Boeing in Bredouille Flugzeugbauer vor der Kippelkonjunktur

Es hatte etwas Historisches: Mit Flug NH7871 startete heute der erste kommerzielle Flug der neuen Boeing 787. Das ist ein Meilenstein für Boeing. Doch schon in den Jubel mischt sich neue Nervosität. Ein Überblick über die Warnsignale der wackelnden Weltkonjunktur für Boeing - und die globale Luftfahrtbranche
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Start in Tokio: Freundlich verabschiedet startete der erste Charterflug mit der neuen Boeing 787 "Dreamliner" von Tokio nach Hongkong; die Maschine gehört der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airlines. Wenig später berichtet Boeing in den USA über das Geschäft in den vergangenen Monaten - und bange Erwartungen verknüpfen sich plötzlich damit.

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Hohe Kosten: Mitten in der sich abschwächenden Weltkonjunktur wird immer klarer, wie viele Dreamliner-Maschinen das Unternehmen Boeing verkaufen muss, um auf seine Kosten zu kommen. Diese Geheimnis umwitterte Zahl soll heute erstmals genannt werden. Die meisten Beobachter tippen auf 1100 Flugzeuge, die jeweils 200 Millionen Dollar kosten. Bei früheren Modellen in seiner Flotte hat Boeing die Entwicklungskosten auf etwa 400 Maschinen verteilt.

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Skeptische Beobachter: An der Wall Street werden Zweifel darüber geäußert, ob es dem Unternehmen gelingen kann, bis 2013 den monatlichen Ausstoß auf zehn Dreamliner zu erhöhen. Mehr noch: Auch die Auslieferungszeit nach dem Ende der Produktion muss für die neuen Jets noch deutlich verkürzt werden, um Kosten zu sparen.

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Langes Warten: Um schnell profitabel zu werden, muss Boeing laut dem UBS-Analysten David Strauss "die Herstellungskosten nach dem Start der Fertigung um 50 bis 60 Prozent schneller senken als bei der Boeing 777". Sonst wird es eng mit dem Erreichen der Gewinnschwelle bis zum Jahr 2021.

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Innere Blockade: Eine Hürde auf dem Weg dorthin könnte neben der begrenzten Zeit auch die Unruhe in der Belegschaft sein. Boeing trägt mit einer seiner wichtigsten Gewerkschaften einen heftigen Streit aus. Die International Association of Machinists (IAM) beschuldigt Boeing, mit dem Bau einer gewerkschaftlich nicht organisierten zweiten Fabrik für den Dreamliner in South Carolina die IAM für frühere Streiks zu bestrafen.

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Ersehnter Erstflug: Sicher ist dagegen eins: Der erste kommerzielle Flug, ein Charterflug, mit dem Dreamliner, ist heute während der Bilanzvorlage von Boeing von Tokio nach Hongkong gestartet. Gegen 9 Uhr deutscher Zeit setzte Flug NH7871 der All Nippon Airways (ANA) in der chinesischen Handelsmetropole auf.

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Banges Warten: An der Börse stellt man sich dennoch bereits darauf ein, dass die heutigen Quartalszahlen erste Hinweise auf mögliche Turbulenzen in der Luftfahrtbranche geben werden. Im Schnitt aller Analystenprognosen wird für das dritte Quartal ein Gewinn je Aktie von 1,10 Dollar erwartet. Das wären 12 Prozent weniger als im Vorquartal.

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Dunkle Wolken: Boeing verdient mit Militärflugzeugen jeden vierten Dollar. Die gesamte Sparte "Verteidigung, Raumfahrt und Sicherheit" erwirtschaftet sogar fast die Hälfte des Konzernumsatzes. Und dort nahm der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich lediglich um 4 Prozent zu, bei Militärjets sogar nur um 2 Prozent. Die drohenden Einsparungen infolge der nötigen US-Haushaltssanierung werden nach Expertenmeinung auch den Druck auf das Pentaon erhöhen, mit weniger Geld auszukommen - und entsprechend auch die Neuanschaffungen von - beispielsweise - Militärjetz zu senken.

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Zurückgeschraubte Hochrechnungen: Die Zuwächse im weltweiten Frachtverkehr betragen in den ersten acht Monaten des Jahres nur schlappe 0,2 Prozent. Und das war, bevor den USA eine Rezession drohte, Europas Wachstum abbremste und auch Chinas Wirtschaftswachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), zumindest ein wenig sank.

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Neue Krisensignale: "Sehr schwache nationale Märkte verwässern den Einfluss des stärkeren internationalen Flugverkehrs, obwohl sich die Abkühlung durch alle Märkte bemerkbar macht", heißt es bei der internationalen Luftfahrtorganisation IATA.

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Kippelnde Weltkonjunktur: "Rückgänge im Geschäftsklima und im Konsumentenvertrauen, die ungelöste Schuldenkrise in Europa und die Stagnation im Welthandel dürften den Luftverkehr zusätzlich schwächen", so die IATA. Nordamerikanische Airlines weisen demnach mit 2,9 Prozent das schwächste regionale Wachstum auf. Keine guten Aussichten auch für Boeing, dem Lieferanten der Airlines.

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