Altenpflege in Japan Rentnerroboter im Einsatz

Japans Gesellschaft vergreist, der Inselgesellschaft droht der Pflegenotstand. Jetzt steigen Konzerne in das neue Pflegegeschäftsfeld ein - und präsentieren Roboter als Lösung. Ein Überblick über die neuesten Spezialroboter von Toyota & Co., die so gar nicht aussehen, wie man vielleicht erwarten würde.
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Alternde Gesellschaft: Japan wird in wenigenen Jahren eine Vielzahl zusätzlicher Pflegekräfte benötigen, um die Millionen Greisen des Landes überhaupt versorgen zu können. Verschärft wird das Problem durch die minimale Einwanderung nach Japan, die Nachwuchs in den Pflegeberufen stark begrenzt. Große Konzerne wie beispielsweise Honda wollen deshalb in das Pflegegeschäft einsteigen, indem sie Pflegeroboter konstruieren. Wie Hondas Roboter "Asimo" (im Bild) indes einmal eingesetzt wird und ob er sich überhaupt für den Pflegeeinsatz eignet, ist heute noch unklar.

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Komplexer Pflegedienst: Noch sind die Hilfen, die Roboter leisten können, begrenzt. Die Arbeitsabläufe sind vielfach komplex, die Scheu der Patienten gegenüber künstlichen Helfern groß.

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Riesiges Potenzial: Der Markt für solche Hilfen könnte allerdings noch größer sein als die Patientenangst davor: Der japanische Konzernriese Panasonic stieg deshalb im Jahr 2009 in den Robotermarkt ein und bezifferte den erhofften Umsatz mit Maschinen, die Menschen das Leben erleichtern sollen, auf 315 Milliarden US Dollar bis zum Jahr 2016. Hondas "Asimo" (im Bild) dürfte schon bald noch mehr Konkurrenz bekommen, zum Beispiel ...

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Kleine Gesprächspartner: Ende September hat Panasonic seinen "Hospi-Rimo"-Roboter präsentiert. Ein Gerät, das es bettlägrigen Menschen erleichtern soll, mit ihrem womöglich weit entfernten Arzt oder ihrer Famile Kontakt aufzunehmen. Das alles in hochauflösender Qualität - und nicht an eine Stelle in dem Krankenbettzimmer gebunden. Der Roboter kann sich im Raum bewegen, sogar ferngesteuert etwa vom Arzt, und Hindernissen auf dem Boden ausweichen.

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Toyota steigt ein: Das große wirtschaftliche Potenzial solcher Geräte ist auch dem Champion der globalen Automobilwelt nicht verborgen geblieben. Vor wenigen Tagen hat deshalb nun auch Toyota in Tokio eine Dreierserie von Pflegerobotern vorgestellt. Und nach etlichen gescheiterten Versuchen, einen wirklich pflegetauglichen Roboter auf den Markt zu bringen, könnten diese Modelle Hoffnungsträger werden. In zwei Jahren sollen sie in Serie gehen - unter anderem ein Trainer für Menschen mit Gleichgewichtsproblemen (im Bild).

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Abschied von der menschenähnlichen Maschine: Toyota baute dazu keine Roboter, die menschliche Bewegungsabläufe nachahmen und dadurch - irgendwann - in die Lage versetzt werden sollen, in Pflegediensten zu arbeiten. Der Autoriese hat stattdessen einerseits Maschinen entwickelt, die Pflegekräften die Arbeit erleichtern sollen. So soll der "Patient Transfer Assist" (im Bild) helfen, schwere Patienten in Gebäuden transportieren zu können.

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Unterstützende Technik: Besondere Toyota-Gehhilfen sollen es andererseits Patienten ermöglichen, trotz Problemen mit ihren Knien wieder selbständig unterwegs zu sein. Professor Eiichi Saito von der Fujita Health University präsentierte den "Independent Walk Assist" (im Bild) Anfang November in Tokio. Die Elektronik ist in einem Rucksack untergebracht, den noch der Patient tragen muss. Toyota hat versprochen, an einer alltagstauglichen Variante zu arbeiten.

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Neue Geschäftsviertel: Tokios Einzelhändler haben die Neigung, sich in jenen Straßen anzusiedeln, in denen es schon viele andere Händler für die gleichen Warengruppen gibt. So wurde das Stadtviertel Akihabara zum Mekka für alle, die Elektroartikel suchen. Mittlerweile avancierte der Stadtteil Sugamo (im Bild: eine Straßenszene dort) dagegen zum zentralen Verkaufsort für Seniorenwaren.

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Spezialisiertes Angebot: Im Stadtteil Sugamo richten sich die Ladenbesitzer mit ihrem Angebot mittlerweile fast ausschließlich an die ältere Kundschaft und verkaufen neben praktischer Unterwäsche und Gehstöcken auch Großpackungen Viagra - sowie den Senioren-PC "Raku-Raku" (im Bild). Präsentiert von Fujitsu im Mai dieses Jahres ist er ein weiteres Zeichen dafür, wie stark sich Japans Gesellschaft und ihre Unternehmensgrößen auf die schon jetzt anschwellende Seniorenwelle im Lande vorbereiten.

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