Die wichtigsten Fußball-Transfers des Sommers Alles, was gut und teuer ist

Nichts geht mehr! In fast allen großen europäischen Ligen hat sich das Transferfenster geschlossen. Zeit für eine Bilanz der Wechselperiode: von A wie Anthony Modeste bis Z wie Zlatan Ibrahimovic.
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Der Teuerste: Neymar (vom FC Barcelona zu PSG, 222 Millionen Euro)
Zum Rekordtransfer des brasilianischen Angreifers ist bereits alles gesagt worden. 222 Millionen Euro ließen sich die katarischen Eigentümer von Paris Saint-Germain die nächste Ausbaustufe des französischen Hauptstadtklubs kosten. In der Ligue 1 startete Neymar mit je drei Treffern und drei Assists in den ersten zwei Spielen spektakulär; entscheidend wird aber sein, ob es PSG durch diesen Kraftakt gelingt, neben dem siebten Meistertitel endlich auch in der Champions League mindestens das Halbfinale zu erreichen.

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Der Zweitteuerste: Kylian Mbappé (von AS Monaco ebenfalls zu PSG, 180 Millionen Euro)
Wie ernst PSG es meint, dokumentieren auch die geschätzt 180 Millionen, mit denen man Supertalent Kylian Mbappé vom Meister AS Monaco verpflichtet hat, beziehungsweise: verpflichten wird. Die Ablöse soll nämlich erst im nächsten Jahr fließen, der Spieler aber bereits ausgeliehen werden. So lassen sich die Vorgaben des Financial Fairplay der Uefa umgehen oder zumindest in die Saison 2018/2019 verschieben. Im Windschatten des Neymar-Wechsels, der noch einmal 42 Millionen mehr kostete, erscheint die zweithöchste Ablösesumme, die je für einen Spieler bezahlt wurde, fast schon bescheiden.

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Das Gegengewicht: Dani Alves (von Juventus zu PSG, ablösefrei)
Die katarischen Bosse verpflichten einfach ohne Sinn und Verstand Offensivstars? Zu einfach: Mit Dani Alves wurde auch ein Star für die Defensive verpflichtet, und zwar ohne großen finanziellen Aufwand. Der brasilianische Nationalspieler kam von Juventus und hat in Paris einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Bei Juve spielte der Routinier nur in der Vorsaison und erreichte mit den Italienern das Champions-League-Finale. Zuvor hatte Alves acht Jahre beim FC Barcelona unter Vertrag gestanden.

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Der vielleicht Cleverste: Leonardo Bonucci (von Juventus zur AC Mailand, 42 Mio. Euro)
Die AC Mailand will - mit der Unterstützung eines chinesischen Investors - zurück zu alter Stärke und verpflichtete mit Leonardo Bonucci einen neuen Defensivstar. Der Doppelnutzen: Damit reißt Milan auch die berühmte BBC-Abwehr (Bonucci-Barzagli-Chiellini) des Serienmeisters Juventus auseinander, der zuletzt sechsmal in Folge den Scudetto gewonnen hat. Wird die Serie A eventuell wieder spannend?

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Der Logischste: Romelu Lukaku (vom FC Everton zu Man United, 84,7 Mio. Euro)
Als Zlatan Ibrahimovic sich am 20. April 2017 in der Europa League verletzte und kurz darauf die Diagnose Kreuzbandriss verkündet wurde, war klar, dass Manchester United für das Folgejahr einen neuen Torjäger verpflichten würde. Der Blick fiel offensichtlich auf die Torschützenliste der Premier League: Die Nummer eins, Harry Kane (29 Treffer), bekam man nicht, wohl aber die Nummer zwei, Romelu Lukaku, der für Everton 25 Tore in 37 Spielen erzielt hatte. Die knapp 85 Millionen Euro waren offensichtlich gut investiert: In den ersten drei Saisonspielen für United traf Lukaku drei Mal, sein neuer Klub führt die Premier League an.

