Frühstückstypen im Büro Sind Sie Heuchler, Luxusweibchen oder Spielkind?

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Wer morgens an den Schreibtischen der Kolleginnen und Kollegen vorbeischlendert, kann einiges über sie lernen. Hier ist die Typologie der Büro-Frühstückstypen (und ja, natürlich gibt es auch Luxusmännchen und weibliche Workaholics).

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Der Häusliche

Arbeitest du noch oder wohnst du schon? Dieser Kollege fühlt sich im Büro richtig wohl. Das Regalfach, das eigentlich für die Ordner der Buchhaltung vorgesehen ist, hat er mit Müslipackungen, eigenem Geschirr und einer Großpackung Yogitee bestückt. Morgens wird dann erstmal fein der Schreibtisch gedeckt, bevor es ans ausgedehnte Frühstücken, äh, Arbeiten geht.

Weitere Accessoires: Birkenstocks oder Antirutschsocken. Weil man nicht den ganzen Arbeitstag in seinen Draußenschuhen verbringen will. Schließlich soll ein Büro vor allem eines sein: Gemütlich. Deshalb stehen auch Fotos von den Kindern auf dem Schreibtisch - und an der Wand hängen ein paar Kunstwerke, die nur durch ein sehr liebendes Elternauge als solche zu erkennen sind. In der Schublade: Handcreme, Hustenbonbons, Kopfschmerztabletten, Zahnseide, Einkaufstüten. Das Stövchen für den Yogitee musste dieser Frühstücks-Typ zu seinem Bedauern allerdings wieder mit nach Hause nehmen, seit es den Feueralarm ausgelöst hat und das ganze Stockwerk evakuiert wurde.

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Der Sachliche

Sein Schreibtisch ist leer. Bis auf eine Flasche Mineralwasser, die er den Tag über trinkt und abends leer wieder mitnimmt. Gefrühstückt hat er natürlich zu Hause, was genau, weiß man nicht, weil er sich ungern in die Karten schauen lässt und wenig über Privates redet. Er ist ja schließlich zum Arbeiten hier, nicht zum Frühstücken. Können wir jetzt dann bitte endlich über das IT-Update reden? Danke.

Weitere Accessoires: Keine. Allenfalls eine Bildschirmbrille, die er in einem eigenen Etui in der Schreibtischschublade aufbewahrt und nicht mit nach Hause nimmt.

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Das Luxusweibchen

Kaffee aus einem angeschlagenen Bürobecher unklarer Provenienz? Undenkbar. Das Luxusweibchen setzt schon beim Frühstück auf Distinktion durch Accessoires: Ihren mitgebrachten Tee (First Flush) trinkt sie aus einer handbemalten Meissener Tasse, die sie eigens fürs Büro angeschafft hat. Dazu nimmt sie gerne ein Häppchen. Stullen? Ebenfalls undenkbar. Gerne schaut das Luxusweibchen auf dem Weg zur Arbeit noch einmal beim Deli-Händler ihres Vertrauens vorbei und wählt dort ein, zwei farblich passende Kanapees aus. Wenn das zeitlich nicht drin ist, hat sie in ihrer Schublade immer noch eine Packung schottischer Butterkekse (die guten von Walker's) und eine Schachtel Pralinen (100 Gramm ab acht Euro). Passt auch gut zum Tee.

Weitere Accessoires: Den werkseitig zur Verfügung stehenden Schreibtischstuhl hat sie durch das (eigentlich Vorstandsmitgliedern vorbehaltene) Vitra-Luxusmodell im Eames-Design ersetzen können. Als damals Dr. Kobler überraschend und etwas hastig das Unternehmen verlassen musste und sein Büro aufgelöst wurde, ergab sich halt die Gelegenheit dazu. Und ihre Bürokopfhörer sind von Bose. Die Billigdinger, die die Firma für die Mitarbeiter angeschafft hat, sind im Grunde unzumutbar. Dass sie die selbst bezahlt hat, betont sie gerne, dann kommen auch weniger Fragen nach dem Vitra-Sessel auf.

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Die Sportlerin

Ernährung ist ein wichtiger Teil des Trainings. Die Arbeit ist eigentlich nur eine aktive Pause zwischen den Trainings. Ihr Frühstück ist durchgeplant: Zuhause gibt es Müsli mit Chiasamen, im Büro dann um Punkt 10.40 Uhr einen Energieriegel aus dem Sportfachhandel oder einen grünen Smoothie. Die Sportlerin ist die einzige, die gerne mal im Sekretariat vorbeischaut, nur um dann demonstrativ NICHT in die Dose mit den Gummibärchen zu greifen.

