Galileo-System Start frei für die Weltraumwegweiser

Es sind zwei Premieren auf einen Schlag: Eine russische Sojus-Rakete hebt erstmals vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou ab. An Bord hat sie zwei Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo. Der Start wird von einem Politkrimi hinter den Kulissen begleitet.
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Start der Sojus-Rakete von Kourou (grafische Darstellung): An Bord wird die Rakete zwei Galileo-Satelliten haben. Die Europäer wollen mit ihrer Hilfe eine europäische Alternative zu anderen Navigationssystemen wie GPS aufbauen.

Foto: ESA/ D. Ducros
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Galileo-Satellit im All (grafische Darstellung): Nachdem die Sojus-Rakete sie in mehr als 23.000 Kilometer Höhe abgesetzt hat, müssen die Satelliten mit einem Dauerbeschuss durch kosmische Strahlung klarkommen. Das Entscheidende an Galileo ist aber weniger die Technik, sondern die Politik hinter dem Projekt.

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Galileo-Flotte im Orbit (grafische Darstellung): Insgesamt 30 Satelliten soll es geben, wenn das System eines Tages komplett ist. Zumindest an einem Teil von ihnen wird bereits fleißig gewerkelt. Vier Satelliten fertigt EADS-Astrium, 14 das Bremer Unternehmen OHB. Die weiteren Aufträge werden noch vergeben.

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Sojus beim Start (grafische Darstellung): Bei allen Alleingängen hat Galileo die Europäer freilich auch in einem entscheidenden Feld zur Kooperation gebracht. Zusammen mit russischen Spezialisten haben sie eine Sojus-Rampe auf dem Weltraumbahnhof Kourou hochgezogen. Sie wird mit dem Start der Navigationssatelliten eingeweiht.

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Vor dem Aussetzen der Nutzlast im Orbit (grafische Darstllung): Die russischen Sojus-Raketen sind für die Europäer vor allem deswegen interessant, weil sie pro Start deutlich weniger kosten als die Ariane.

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Aufsetzen der Satelliten auf die Sojus-Rakete (am 14. Oktober): Atomuhren aus der Schweiz bilden das technische Herz der beiden fliegenden Navigationshelfer

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Aussetzen eines Galileo-Satelliten (grafische Darstellung): Das System soll ab dem Jahr 2014 zunächst drei Navigationsdienste anbieten - zumindest bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich präziser als GPS

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Atomuhr an Bord des Satelliten (grafische Darstellung): Die Wasserstoff-Atomuhren haben nach Herstellerangaben eine Lebenszeit von etwa zwölf Jahren, die Rubidium-Atomuhren sollen deutlich länger nutzbar sein.

Foto: ESA
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So funktioniert die Navigation: Die Satelliten funken Zeitinformationen zusammen mit ihrer aktuellen Position zur Erde. Dort kann ein Empfänger aus der Laufzeit des Signals seinen Standort genau berechnen, wenn er mindestens vier Satelliten im Blick hat.

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Sojus-Startrampe in Kourou: Der Start in Äquatornähe spart gehörig Raketentreibstoff, weil sich die Rotation der Erde mit nutzen lässt

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Im Sojus-Kontrollraum von Kourou: Hier arbeiten Franzosen wie Thierry Vallee (links) mit russischen Kollegen zusammen

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Im Kontrollzentrum: Der Franzose Jean Claude Garreau wird den ersten Sojus-Start in Baikonur auf Seiten der Esa leiten. Und das wird schon allein sprachlich eine Herausforderung. Die Russen ziehen ihre Startabläufe auf Russisch durch, die Flugsicherheit läuft dagegen auf Französisch.

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Entscheidendes Steuerelement: So sieht die Box aus, mit der Garreau und sein russischer Kollege den Start kontrollieren

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Kontrollraum "Jupiter" in Korou: Der Galileo-Start ist ein Prestigeprojekt, zu dem sich Politprominenz angesagt hat

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Sojus-Startplatz in Kourou: Beim Bau der Rampe hatte es jahrelange Verzögerungen gegeben, unter anderem weil eine Art riesige Garage gebaut werden musste, die die Sojus vor Regen schützt

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Robuste Technik in neuer Umgebung: Auf dem schwer bewachten Dschungelgelände ist eine Startrampe nach dem Vorbild des russischen Weltraumbahnhofs Baikonur entstanden

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Mühevoll gebaute Startanlage: Die Arbeiten im Untergrund waren extrem aufwendig und sorgten für lange Verzögerungen

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Nichts für Besucher mit Höhenangst: Trotz eines Geländers muss man schwindelfrei sein, um hinabzusehen. Der gähnende Schlund ist an einer Seite geneigt wie eine Sprungschanze, um Abgase und Krach von der startenden Rakete wegzuleiten.

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Abgeschottet und gesichert: Wegen des latenten Misstrauens gegenüber den Russen liegt der neue Startplatz weitab der bisherigen Anlagen in Kourou. Die Sojus-Rampen sind weggesperrt hinter Stacheldraht, Elektrozäunen und mehreren bewachten Checkpoints.

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Dezent präsent: Auf dem Gelände des Centre Spatial Guyanais patrouillieren zahlreiche Fremdenlegionäre

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