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Der Zweite-Reihe-Superstar: Álvaro Morata (von Real Madrid zum FC Chelsea, 65 Mio. Euro)
Ein 24 Jahre alter Angreifer, der bereits in drei Champions-League-Endspielen mitwirkte - und trotzdem immer noch ein wenig in der zweiten Reihe der europäischen Top-Stürmer steht? Ja, den gibt es. Álvaro Morata hat bei Real Madrid und Juventus bereits seine Torgefahr bewiesen, stand dabei aber oft noch im Schatten der noch größeren Superstars Cristiano Ronaldo oder Carlos Tévez. In seiner neuen Rolle als alleinige Spitze von Antonio Contes Chelsea scheint Morata sich zumindest sehr wohl zu fühlen. Seine Bilanz der ersten drei Premier-League-Spiele: zwei Tore und zwei Assists.

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Münchens neuer Rekordmann: Corentin Tolisso (von Olympique Lyon zum FC Bayern, 41,5 Mio. Euro)
Für keinen Spieler hat der FC Bayern jemals mehr Geld ausgegeben. Corentin Tolisso kostete sogar noch ein wenig mehr als Javi Martínez, der bislang teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Der Spanier war 2012 für 40 Millionen Euro von Athletic Bilbao nach München gewechselt. Gleich bei seiner Bundesliga-Premiere erzielte Tolisso seinen ersten Treffer, mittelfristig soll er in die großen Fußstapfen von Xabi Alonso treten.

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Der Preis-Leistungs-Sieger: Sebastian Rudy (von 1899 Hoffenheim zum FC Bayern, ablösefrei)
Die kostengünstige Alternative zu Tolisso kam vom Ligakonkurrenten aus Hoffenheim: Sebastian Rudy, auf vielen Positionen einsetzbar, Nationalspieler, ablösefrei. Nach den ersten beiden Spieltagen mit der zweitbesten Passquote bei den Münchnern (92,5 Prozent) und einem Assist, jetzt schon einer der Preis-Leistungs-Sieger des Transfersommers. Prognose: Rudy wird auch in München seine Einsatzzeiten bekommen.

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Die Granate: James Rodríguez (von Real Madrid zum FC Bayern, 13 Mio. Euro Leihgebühr)
"Wenn man den Kader verstärken will, dann muss man Granaten kaufen", hatte Uli Hoeneß zum Beginn des Transfersommers gesagt. In der Bewertung von James Rodríguez sind sich die Beobachter noch uneinig: Ist der kolumbianische WM-Star von 2014 nun eine Granate oder nicht? (Thomas Müller hofft: nicht.) Das Risiko ist vergleichsweise überschaubar: Schlägt Rodríguez, der noch auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz für seinen neuen Klub wartet, wirklich ein, kann ihn der FC Bayern für ca. 40 Millionen Euro fest verpflichten.

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Die Wette auf die Zukunft: Serge Gnabry (von Werder Bremen zum FC Bayern, 8 Mio. Euro, ausgeliehen an 1899 Hoffenheim)
Auch dieser Deal erscheint auf den ersten Blick sehr sinnvoll: Serge Gnabry, der gerade erst seinen 22. Geburtstag feierte, zählte im Vorjahr zu den Leistungsträgern in Bremen, wurde bereits zum Nationalspieler. Gemessen an den Preisen, die in Europa (und China) aktuell aufgerufen werden, ein absolutes Schnäppchen - das erst einmal in Hoffenheim geparkt wird.

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Das Renditemonster: Ousmane Dembélé (vom BVB zum FC Barcelona, 105 Mio. Euro plus Bonus)
Viel moralinsaurer Unsinn wurde geschrieben über Ousmane Dembélés Abgang aus Dortmund. Sein Fernbleiben von Training, die Suspendierung, am Ende ein wenig Gefeilsche - nichts, was die Branche noch nie zuvor erlebt hätte. Fazit: Der BVB profitiert wie kein anderer Klub von der Neymar-Sondersituation auf dem Transfermarkt, greift bis zu 140 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen für einen Spieler ab, der zwölf Monate zuvor für 15 Millionen aus der Ligue 1 gekommen war. Das reichte komfortabel, um Andriy Yarmolenko nachzuverpflichten.

