Weggespült Thailandflut bedroht globale Produktion

Es ist ein regionales Desaster. Doch der Rest der Welt ist längst nicht unbetroffen von Thailands Flutfolgen. Japans Autoriesen Toyota und Honda müssen bereits ihre Produktion drosseln. Die Folgen des neuerlich drohenden Infarkts globaler Lieferketten im Überblick.
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Bedrohliche Lage: In der Industriezone Bang Pa-In unweit der Hauptstadt Bangkok - in der 41 Prozent von Thailands Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwirtschaftet werden - steht die braune Brühe der Monsoon-Fluten einen Meter hoch zwischen Dutzenden von Fabriken.

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Zerstörte Ernten: Die Ernte des größten Reisexporteurs auf dem Planeten könnte ein Viertel geringer als im vergangenen Jahr ausfallen. Und die Analysten der Kasikorn Bank in Bangkok haben die BIP-Prognose für Thailand im laufenden Jahr von plus 3,8 Prozent auf 1,7 Prozent zurückgenommen.

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Teure Flut:Die Handelkskammer schätzt den Schaden auf mehr als acht Miliarden Dollar für das südostasiatische Land. Tourismusminister Chumphol Silpa-archa fürchtet bis zu eine Million weniger Besucher im laufenden Jahr.

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Einbußen auch jenseits der Grenzen: Japans Autoprimus Toyota muss seine Fertigung in Japan, Südafrika, Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Malaysia zurückfahren. Im Heimatland Japan werden die Fließbänder nur zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet, weil wichtige Teile aus den Fabriken in Thailand nicht ankommen.

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Boomerang-Effekt: Die Flut in Thailand erweist sich dabei für die japanischen Autobauer wie eine schlimme Ironie: Toyota und seine Mitstreiter hatten in den 80er und 90er Jahren umfangreich Produktion nach Thailand verlagert, um dem starken Yen zu entgehen.

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Geschockter Weltkonzern: Hondas Fabrik im Gewerbegebiet Ayutthaya steht unter Wasser. Das Unternehmen fertigt in Thailand 240.000 Autos im Jahr. Satte 35 seiner Toplieferanten stehen unter Wasser. In dieser Woche griffen die Folgen der Katastrophe in Thailand für Honda auf den vierten Kontinent über. Jetzt muss auch die Fertigung in Brasilien gedrosselt werden, nachdem in der Vorwoche auch in Großbritannien die Produktion gebremst worden ist.

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Weitreichende Folgen: Doch das sind nur wenige Beispiele aus einer langen Liste von industriellen Opfern dieser Flutkatastrophe. LSI, ein führender Hersteller von Festspeicherplatten, erwartet 10 Prozent Geschäftsrückgang. Der Chipproduzent DIGI International musste seine Produktion in Thailand einstellen und fürchtet Schleifspuren in der Bilanz bis hinein ins erste Quartal 2012. Fujitsu fürchtet einen starken Effekt auf sein PC-Geschäft im laufenden Vierteljahr.

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Verkäufe gestoppt: Die chinesische Lenovo-Gruppe, inzwischen zweitgrößter PC-Hersteller der Welt, erwartet Engpässe bei Festspeicherplatten. Tesco, der drittgrößte Einzelhändler auf dem Planeten, musste mehr als 30 Supermärkte in Thailand schließen.

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Furcht vor der Zukunft: Thailand dürfte nun von vielen internationalen Firmen genauer unter die Lupe genommen werden. Denn nach Meinung regionaler Experten besteht die große Gefahr, dass sich solche Flutdesaster in Thailand wiederholen. Thailands Wissenschaftsminister Plodprasop Suraswadi schätzt lokalen Zeitungen zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass die Fluten 2012 zurückkehren, auf "bestimmt eine Million Prozent".

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