolgerin gefunden. Eine taube Katze aus der St.Petersburger Eremitage soll den Job des mittlerweile verstorbenen Pauls übernehmen. Das Tier namens Achilles hatte sich Presseberichten zufolge beim Confed Cup 2017 für den Job empfohlen, als es den Sieg Russlands gegen Neuseeland vorhersagte. Wie Paul musste sich die Katze zwischen zwei Behältnissen mit Nahrung entscheiden, die jeweils mit der Flagge der beteiligten Mannschaften markiert waren. Ob Achilles mit der Treffsicherheit Pauls mithalten kann, muss sich allerdings noch erweisen. Paul hatte einiges vorgelegt und für alle sieben Spiele mit deutscher Beteiligung sowie das Finale den korrekten Sieger vorhergesagt.

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Das Rätsel um die WM-Babys

"Kinder des Nachspiels" titelte 2007 die FAZ in einem Bericht über einen angeblichen Geburten-Boom nach dem Sommermärchen von.2006. Damals hatten einige Kliniken neun Monate nach der WM über rapide ansteigende Geburtenzahlen berichtet. Später erwies sich das Ganze allerdings als Ente. Den Geburtenrückgang konnte auch die WM nicht umkehren. Mittlerweile haben sich sogar Wissenschaftler des Rätsels um WM-Babys angenommen. Fazit: 1978 und 1994 haben in den WM-Siegerländern Argentinien und Brasilien die Geburtenzahlen signifikant zugelegt. In Mexiko, das das Event 1970 und 1986 ausrichtete, sind die Geburten hingegen sogar deutlich zurückgegangen. Fazit: Nichts Genaues weiß man nicht.

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Rote Karte

Die Rote Karte ist aus dem internationalen Fußball nicht mehr wegzudenken. Während der Fußball -WM wird sie allerdings erst seit der WM 1970 in Mexiko verhängt, nachdem es bei dem Turnier davor im Jahr 1966 beim Spiel zwischen Argentinien und England zu tumultartigen Szenen gekommen war. Damals hatte ein argentinischer Spieler einen Platzverweis des deutschen Schiedrichters Rudolf Kreitlein mehrere Minuten lang nicht befolgt, worauf englische Spieler auf die Barrikaden gingen und ebenfalls verwarnt wurden.
Die berühmteste Rote Karte der WM-Geschichte erhielt der Franzose Zinedine Zidane, der im WM-Endspiel gegen Italien mit einem Kopfstoß auf eine Beleidigung seines Gegenspielers reagierte. Italien wurde Weltmeister.

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Ein Feiertag für die WM-Qualifikation

Nachdem sich sein Land das erste Mal überhaupt für die Fußball-Weltmeisterschaft quailifzieren konnte, hat der panamaische Präsident Juan Carlos Varela den 11. Oktober 2017 spontan zum Feiertag erklärt. Es sei „ein historischer Tag für das Land“, twitterte der Präsident begeistert nach der gelungenen Qualifikation. Freuen konnten sich neben den Staatsbediensteten und den meisten Angestellten im Privatsektor auch die Schüler. Sie bekamen per Dekret schulfrei.

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Unbesiegt - wider Willen

Für die USA hat es für die WM 2018 das erste Mal seit 1986 leider nicht gereicht. Das US-Team schaffte die Qualifikation nicht (wie unter anderem auch Italien und die Niederlande). Während sich der US-Sender Fox, der angeblich umgerechnet rund 322 Millionen Euro für die Übertragungsrechte ausgegeben hatte, ziemlich ärgern dürfte, nahmen einige Fußballfans das Aus mit Humor. Sie verkauften Schals mit der Aufschrift. "Unbesiegt: Du kannst nicht verlieren, wenn du nicht spielst.“

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Ein Vermögen für Panini

682 Sticker – so viele Aufkleber würde ein komplett gefülltes Panini-Album für die Fußball WM 2018 in Russland enthalten. Laut Mathematikern müssten Sammler dafür im Schnitt rechnerisch ganze 4832 Sticker, also 987 Panini-Tütchen, kaufen, um das komplette Panini-Heft zu füllen. Ein Unterfangen, dass satte 870,30 Euro kosten würde. Gottseidank gibt es ja die Möglichkeit, zu tauschen. Befindet sich der Sammler in einer Tausch-Gruppe von zehn Leuten, kostet das Vervollständigen im Schnitt rein rechnerisch "nur noch" 282,27 Euro.

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