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Der Rätselhafteste: Paulinho (von Guangzhou Evergrande zum FC Barcelona, 40 Mio Euro)
Kaum ein Transfer hat in diesem Sommer so viel Stirnrunzeln hervorgerufen wie der Wechsel des Brasilianers zum FC Barcelona: Der mittlerweile 29 Jahre alte Paulinho war schon kein Superstar in der Premier League, wechselte 2015 - also vor dem ganz großen Fußballhype in der chinesischen Super League - nach Guangzhou und kehrt nun für 40 Millionen Euro Ablöse zurück nach Europa. Weiß der Mann etwas über Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu? Sind dessen Baufirmen gar geschäftlich mit dem chinesischen Evergrande-Konzern verbunden? Oder täuschen wir uns alle in Paulinho?

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Die nächste Generation: Dan-Axel Zagadou (von Paris Saint-Germain zu Borussia Dortmund, ablösefrei)
Der nächste Volltreffer des BVB? Zagadou ist erst im Juni 18 Jahre alt geworden, überzeugte den neuen BVB-Coach Peter Bosz aber auf Anhieb so sehr, dass er an beiden bisherigen Bundesligaspieltagen der BVB-Startelf angehörte. 1,96 groß, dafür sehr beweglich, spielt seit der U16 für Frankreich. Einer der interessantesten Neulinge dieser Bundesligarunde.

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Der U21-Star: Jeremy Toljan (von 1899 Hoffenheim nach Dortmund, ca. 7 Mio Euro)
Die Dembélé-Millionen mussten wieder in den Markt - und beim BVB hat man in der Sommerpause offensichtlich ganz genau hingeschaut. BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Jeremy Toljan war einer der Garanten für den Titelgewinn der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft." Richtig, dazu ist der 23-Jährige gleich auf beiden Defensivflügeln einsetzbar. Toljan bekam gleich einen Fünfjahresvertrag in Dortmund.

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Der Taktikfreund: Antonio Rüdiger (von der AS Rom zu Chelsea, 35 Mio. Euro)
Wenn Antonio Conte einen Verteidiger unbedingt haben möchte, muss er etwas können. Der italienische Coach sei "einer der Hauptgründe" für den deutschen Abwehrspieler gewesen, aus Rom zum englischen Meister zu wechseln. An den ersten drei Ligaspieltagen stand Rüdiger dreimal in der Startformation, Chelsea kassierte allerdings insgesamt vier Tore. Hatten sich beide Seiten sicher anders vorgestellt - die Saison ist aber noch lang.

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Der Geduldigste: Naby Keïta (von RB Leipzig zum FC Liverpool, 70 Mio. Euro)
"Für uns war immer klar, dass Naby Keïta diese Saison bei uns spielt - und das war auch nicht verhandelbar", sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. Der Rest offenbar schon. Heute zahlen, morgen liefern - das ist das Modell für den Wechsel des 22 Jahre alten Mittelfeldspielers. Liverpool überweist jetzt ca. 15 Millionen Euro nach Leipzig, der Spieler wechselt aber erst zum 1. Juli 2018 an die Anfield Road, dann werden weitere 55 Millionen fällig. Für beide Seiten ein guter Deal: Jürgen Klopp bekommt seinen Wunschspieler, Leipzig im Gegenzug zehn Monate Zeit, einen Ersatz für den einzigen unersetzbaren Spieler des Teams zu suchen.

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Der Vielseitige: Kevin Kampl (von Bayer Leverkusen zu RB Leipzig, 20 Mio. Euro)
Oder ist Kevin Kampl bereits der Ersatzmann? Der slowenische Nationalspieler kann auf fast allen Mittelfeldpositionen spielen, vor allem als präziser Ballverteiler vor der Abwehr könnte Kampl Leipzig neue Optionen geben. Ein Indiz, dass Vizemeister RB sich auf mehr Spiele mit Favoritenrolle und höherem Ballbesitz einstellt?

