US-Banken in der Klemme Wackelkredite und Börsenturbulenzen drücken den Gewinn

Die US-Bankenriesen stehen unter Beobachtung. Verschärfte Kapitalvorschriften, die schwächere Konjunktur und drohende Schuldenschnitte in Europa belasten die Riesen. Ein Überblick über den Status der bedeutendsten US-Banken im dritten Quartal 2011 - und die Aussichten.
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Unter Druck: Eisernes Sparen, mehr Fokus auf die Kerngeschäfte und weniger Risiko im Eigenhandel müssen sein, damit Amerikas Bankenriesen einigermaßen passable Ergebnisse für das dritte Quartal 2011 vorweisen können - und auch kosmetische Eingriffe in die Geschäftsberichte. Zudem deutet sich auch eine Serie von Assetverkäufen an.

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Bank of America: Das Geldhaus weist zwar für das Septemberquartal einen 6,2-Milliarden-Dollar-Gewinn aus. Davon aber stammen 4,5 Milliarden - also knapp 73 Prozent - aus einem erlaubten Kunstgriff, der auch anderen US-Banken diesmal sehr half: Schuldpapiere, die an Wert verloren haben, dürfen mit Gewinn verbucht werden, weil sie theoretisch zu einem günstigeren Kurs zurück gekauft werden können.

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Anteilsverkauf nötig: Zugleich hat die Bank of America im dritten Quartal noch eine Kapitalspritze aus dem Verkauf ihres Anteils an der China Construction Bank eingestrichen, um das Ergebnis zu retten.

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Citigroup: Die Bank hat zwar mit 3,8 Milliarden Dollar Quartalsgewinn - ihr siebter in Folge - die Erwartungen der Analysten übertroffen. Doch in einem Zeitalter sorgsam gepflegter öffentlicher Meinungen und Einschätzungen ist das heute kein großes Kunststück mehr. Die Hälfte des Gewinns kam hier von den genannten Bilanzeffekten. Weitere 1,4 Milliarden Dollar wurden durch die Reduzierung der Vorsorge für Wackelkredite freigeschaufelt.

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Problembündel: Die Bank kommt infolge steigender Kosten, kleinerer Margen im Kreditgeschäft und dem Rückgang vieler Gebühren im Kundengeschäft unter Druck. Laut "Wall Street Journal" will die Citigroup Assets im Umfang von 289 Milliarden Dollar verkaufen, doch sie tut sich enorm schwer, Käufer zu finden.

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Goldman Sachs: Die US-Bankenikone muss einen Verlust ausweisen: Es sind 428 Millionen Dollar. Im Vorjahr hatte für Juli bis September noch ein Gewinn von 1,7 Milliarden Dollar in den Büchern gestanden. Allein für den 2006 erworbenen Anteil an der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) - deren Aktie im Quartal 35 Prozent an Wert verlor - müssen 1,05 Milliarden Dollar Verlust verbucht werden.

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Beeinflusst durch das Umfeld: Die Wackelbörsen hinterlassen bei Goldman Sachs tiefe Schleifspuren und bremsen zusammen mit der politischen Lähmung in Washington die Emissionen von Anleihen und Aktien sowie Fusionen und Übernahmen. Das drückt auf das Geschäft.

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Wells Fargo: Etwas anders dagegen das Bild beim Bankhaus Wells Fargo, in dessen Quartalsbilanz sich die zarten Auftriebskräfte der US-Wirtschaft zeigen, die es trotz aller Krisenphänomene dennoch gibt. So kletterte der Nettogewinn der Bank um 21 Prozent. Wells Fargo sticht unter den großen US-Banken dadurch hervor, dass ihr Investmentbanking vergleichsweise klein ist und sie mehr auf traditionelle Kreditvergabe setzt. Allerdings gibt es aktuell dabei auch Probleme.

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Kreditsatte Kunden: Wells Fargo kann derzeit längst nicht alle Einlagen bei dem geldhaus- die im Quartal allein um 8 Prozent zunahmen - an Kunden ausleihen. Die dümpelnde US-Wirtschaft fragt nur verhalten viele Kredite nach. Zugleich versuchen mehr und mehr verschuldete US-Bürger, ihre Kreditlasten zu senken.

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Transatlantische Welle: Nach dem dritten Quartal wird klar: In der aktuellen Verfassung dürften manche US-Bankenriesen Probleme bekommen, sollten die drohenden Schuldenschnitte für Europas besonders betroffene Schuldenstaaten, wie beispielseise Griechenland, einen Kreditproblemtsunami auslösen. Der könnte selbst die so sicher wirkenden US-Bankenriesen erschüttern.

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