Legales Cannabis Milliardengeschäft im Sunshine-State

In Kalifornien ist ein Hasch-Krieg entbrannt. Bundesbehörden attackieren den traditionell entspannten Umgang des Landes mit Marihuana. Ihnen gegenüber steht eine Cannabis-Lobby, deren Nukleus die Oaksterdam University in Oakland bildet. Es geht um ein Lebensgefühl und sehr viel Geld.
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Hasch-Krieg: In Kalifornien ist Haschisch seit 1996 für den medizinischen Gebrauch legal. Nun attackieren US-Bundesanwälte den entspannten Umgang mit Marihuana - und stoßen auf eine Cannabis-Lobby, deren Zentrum die "Oaksterdam University" in Oakland bildet. Uni-Kanzlerin Dale Sky Jones (Foto) sieht in dem drohenden Hasch-Verbot "einen Anschlag auf alles, wofür die Liberalen im Land so lange gekämpft haben". Dabei geht es auch um ein Milliardengeschäft ...

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... denn allein die Industrie um das legale medizinische Marihuana schafft in Kalifornien einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr. Von nur vier "Dispensaries" - einer Art Hasch-Apotheken - strich zum Beispiel die Stadt Oakland rund 1,5 Millionen Dollar Steuern ein. Hanf ist die umsatzstärkste Nutzpflanze des Bundesstaats Kalifornien ...

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... und an der "Oaksterdam University" lernen Kursteilnehmer alles rund um Hanf und Hasch: Anbau, Pflege, Zubereitung, Einnahme, Aufbau eines eigenen Geschäfts, Management, rechtliche Hintergründe. Eine richtige Uni ist "Oaksterdam" - eine Wortschöpfung aus "Oakland" und "Amsterdam" - natürlich nicht. Dennoch haben bereits rund 15.000 Menschen dort Kurse besucht.

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Auch Investor-Legende George Soros sprach sich jüngst für eine Freigabe von Hasch aus: "Den Steuerzahlern würde dies viele Milliarden für Strafverfolgung und Inhaftierungen sparen und dem Staat eine enorme zusätzliche Summe einbringen", sagte Soros. Dennoch hat sich der Konflikt jetzt erneut zugespitzt ...

Foto: AP
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... denn seit Wochen gehen Bundesanwälte und Behörden wie die "Drug Enforcement Administration" (DEA) mit Razzien und Kündigungsdrohungen gegen Produzenten, Anbieter und Konsumenten von Hasch in Kalifornien vor. Viele "Dispensary"-Betreiber wurden schriftlich aufgefordert, ihre Geschäfte zu schließen - denn auf Bundesebene ist Hasch weiterhin illegal.

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In diesem speziellen Drogenkrieg kämpft nicht der Staat gegen finstere Drogenkartelle, sondern Vertreter des Bundes gegen Bürger eines Bundesstaats. Die Cannabis-Lobby setzt sich wortgewandt zur Wehr ...

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"Die Behörden zwingen die Patienten, sich Cannabis wieder auf dem schwarzen Markt zu beschaffen", klagt Dale Sky Jones. Von dieser Kriminalisierung profitierten die Kartelle in Mexico, mahnt die Uni-Kanzlerin. Ihr Ziel, das sie mit Uni-Gründer und Cannabis-Unternehmer Richard Lee gemeinsam verfolgt: Die Cannabis-Branche als Wirtschaftsfaktor anerkannt zu sehen. Doch das dürfte nun schwieriger werden denn je.

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