Hundert Jahre Chevrolet Viel Masse, wenig Klasse

Andere Marken kamen und gingen, Chevrolet aber blieb bis heute der Kern von General Motors. Und weltweit das mit Abstand erfolgreichste Unternehmen des Konzerns. Gegründet vom Schweizer Louis Chevrolet, feiert der Generalist des billigen Blechs demnächst 100. Geburtstag.
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Hundert Jahre Chevrolet: Firmengründer Louis Chevrolet war ein begeisterter Rennfahrer. 1878 wurde er in der Schweiz geboren, im Jahr 1900 wanderte er in die USA aus. 1905 gewann er ein wichtiges Autorennen und stellte dabei auch einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf - er legte in 52,8 Sekunden eine Meile zurück. Es begann eine Rennfahrerkarriere, die bis 1920 währte. Zwischendurch gründete er mit seinem Kompagnon William Durant die Automarke Chevrolet. Er verließ das 1911 gestartete Unternehmen jedoch nach vier Jahren im Streit. Später arbeitete er als einfacher Mechaniker bei Chevrolet und starb verarmt im Jahre 1941.

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Chevrolet Classic Six: Der offene Luxuswagen war das erste Auto der Marke Chevrolet. Mit einem 4,9-Liter-Reihensechszylindermotor und 40 PS verfügte dieser Wagen über ein für damalige Verhältnisse leistungsstarkes Triebwerk. Weil das Auto mit einem Preis von mehr als 2000 Dollar nicht in die "Value-for-Money"-Philosophie von Chevrolets Kompagnon William Durant passte, wurde die Produktion nach drei Jahren und etwa 6000 gebauten Exemplaren wieder eingestellt.

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Chevrolet Suburban: Das Auto von 1935 war ein wichtiges Fahrzeug für die gesamte Branche. Er war wohl das erste Sports Utility Vehicle (SUV) - damals noch Carryall (Allestransporter) genannt - ein starker, geradliniger Lastenträger mit der Karosserie eines Kombis auf dem Chassis eines Kleinlasters. Die Ursprünge des Wagens lassen sich bis ins Jahr 1933 zurückverfolgen. Damals wurde eine Holzkarosserie für acht Personen auf ein Lkw-Fahrgestell gesetzt, als Einsatzwagen für die Nationalgarde und das zivile Schutzcorps. Für den zivilen Verkehr rüstete Chevrolet den Suburban mit einer Metallkarosserie aus, die über seitliche Türen oder eine Heckklappe verfügte. "Sie haben damals einen Mix aus Auto und Lkw gebaut", sagt der heutige GM-Designchef Ed Welburn über das Fahrzeug mit dem am längsten genutzten Namen in der Automobilindustrie. "Der Suburban hatte auch einen schicken Innenraum. Man könnte sagen, er war das erste Crossover-Modell der Geschichte."

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Chevrolet-Pick-up: Die Siedler eroberten Nordamerika mit dem Planwagen. Doch seit es Autos gibt, schwören ihre Nachfahren auf den Pick-up. Mit der offenen Pritsche kommt dieser Fahrzeugtypus dem klassischen Pferdefuhrwerk am nächsten. Klar, dass auch Chevrolet stets mehrere solcher Fahrzeuge im Angebot hatte. Dieser Pick-up von 1948 zum Beispiel war die erste völlige Neukonstruktion nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Chevrolet Corvette: Sechs Generationen, inzwischen fast 60 Jahre Bauzeit und gut zwei Millionen Exemplare machen die Chevrolet Corvette zu einem der erfolgreichsten Sportwagen der Welt. Begonnen hatte die Geschichte des Klassikers am 30. Juni 1953 mit diesem weißen Cabrio.

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Chevrolet Bel Air Cabriolet: Das Modell Bel Air war lange Zeit das Flaggschiff von Chevrolet. Die gewaltige Familienkutsche gab es nicht nur als Limousine, Coupé und Kombi, sondern auch als wunderschönes Cabrio. Allen gemein waren die eleganten Heckflossen, die damals schnell und strömungsgünstig aussehen sollten. Gebaut wurde der Bel Air von 1953 bis 1975. Das hier abgebildete Auto stammt aus dem Jahr 1955.

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Corvette-Ikone: Das Modell Chevrolet Corvette ist die Mutter aller amerikanischen Sportwagen. Was das Design anlangt, stiehlt der Kraftmeier auch heute noch jedem Porsche die Schau. Nie allerdings war die Corvette schöner als in den sechziger Jahren, als sie den Beinamen "Sting Ray", Teufelsrochen, trug. Allerdings wurde diese zweite Generation nur von 1962 bis 1967 produziert und hatte damit die kürzeste Laufzeit aller Corvette-Typen. Kein Wunder, dass diese Modelle heute die höchsten Preise erzielen

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Chevrolet Camaro Cabrio: Was dem deutschen ein VW Golf GTI, das ist dem Amerikaner der Chevrolet Camaro - ein preiswerter Sportwagen für jedermann. Er wurde 1966 als Antwort auf den erfolgreichen Ford Mustang präsentiert und ist - von einer kleinen Pause Anfang des neuen Jahrhunderts abgesehen - bis heute fester Bestandteil des Programms. So kommt der Camaro (auf dem Bild ein Cabrio aus dem Baujahr 1967) mittlerweile auf eine Produktionsziffer von mehr als fünf Millionen Exemplaren.

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Chevrolet El Camino: Das Auto von 1970 war ein Zwitter - und vor allem für die Kunden im Südwesten der USA entwickelt worden. Vorn eine Limousine, hinten ein Pick-up. Tatsächlich erfreut sich das Modell noch heute bei Autofahrern mit spanischen und mexikanischen Wurzeln großer Beliebtheit. Gebaut wurden die Zweitürer von 1958 bis 1960 und dann wieder von 1964 bis 1987. In den letzten Jahren hörte man aus Detroit immer mal wieder von einem geplanten Comeback.

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Chevrolet Malibu: Der Chevrolet Malibu ist so etwas wie der VW Passat der Amerikaner. Benannt nach einem Badeort an der kalifornischen Pazifikküste, gilt er als Familienauto schlechthin. Er wurde 1978 zum ersten Mal präsentiert und litt zuletzt arg unter den Konkurrenzmodellen aus Asien. Deshalb schickt ihn Chevrolet künftig in die Welt und verkauft die Limousine nicht nur in China und Brasilien, sondern auch in weiteren mehr als 100 Ländern auf sechs Kontinenten, darunter auch in Deutschland. Eben wurde die jüngste Malibu-Modellgeneration vorgestellt.

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Chevrolet Volt: General Motors feiert den Volt dank des Range Extenders als erstes alltagstaugliches Elektroauto aus der Großserienproduktion. Die erste Studie wurde bereits 2007 gezeigt, die Serienproduktion lief erst in diesem Jahr an. An dieses Auto und vor allem seine Antriebstechnik knüpfen viele GM-Manager die Zukunftshoffnungen des Konzerns. Von Opel wird der Wagen unter der Modellbezeichnung Ampera verkauft.

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Chevrolet EN-V Concept: So stellt sich Chevrolet die automobile Zukunft vor. So genannte EN-Vs (Electric Networked-Vehicles) sollen elektrisch angetrieben und elektronisch vernetzt in zehn oder vielleicht auch erst 20 Jahren Stadtbewohner mobil halten und den Stau in den Metropolen auflösen, in denen für Autos herkömmlicher Größe und Bauart längst kein Platz mehr sein wird.