Schnäppchen-Blogs Deutsche Geiz-Seiten stürmen die Charts

Der Konsum ist zurück in Deutschland. Dennoch machen Schnäppchen-Blogs zunehmend dem Einzelhandel zu schaffen. Ein Überblick über die erfolgreichsten hiesigen Sparfuchs-Blogs - und den Wandel des Sparens vom luststeigernden Hobby zur ökonomischen Notdurft.
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Tiefer geht immer: Das Weihnachtsgeschäft brummt in Deutschland - doch noch stärker boomt das Geschäft der Schnäppchenportale, die mit Preisvergleichen und immer neuen Rabattangeboten die Einzelhändler gehörig unter Druck setzen. Die Zahl der Sparfuchs-Blogs wird immer größer ...

Foto: Hannibal Hanschke/ dpa
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Unübersichtliche Heerschar: Kaum jemand weiß, wie viele Geiz-Kaufhäuser es Online gibt. Die fünf führenden hiesigen Seiten (alle folgend im Bild) bringen es jeweils auf 60.000 Besucher am Tag. Ihre Lockmittel sind scheinbar magische Sparangebote: Gutscheine, Niedrigpreise, "Kino kostenlos", jede Menge Discountversprechen und andere Geiz-Erlebnisse. Jetzt vor Weihnachten werden mächtige Rabatte organisiert.

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Kollege Spürnase: Die Schnäppchenseiten grasen - wie ein Fisch-Trawler mit seinen Fangnetzen auf dem Meeresgrund - ständig den Einzelhandel nach Rabattangeboten ab und suchen den günstigsten Preis für ein bestimmtes Produkt: Windeln, Ledertaschen, Dachziegel, Aquarien, Hörgeräte. Andere finden bei einem vorgegebenen Händler auf Wunsch die billigsten Angebote.

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Pluspunkt Transparenz: Wie sehr Verbraucher die Übersicht und die Effizienz beim Online-Shoppen schätzen, zeigen die jüngsten Umsatzzahlen. In den USA setzte der Einzelhandel am vergangenen Wochenende 16 Prozent mehr um als im Vorjahr. Doch die Online-Verkäufe wie etwa bei Amazon (im Bild) nahmen mit 39 Prozent mehr als doppelt so schnell zu.

Foto: Matt Cardy/ Getty Images
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Kippelige Lage: Die Zeiten für die Rabattspürhunde im Internet waren selten so günstig wie jetzt. Im laufenden Jahr wird laut der GfK der private Konsum in Deutschland real um etwa 1,5 Prozent zulegen. Das wäre mehr als im langjährigen Durchschnitt. Doch niemand weiß, wie lange der private Konsum den drohenden Abschwung noch abfedern kann.

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Zwang statt Lust: Seit der Finanzkrise vor drei Jahren - und der darauf folgenden Großen Rezession - wurde Geiz von Grund auf verändert. Sein Charakter wurde neu definiert. Das Knausern wurde technisch bis aufs Äußerste verfeinert, auf die Spitze getrieben. War Geiz früher ein Sport, ein Vergnügen, ein luststeigerndes Sparhobby, so ist er inzwischen für viele Konsumenten eine ernste Beschäftigung, ein fast wissenschaftliches Prozedere und eine ökonomische Notdurft geworden.

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Race to the bottom: Einzelhändler müssen dagegen fürchten, dass die Pfennigfuchser zuhause an ihren Computern einen besseren Deal auftreiben und deshalb nicht mehr bei ihnen auftauchen. In diesem Falle gehen nicht nur Kunden verloren, auch die Abwärtsspirale der Niedrigpreise wird unbarmherzig weiter dreht. "A race to the bottom", ein Wettrennen bis zum bitteren Boden.

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Gemeinschaftsgefühl durch Abwärtsspirale: Das Schnäppchenportal Groupon hat die Preisabschneiderei zum Gruppenerlebnis umfunktioniert. Der Name Groupon setzt sich zusammen aus Group und Coupon. Von T-Shirts über Restaurantbesuche bis hin zu Fernreisen wird hier alles mit dicken Rabatten angeboten, wenn sich innerhalb einer Stadt ausreichend viele Seitenbesucher organisieren und den "Deal of the Day" annehmen. So startete die Seite ihren kometenhaften Aufstieg, der vor drei Wochen mit einem Börsendebüt gekrönt wurde.

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Preisdrücker als Börsenstars: Groupons Erfolgsrezept bisher: Die kritische Masse macht's. Das hat sie eigentlich schon immer. Aber bislang war sie eben schwierig zu organisieren. Die Schnäppchenseiten schaffen das per Knopfdruck, und das in Minuten. Kein Wunder, dass Groupon zum erfolgreichsten Börsengang eines Internetdienstleisters seit Google aufstieg.

Foto: AFP/ Getty Images
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