Wall-Street-Besetzer Amerika spaltet sich in der Unterstützer-Frage

Die Kritiker der Finanzszene forcieren das Tempo: Nach der Unterstützung durch große US-Gewerkschaften versuchen die US-Banker-Kritiker, in allen Gesellschaftsschichten neue Mitstreiter zu mobilisieren. Ein Überblick über den anschwellenden Protest in den USA - und die Kontrahenten der Protestler.
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Anschwellende Bewegung: Die Proteste gegen die Wall Street gehen zu Beginn der vierten Woche in eine entscheidende Phase. Lokale Gruppen, die sich der jungen Bewegung angeschlossen haben, sind jetzt auf 900 Orte in den USA verteilt. Das Epizenturm aber bleibt in New York (im Bild).

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Neue Unterstützer: Am Sonntagabend veranstalteten sie am Broadway ihre erste Generalversammlung in spanischer Sprache, um die mexikanischen Einwanderer anzusprechen. Die "Hispanics" stellen zusammen mit der zweiten großen Minoritätengruppe, den schwarzen Amerikanern, 29 Prozent der Bevölkerung, aber 40 Prozent aller Arbeitslosen. Um den Foley Square (im Bild) beteiligten sich bereits viele Hispanics an den Protesten.

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Globale Resonanz: Derweil breitet sich die Anti-Wall-Street-Bewegung weltweit weiter aus und motiviert auch Proteste in Europa und Asien. Am Sonntag blockierten 2500 Demonstranten die Westminster Bridge in London. Ihr Ziel war vor allem die geplante Gesundheitsreform, die staatliche Hospitäler privater Konkurrenz aussetzen will.

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Rückkoppelung: Hier ist eine Parallele zu der Bewegung in den USA. Die Gesundheitsversorgung ist eines der wichtigen Themen der Occupy-Wall-Street-Bewegung. In China versammelten sich vor dem Kulturzentrum von Zhengzhou, einer Stadt mit sieben Millionen Einwohnern in der Provinz Henan, Pensionäre und erklärten ihre Sympathie für die überwiegend jungen Occupy Wall Street-Demonstranten im fernen New York, wie etwa hier in der Gegend des Zucotti-Parks.

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Neue Medien: Auffallend ist, wie stark die Protestbewegung soziale Plattformen im Internet nutzt, um ihre Botschaft zu verbreiten. Der Wirtschaftssender CNBC will allein in den USA 200 Facebook-Gruppen und Twitter-Konten gezählt haben. Auf der Veranstaltungsseite Meetup.com, die Aktionen koordiniert, werden für die nächsten Wochen 900 Veranstaltungen aufgeführt.

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Tiefenwirkung: Bis in die tiefste US-Provinz organisiert sich die Bewegung. In Tennessee, im Südosten der USA, wo die Finanzkrise und die anschließende große Rezession besonders tiefe Spuren hinterlassen haben, bildeten sich Facebook-Gruppen in Memphis (im Bild), Knoxville, Clarksville und Nashville.

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Gesellschaftliche Antwort: Jetzt positioniert sich Amerikas politische Elite. Nancy Pelosi (im Bild), die Topfrau der Demokraten im Repräsentantenhaus, hat den Protestlern ihre Sympathie bekundet.

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Präsidiale Unterstützung: Barack Obama sieht in der Bewegung den Ausdruck weitverbreiteter Frustrationen in der amerikanischen Bevölkerung. "Wir sehen immer noch einige der Verantwortlichen dieser Krise, die sich gegen die nötigen Reformen wehren", so der US-Präsident. Die Wall Street werde in diesem Zusammenhang als Beispiel dafür gesehen, dass die Finanzindustrie nicht immer den Regeln folge.

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Konservative Zurückweisung: Führende Republikaner lehnen die Bewegung dagegen entschieden ab. Ihr Fraktionschef im Repräsentantenhaus, Eric Cantor (im Bild), bezeichnete Occupy Wall Street am Freitag als einen "wachsenden Mob", der versuche, das Land zu spalten und die Amerikaner gegeneinander "aufzuwiegeln".

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Grummelige Banker: der Hedgefondsmanager Jim Cramer, eine Fernsehlegende unter amerikanischen Kleinanlegern, sinnierte in seiner jüngsten Sendung, die Proteste seien "beunruhigend für die Geldinteressen" im Lande.

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Gesellschaftlicher Rückhalt: Währenddessen unterstützen Gewerkschaften, die sich in den vergangenen Tagen auf die Seite der Protestler gestellt haben, die Bewegung nach Kräften. Sie schicken Nahrung auf den Zuccotti-Platz in Manhattan, sie fahren Demonstranten in Bussen zu deren Treffpunkten, und sie nehmen selbst an Protesten teil - wie hier frenetisch von der "Granny Peace Brigade" auf dem Weg zum Foley Square in New York angefeuert.

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