Mr. Volkswagen Ferdinand Piëchs sagenhafte Karriere

Er gilt als einer der prägendsten Manager der vergangenen Jahre. Ferdinand Piëchs ist längst Mr. Volkswagen. Ein Überblick über die VW- und Audi-Modelle, die mit seinem Namen verbunden sind, Stationen seiner Karriere - und die Tiefpunkte als VW-Aufsichtsratschef.
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Ferdinand Piëch: Der Volkswagen-Topmanager wird zu den wichtigsten Unternehmensstrategen in Deutschland gerechnet. Sein Konzern macht mehr Umsatz als jeder andere Unternehmensriese hierzulande, die 100-Milliarden-Euroschwelle wurde schon vor Jahren überschritten. Seit der Konzern in China reüssiert, scheint selbst der Angriff auf die globale automotive Spitzenstellung möglich, die Toyta seit vielen Jahren inne hat. Ein Überblick über die bemerkanswerten Karrierestationen des VW-Doyen - Tiefpunkte inklusive.

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April 1963 - Piëch startet bei Porsche: Der Ingenieur beginnt seine Karriere bei Onkel Ferry Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. Dort tüftelt er an teuren Modellen wie dem Rennwagen Porsche 917. Anfang der 70er Jahre kommt es zum großen Familienstreit. Seitdem hat keiner aus dem Porsche-Piech-Clan mehr einen internen Firmenjob angenommen. (Foto: Ferry Porsche 1968 mit einen Porsche 911)

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Januar 1972 - Piëch wechselt zu Audi: Er macht aus der Spießer- eine Sportmarke, entwickelt den Allradantrieb und wirkt auch sonst wie der kommende Chef. Als er es zunächst nicht wird, will er nach Japan auswandern, bleibt dann aber doch und steigt 1988 zum Vorstandsvorsitzenden auf. (Archivfoto von 1982)

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Januar 1993 - Piëch wird VW-Chef: Vom Vorgänger Carl Hahn erbt Piech (Foto) den Sanierungsfall Volkswagen, mit einem Verlust von fast 1 Milliarde Euro. Er rettet den Konzern vor der Pleite und vermeidet Massenentlassungen. So macht er sich die Arbeitnehmer gefügig.

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März 1993 - Piëch holt Lopez: Vom Konkurrenten General Motors wirbt er den Spanier Jose Ignacio Lopez (links) ab. Der Einkaufsvorstand rationalisiert und rationalisiert und muss sich schließlich dem Vorwurf der Industriespionage erwehren. In der jahrelangen Auseinandersetzung mit GM, die letztlich in einen Vergleich mündet, wackelt auch Piech. Doch nur Lopez verliert seinen Job. Unbeschadet geht Piech auch aus dem späteren Skandal um Lustreisen für Betriebsräte hervor. Anders als sein langjähriger Vertrauter Peter Hartz; der innovative Personalvorstand muss gehen und wird später verurteilt. VW erleidet einen immensen Imageschaden.

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Ab 1998 - Piëch sammelt Premiummarken ein: Erst kauft er den Luxusautobauer Lamborghini, dann die Markenrechte an Bentley, schließlich gründet er Bugatti neu. Als er den VW-Phaeton entwickeln lässt, erntet er massive Kritik. Mittlerweile verkauft sich die edle Karosse ganz gut. (Archivbild von 1999)

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2002 - Piëch wird VW-Oberaufseher: Als Aufsichtsratsvorsitzender hält er sich anfangs zurück, dann bringt er seinen Nachfolger an der Konzernspitze, den von BMW abgeworbenen Bernd Pischetsrieder (rechts im Bild), zu Fall. Mit dem Bayern im Führerhaus litt die Stammmarke VW derart, dass Piech sich zum Einschreiten genötigt sah.

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2005 - Die Schlacht um Volkswagen beginnt: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (rechts) startet den Angriff auf Volkswagen. Als sich das Porsche-Management verzockt, dreht Piech die Attacke in seinem Sinne: Volkswagen greift sich Porsche - ein später Triumph.

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Juli 2005 - die Sex-Affäre wird bekannt: Piëch, zu dieser Zeit VW-Aufsichtsratschef, sieht sich in seiner Chefkontrolleursrolle mit einer Bestechungsaffäre im VW-Konzern konfrontiert, die sich zunächst um Korruption bei der VW-Tochter ¿koda drehte. Im Laufe der Ermittlungen wurden auch sogenannte "Sonderbonuszahlungen" an den damaligen VW-Betriebstratschef Klaus Volkert (im Bild) offenbar, die er zusätzlich zu seinem Gehalt erhalten hatte; verwickelt war darin auch der damalige VW-Vorstand Peter Hartz. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2004 soll Hartz an die damalige langjährige Geliebte von Volkert, die Brasilianerin Adriana Barros, Barauszahlungen in Höhe von knapp 400.000 Euro als Auslagen für "Betriebsratsprojekte" freigegeben haben. Volkert wurde im Februar 2008 vom Landgericht Braunschweig zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

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2008 - Piech schmiedet einen LKW-Konzern: Er sichert Volkswagen die Mehrheit an Scania, drei Jahre später auch die an MAN. Zusammen mit den VW-Nutzfahrzeugen soll daraus ein internationaler LKW-Gigant werden. Wie gut die Modelle sind, kann Piech selbst testen - den LKW-Führerschein besitzt er seit langem, den für Busse übrigens auch.

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2011 - Piech sichert sein Lebenswerk: Er hat seine Firmenanteile in zwei Stiftungen eingebracht. Nach seinem Tod soll Ehefrau Ursula über das Erbe des VW-Patriarchen wachen. Mit seinen zwölf Kindern, die der Konstruktion zustimmen müssen, ist er sich so gut wie einig.

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