Weitere Accessoires: Eine Sporttasche und Laufschuhe für das Training in der Mittagspause. Außerdem eine Tube Schmerzgel für kleinere Gelenkbeschwerden, Blasenpflaster und Kinesio-Tape. Ach ja, und natürlich ihr Rennrad, das sie lieber nicht draußen parkt, sondern hinter den Schreibtisch stellt.

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Der Workaholic

Frühstück? Keine Zeit! Zwei Tassen Espresso müssen reichen. Die nimmt er auch gleich beide zusammen aus der Kaffeeküche mit, weil: Keine Zeit! Die leeren Tassen von gestern stehen noch hinten auf dem Schreibtisch, weil er, genau: keine Zeit hatte, sich darum zu kümmern. Natürlich bekommt auch der Workaholic irgendwann Hunger, aber dafür gibt es ja die Süßigkeitenschale im Sekretariat. Und den Keksteller im Meeting. Mittagessen muss leider auch ausfallen. Wie der Workaholic seine Energiebilanz trotzdem immer ins Positive dreht, bleibt ein Rätsel: Sein BMI liegt jedenfalls über dem Durchschnitt. Wahrscheinlich legt er nach Feierabend dafür eine Extraschicht ein.

Weitere Accessoires: Viele Papiere, Notizen, Infomaterial. Der Workaholic hat keine Zeit. Auch nicht dafür, seinen Kram selbst wegzuräumen. Das Reinigungspersonal zieht wahrscheinlich Streichhölzchen, welche arme Socke seinen Arbeitsplatz reinigen muss.

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Die Heuchlerin

Wer am Schreibtisch der Heuchlerin vorübergeht, fühlt sich gleich ein bisschen minderwertig: Da steht schon zum Frühstück ein Tellerchen mit fein geschnittenem Obst und Gemüse, Möhrenschnitze flankieren saftige Apfelspalten, und dazwischen lugen ein paar Nüsse hervor. Dazu gibt es ungesüßten Tee. Gleich nimmt man sich vor, sich selbst ebenfalls gesünder zu ernähren, und auch der Vorgesetzte findet lobende Worte für die Mitarbeiterin, die im Interesse niedriger Betriebskosten die eigene Gesundheit so pflegt. Was sie alle nicht wissen: Zwar nimmt sich die Heuchlerin morgens vor, sich ab heute aber wirklich mal besser zu ernähren. Aber sie belügt sich selbst. Denn am Nachmittag sind die Möhrenschnitze immer noch da. Nicht mehr da indes sind die Tafel Schokolade und die Gummibärchen, die sie dezent im Schreibtisch versteckt hatte.

Weitere Accessoires: Fahrradklammern für die Hose (sie ist immer mit dem Auto da) und Fortbildungsbroschüren für Wochenendseminare (an den Wochenenden sieht sie eigentlich immer nur alberne TV-Serien aus den 80ern, gerne fünf, sechs Folgen am Stück).

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Das Spielkind

Werde bloß nicht erwachsen - es ist eine Falle! Das ist das Motto des Spielkinds, das es in allen Altersgruppen gibt. Wenn es Glück hat, hat es daheim jemanden, der ihm ein liebevoll belegtes Butterbrot macht, Möhren-Blümchen dazu schnitzt und beides in eine grellbunte Pausenbrotdose packt. Gerne auch ein Duplo oder mal ein Überraschungsei dazu, dessen Inhalt dann unter großem Gewese im Kollegenkreis zusammengebaut wird. Dazu gibt es Beuteltee aus einem XL-Becher mit lustigem Aufdruck ("Anstaltsleitung", "Jahaa, mach ich, aber nicht jetzt", "Most stressed Person").

Weitere Accessoires: Eine Minidrohne, die ab und an mit einem lustigen Spruchband durchs Büro fliegt. An der Wand lustige Gruppen-Selfies mit Kollegen vom Fotoautomaten, der auf dem letzten Betriebsfest der Renner war. Gerne auch eine Dartscheibe und den obligaten Mini-Basketballkorb über dem Abfalleimer, der selbst das Wegwerfen von Gesprächsnotizen noch zum kleinen Event macht. Was haben wir für einen Spaß hier!

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