Chefs auf Zeit Prominente Interimsmanager

Immer mehr Unternehmen stellen Manager auf Zeit ein. Interimsmanager sehen sich als Lückenfüller, deren Dienstleistung Firmen im ganz normalen Alltag weiterhelfen kann. Prominent sind eher die Fälle raubeiniger Sanierer, die hart in Krisenfirmen durchgreifen.
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Der Markt für Interimsmanagement wächst beinahe stetig. Vor allem Maschinen- und Anlagenbauer, Autozulieferer und Telekommunikationsfirmen suchen sich Manager für kurzfristige Engagements - oft mit klar begrenzten Projekten, mitunter auch, um Vakanzen zu überbrücken.

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Der derzeit berühmteste deutsche Interimsmanager ist wohl Hartmut Mehdorn. Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold berief den 69-jährigen Freund ab September als seinen Nachfolger, um die Fluggesellschaft zu sanieren. Bisher konnte Mehdorn immerhin schon eine Kapitalspritze der arabischen Airline Etihad vermelden. "Mindestens 18 Monate" will der Ex-Bahn-Chef an Bord bleiben, allerdings wird längst ein Nachfolger gesucht.

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Thomas Fox hat den Einsatz auf Zeit zum Beruf gemacht. Nach Stationen wie dem Schreibwarenhersteller Herlitz, dem Geldlieferanten Heros, dem Möbelhersteller Schieder IMS oder der Drogeriekette Ihr Platz sanierte er von September 2009 bis Februar 2011 den insolventen Kaufhauskonzern Karstadt. In Erinnerung bleibt er den Beschäftigten mit herben Sprüchen wie der Aussicht, sie würden "entweder adoptiert, geheiratet oder vergewaltigt". Seit Oktober führt Fox den Baumarktbetreiber Praktiker und kündigt harte Einschnitte an.

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Der Modelleisenbahnbauer Märklin bekam es in der Insolvenz 2009/2010 mit Kurt Seitzinger als Interimschef zu tun. Auch der damals 70-Jährige gab sich kompromisslos, legte sich vor allem mit dem Betriebsrat an, dem er vorwarf, in Göppingen den "Traum vom sozialistischen Arbeiterparadies" verwirklichen zu wollen. Kurz nach Seitzingers Abgang billigten die Gläubiger den Insolvenzplan und sicherten so den Bestand der Traditionsfirma.

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Auch die Spitzenjobs der Dax-Riesen werden manchmal von Zeitarbeitern besetzt. In der Telekom-Krise im Juli 2002 sprang Helmut Sihler für den gestürzten Börsenheld Ron Sommer ein. Bis November bereitete der vormalige Henkel-Chef und Multiaufsichtsrat das Feld für Kai-Uwe Ricke - vor allem mit einem drastischen Sparprogramm.

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An der Spitze des seit Jahren kriselnden Solaranlagenherstellers Conergy steht noch bis Februar Sebastian Biedenkopf, der Sohn des früheren sächsischen Ministerpräsidenten. Biedenkopf war im September 2010 angetreten - eigentlich nur als Finanzvorstand, doch der Vorstandsvorsitz blieb seitdem vakant.

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Auch beim US-Chipkonzern AMD hat der Finanzchef vorübergehend den Chefsessel besetzt. Ex-Qimonda-Chef Thomas Seifert hat den texanischen Konzern von Januar bis August 2011 in die schwarzen Zahlen zurückgeführt. Ein Angebot, den Posten dauerhaft zu übernehmen, lehnte er aber ab. Jetzt ist er wieder einfacher Finanzvorstand.

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Tim Cook hat dagegen ein festes Engagement als Nummer eins, und das gleich beim Weltkonzern Apple. Zuvor hatte er den Chefposten schon ganze dreimal interimistisch übernommen, weil Firmengründer Steve Jobs 2004, 2009 und im Januar 2011 krankheitsbedingt ausfiel. Im August wechselte Cook vom Zeitjob zum dauerhaften CEO-Vertrag, noch bevor sein Mentor Jobs im Oktober starb.

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