Jahresrückblick Die Gewinner und Verlierer des Jahres 2011

Manager kamen und gingen, Politiker stolperten über Affären und junge Firmengründer eroberten die Welt. Für wen war das Jahr 2011 erfolgreich, wer blieb auf der Strecke? Ein Überblick.
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Verlierer des Jahres: Einen solchen Absturz hat es in der deutschen Politik selten gegeben. Vom Shooting-Star, Verteidigungsminister und Kanzleranwärter zum ertappten Plagiator und zur Persona non grata in Medien und Politik - das Jahr verlief nicht gut für Karl-Theodor zu Guttenberg.

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Guido Westerwelle: Auch der Außenminister legte 2011 eine Bauchlandung hin, verlor den Parteivorsitz der FDP und den Posten als Vizekanzler.

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Giorgos Papandreou: Gekämpft und verloren. Der ehemalige griechische Ministerpräsident schien das Krisenmanagement leidlich über die Bühne zu bringen - bis er anfang November auf die merkwürdige Idee kam, die entscheidenden Gipfelbeschlüsse der Euro-Zone zur vorläufigen Rettung Griechenlands noch einmal seinem Volk zur Abstimmung vorzulegen. Von dem Vorhaben musste Papandrou nach internationalem Druck ablassen - von seinem Job als Regierungschef ebenfalls.

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Léo Apotheker: Eindeutig einer der Verlierer des Jahres 2011. Fulminant bei zwei Weltunternehmen zu scheitern, ist ein hartes Los. Sowohl beim deutschen Softwareriesen SAP als auch beim weltgrößten PC-Hersteller Hewlett Packard war Léo Apotheker als Reformer angetreten. Und stets ging der 58-Jährige im Streit. Bei SAP soll er Mitarbeiter und Kunden mit einer rauen Art verärgert haben. Bei HP riss er mit einem Konzernumbau den Aktienkurs in die Tiefe. Apothekers Plan, das PC-Geschäft wieder abzustoßen, wurde von Nachfolgerin Meg Whitman nur kurz darauf wieder rückgängig gemacht.

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Rupert Murdoch: Auch er hatte es in 2011 nicht leicht. Jahrzehntelang baute der Australier ein beispielloses Medienimperium auf, jetzt muss der 80-Jährige weitgehend hilflos zusehen, wie der Abhörskandal um britische Boulevardzeitungen sein Lebenswerk in Gefahr bringt. Die Übernahme des Fernsehanbieters BSkyB musste Murdoch bereits abblasen, sein Sohn James scheint als Kandidat für die Spitze der News Corp. irreparabel beschädigt, der Skandal geht immer tiefer.

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Rajat Gupta: Der Mann aus Indien hatte es eigentlich ganz nach oben geschafft. Zehn Jahre lang war er Chef der einflussreichen Unternehmensberatung McKinsey, er saß im Verwaltungsrat des Wall-Street-Juwels Goldman Sachs und des Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Rajat Gupta hatte alles - doch offenbar nicht genug. Der Leben des 62-Jährigen als angesehener Wirtschaftsfachmann endete in diesem Jahr abrupt, nachdem sein Name im Insiderhandelsskandal um den Hedgefonds Galleon fiel. Gupta soll Galleon-Gründer Raj Rajaratnam Firmengeheimnisse verraten haben.

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Dominique Strass-Kahn: Als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zählte der Franzose zu den mächtigsten Männern der Welt. Reich, elegant, respektiert - und vielleicht Frankreichs nächster Präsident. Doch all das war auf einen Schlag Vergangenheit als ein Zimmermädchen aus einem New Yorker Hotel ihn der Vergewaltigung bezichtigte. Später wurde sie als unglaubwürdig eingestuft, die US-Justiz ließ die Anklage fallen, Spekulationen über ein Komplott machten die Runde - doch die Karriere des 62-Jährigen ist schwer beschädigt.

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Christine Lagarde: Mit dem Fall von Dominique Strauss-Kahn schlug die Stunde der 55-jährigen Finanzexpertin. Sie wurde zur ersten Frau an der Spitze des IWF - so wie sie zuvor als erste Anwältin die Führung einer der größten US-Kanzleien übernahm und die erste Finanz- und Wirtschaftsministerin Frankreichs war. Als Anwältin sammelte sie bereits internationale Erfahrung, wertvolle Kontakte und Verhandlungsgeschick. Zudem spricht sie makelloses Englisch. Eine der größten Gewinnerinnen des Jahres 2011.

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Martin Winterkorn: 2011 war eines der erfolgreichsten Jahre für die deutsche Autoindustrie. Zu den strahlenden Siegern gehören daher auch der Volkswagen-Chef sowie ...

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... BMW-Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer, vom manager magazin zum "Manager des Jahres" gekürt.

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Mark Zuckerberg: Während in großen Teilen der Wirtschaftswelt gedrückte Stimmung herrscht, geht es für Facebook und den 27-jährigen Firmengründer nur nach oben. Mehr als 800 Millionen Mitglieder, Milliardenumsätze - selbst die ständigen Attacken von Datenschützern scheinen am weltgrößten Onlinenetzwerk abzuprallen. Im kommenden Jahr dürfte der Studienabbrecher unter die reichsten Menschen der Welt kommen. Wenn die Gerüchte über den angestrebten Börsenwert stimmen, wird er mehr als 24 Milliarden Dollar auf die Waage bringen.

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Sergio Marchionne: Als der hemdsärmelige Manager 2004 an die Spitze von Fiat vorrückte, sah es nach einem Himmelfahrtskommando aus: Sinkende Verkäufe, Qualitätsprobleme, Ärger mit Gewerkschaften. Der 59-Jährige schaffte es aber nicht nur, mit harter Hand den italienischen Traditionskonzern aus der Krise zu führen, sondern sanierte nebenbei auch noch den amerikanischen Pleitekonzern Chrysler, den Schwächsten der drei großen der US-Autobauer. Das machte ihn zu einem Hoffnungsträger der schwächelnden Autobranche.

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