Aufkeimende Sorge Globale Furcht vor der Weltrezession

Der Antritt von Reformregierungschefs in Griechenland und Italien hat nichts geändert. Die ganze Welt geht vor der Euro-Schuldenlawine in Deckung. Jetzt grassiert die Angst vor einer Weltrezession. Ein Überblick von Amerika über Afrika bis Asien.
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Globale Folgen: Die drohende Kernschmelze an Europas Anleihemärkten - infolge des Jahrzehnte langen Marschs in die Staatsverschuldung -sorgt rund um den Globus für helle Aufregung. Weil Europas Firmen wenig investieren, Banken nur schleppend Kredite ausreichen und Konsumenten stark verunsichert sind, droht die Malaise auf andere Volkswirtschaften in der Welt überzugreifen. Singapur beispielsweise hat im Okober einen herben Einbruch seiner Exporte im Oktober gemeldet: Die Ausfuhren in die Europäische Union rauschten um 30,9 Prozent in den Keller.

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Hektische Geldgeber: Alleine heute schossen die Preisforderungen für das Gewähren neuer Kredite selbst des Euro-Kernlandes Frankreich, das wirtschaftlich an sich durchaus solide dasteht, kräftig in die Höhe. Der Risikoaufschlag gegenüber Anleihenkredite für Deutschland schossen - bei zehn jahren Laufzeit - auf zwei Prozent in die Höhe.
Frankreich und Spanien wollten am Vormittag Anleihen im Gesamtvolumen von etwa zehn Milliarden Euro platzieren. Am Graumarkt lag die Rendite der neuen, zehnjährigen spanischen Papiere bei 6,85 Prozent.

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Erste Welle: Kanadas Notenbankchef Mark Carney fürchtet in Nordamerika einen Kreditinfarkt, wenn sich US-Banken und kanadische Kreditinstitute in den kommenden Monaten bei schiefliegenden europäischen Geldhäusern einkaufen oder Anteile übernehmen, die diese abstoßen.

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Geringere Verkäufe: Zahlreiche an der Wall Street notierte Publikumsfirmen haben in den vergangenen Wochen bereits für das Quartal bis September schwächere Umsätze oder enttäuschende Gewinnergebnisse gemeldet, weil sie stark in Europa engagiert sind. General Motors musste im November eingestehen, dass es auf dem Alten Kontinent im laufenden Jahr nicht mehr wie geplant die Gewinnzone erreichen wird.

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Angst vor Zusammenbruch:Weltweit leuchten jetzt die Alarmlampen. Tony Volpon, bei der japanischen Investmentbank Nomura in New York für südamerikanische Schwellenmärkte zuständig, sieht Europa am Rande einer "Todesspirale". Der CEO der HSBC, Stuart Gulliver, erwartet in Asien wegen der teils enormen Abhängigkeit lokaler Finanzmärkte von europäischen Banken einen Kreditinfarkt. Kein Wunder: In Indonesien (im Bild:Jakarta) kommen 75 Prozent der Bankausleihungen von internationalen Geldhäusern, vielen davon aus Europa.

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Gefahr auf allen Kontinenten: Auch in Afrika werden schon nervös die möglichen Folgen einer zusätzlichen Eskalation der Schulden- und Bankenkrise im Euro-Land durchgerechnet. Den stärksten Übertragungsmechanismus für die Krise stellt der Handel dar: "In 15 afrikanischen Ländern machen die Exporte in die Europäische Union mehr als die Hälfte aller Ausfuhren aus", heißt es in einer Risikostudie der Afrikanischen Entwicklungsbank.

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Hemmschuh für die Weltlokomotive: Vor allem in Asien, das die globale Wirtschaft nach der Großen Rezession wie ein Hafenschlepper aus der Krise gezogen hat, wird eine Verschärfung der Situation in Europa gefürchtet. HSBC-CEO Stuart Gulliver warnte vorige Woche vor einem Abflauen westlicher Bankenkredite in die Boomregion. Zwischen Shanghai (im Bild), Singapur und Seoul drohe der Kreditfluss an asiatische Firmen von belagerten europäischen Geldhäusern zu erlahmen.

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