Spektakulärer Prozess Der Fall Kachelmann

Im Zweifel für den Angeklagten: Jörg Kachelmann ist vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Freundin freigesprochen worden. Nach Auffassung des Landgerichts Mannheim reichten die Indizien nicht für eine Verurteilung aus.
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Jörg Kachelmann nach dem Freispruch: Auf dem Rücksitz des Pkw seiner Anwältin Andrea Combé und mit seinem Medienanwalt Ralf Hoecker verlässt er das Gelände des Landgerichts in Mannheim

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Jörg Kachelmann und sein Verteidiger Johann Schwenn: Trotz des Freispruchs attackierte der Anwalt das Landgericht Mannheim. Die Kammer hätte den Angeklagten "zu gerne verurteilt" und in ihrer Urteilsbegründung nochmal "richtig nachgetreten", um "den Angeklagten maximal zu beschädigen", so Schwenn.

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Er hatte das Urteil verkündet: Der Vorsitzende Richter Michael Seidling. Kachelmann sei nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" freizusprechen.

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Combé (hier mit Kachelmann und Schwenn vor dem Urteil) hatte in ihrem dreistündigen Plädoyer gesagt, es gebe keinerlei objektive Beweise, dass in der Nacht zum 9. Februar 2010 eine Vergewaltigung stattgefunden habe

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Die Anklage hielt bis zum Schluss an ihrem Vorwurf gegen Kachelmann fest: Der 52-Jährige habe seine Ex-Freundin vergewaltigt. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge schilderte in seinem Plädoyer den Nachmittag vor der angeblichen Tat. Kachelmann habe der Frau eine SMS geschickt mit der Bitte, das übliche gemeinsame Essen zur Zeitersparnis "für unsere Hauptaufgabe" wegzulassen. Laut Oltrogge war damit das "sexuelle Geschehen" gemeint.

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Kachelmann, hier im Mai 2007, war zum Zeitpunkt seiner Verhaftung der erfolgreichste Wettermann im deutschen Fernsehen. Er präsentierte vor allem die Vorhersagen nach den "Tagesthemen".

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Ein Faible für ungewöhnliche Auftritte: Kachelmann präsentierte das Wetter auch schon mal vor Ort, wie hier im Juli 1996 im Berliner Zoo. Damals war ein Regenschutz für die Wetterkarte nötig.

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Im Oktober 2002 bereitete Kachelmann auf dem Freiburger Hausberg Schauinsland einen Niederschlagsmessbehälter vor. Der Schweizer hat sein Hobby, die Meteorologie, zum Beruf gemacht. Der Autodidakt gründete 1991 in Bächli bei St. Gallen den Wetterdienst Meteomedia, der SWR engagierte ihn als "Wettermän". Mit dem Start des ARD-Frühstücksfernsehens im Jahr 1992 begann seine Fernsehkarriere.

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Ein Tausendsassa: Der Autor Kachelmann präsentierte im Oktober 2002 auf der Frankfurter Buchmesse sein Buch "Die große Flut"

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Einige liebten seine Auftritte, anderen war es oft zu überzogen: Kachelmann mit extravagantem Outfit und Schneemann im Dezember 2002 in Wolfsburg, wo er eine weitere Wetterstation eröffnete

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Kachelmann im Mai 2007 vor dem Logo der Unwetterzentrale von Meteomedia: Er baute das Unternehmen zu einem der größten privaten Wetterdienstleister in Europa aus. Meteomedia produziert unter anderem die Wetterberichte für verschiedene Anstalten der ARD.

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Kachelmann versuchte sich auch in der TV-Unterhaltung: 1997 übernahm er für einige Jahre mit Unterbrechungen die Moderation der MDR-Talkshow "Riverboat". Im Januar 2007 posierte er mit seinen Kollegen Jan Hofer und Andrea Kiewel für die Fotografen.

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In Untersuchungshaft: Vom 20. März bis 29. Juli 2010 saß Kachelmann in der Justizvollzugsanstalt Mannheim. Er war bei seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen in Vancouver am Frankfurter Flughafen festgenommen worden.

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Der erste öffentliche Auftritt nach Bekanntwerden der Vorwürfe: Nach einem Termin beim Haftrichter am 24. März 2010 verließ der TV-Wetterexperte mit seinem damaligen Anwalt Reinhard Birkenstock das Amtsgericht in Mannheim

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Vier Monate saß Jörg Kachelmann in U-Haft, am 29. Juli konnte er die JVA Mannheim verlassen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe beschloss die Freilassung mit der Begründung: Im damaligen Stadium des Verfahrens bestand kein dringender Tatverdacht mehr.

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Strafverteidiger Birkenstock und sein Mandant beim Prozessauftakt am 6. September im Gerichtssaal: Im Laufe des Verfahrens wechselte Kachelmann seinen Anwalt und übertrug das Mandat Johann Schwenn

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Der Prozess stieß von Anfang an auf großes öffentliches Interesse. An den ersten Prozesstagen warteten Dutzende Journalisten vor dem Gerichtsgebäude - und befragten sich auch gern gegenseitig. Alice Schwarzer, die für die "Bild"-Zeitung von dem Verfahren berichtete, wurde stets gern interviewt.

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Ende Oktober 2010 sagte das mutmaßliche Opfer, Kachelmanns ehemalige Geliebte, als Zeugin aus. Auf dem Weg zum Gericht schützte sie sich vor den Kameras mit einem Buch, das den Titel trägt: "Der Soziopath von nebenan".

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