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Der Ehrlichste: Anthony Modeste (vom 1. FC Köln nach Tianjin Quanjian, ca. 35 Mio. Euro)
Es war der erste Aufreger der Transferperiode: der Kaugummi-Transfer des Kölner Torjägers Anthony Modeste. Elf Millionen Euro netto soll der 25-Tore-Mann in China verdienen - das war verlockender als die Aussicht, mit dem FC nach 25 Jahren die Rückkehr in den Europapokal zu feiern. Die Konstruktion ist ähnlich wie bei Mbappé. Zunächst wird Modeste nur verliehen, in zwei Jahren greift dann eine Kaufverpflichtung.

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Die Auferstehung: Zlatan Ibrahimovic (von verletzt und vereinslos zu Manchester United)
Eine weitere überraschende Transfergeschichte: Der Schwede Zlatan Ibrahimovic war 2016 ablösefrei von PSG nach Old Trafford gewechselt, für United hatte der 35 Jahre alte Stürmer wettbewerbsübergreifend 28 Tore erzielt - sich im April aber das Kreuzband gerissen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, mit Romelu Lukaku zudem für viel Geld ein neuer klassischer Mittelstürmer verpflichtet. Egal, denn Ibrahimovic "kann als 9 oder als 10 spielen", sagte Trainer José Mourinho - und überredete Ibrahimovic zu einem Comeback. Er erhielt einen neuen Einjahresvertrag, kann wahrscheinlich aber erst in der Rückrunde mitwirken.

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Der Beleidigte: Benedikt Höwedes (von Schalke 04 zu Juventus, 3,5 Mio. Leihgebühr)
Ein Deal, der am Ende für alle Beteiligten sinnvoll ist: Benedikt Höwedes wurde nach 16 Jahren Klubzugehörigkeit vom neuen Schalker Trainer Domenico Tedesco aussortiert. Das Angebot des italienischen Rekordmeisters, der neue Optionen für die Defensive benötigt, kam da gerade recht, auch um sich die Chance auf eine WM-Teilnahme 2018 zu erhalten.

Foto: Ina Fassbender/ dpa
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Der zweite Anlauf: Mohamed Salah (von der AS Rom zum FC Liverpool, 42 Mio. Euro)
In der ägyptischen Nationalelf ist Mohamed Salah längst der Superstar: Der mittlerweile 25-Jährige sorgte einst beim FC Basel für Furore. Top-Klubs wurden auf ihn aufmerksam, den Zuschlag bekam 2014 der FC Chelsea für eine Ablösesumme von 16,5 Millionen Euro. Nach einem durchwachsenen ersten Anlauf in England spielte der Rechtsaußen zuletzt beim AS Rom - und zwar richtig gut. In der Serie A gelangen ihm in der vergangenen Saison 15 Treffern und 13 Torbereitungen in 31 Spielen. Salah könnte das Puzzlestück werden, das den FC Liverpool (noch) näher an die Spitze der Premier League heranbringt.

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Der Bunteste: Kevin-Prince Boateng (von UD Las Palmas zu Eintracht Frankfurt, ablösefrei)
Wenn es Niko Kovac gelingt, Kevin-Prince Boateng bei Laune zu halten, wird alles wunderbar. Dass Boateng dem wieder einmal neu sortierten Frankfurter Team helfen kann, steht außer Frage. Boateng kickte unter anderem bei Tottenham, dem BVB und Milan - seine Erfahrung könnte noch extrem wichtig für die Eintracht werden. "Wir bekommen mit ihm sehr viel Variabilität, sehr viel Mentalität und sehr viel Erfahrung in die Mannschaft. Er wird für den Klub alles geben", sagte Kovac.

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
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