Steve Jobs Genial, legendär, machtversessen

Apple-Mitbegründer Steve Jobs war einer der charismatischsten Firmenlenker der Welt. Nun ist er im Alter von 56 Jahren gestorben. Vor zwei Monaten trat er bereits als Apple-Chef zurück. Ein Überblick über die wichtigsten Episoden seiner Karriere.
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Nachruf auf der Apple-Homepage: Steve Jobs ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Der Apple-Mitbegründer litt an Bauchspeicheldrüsenkrebs und erhielt 2009 eine neue Leber.

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Rücktritt: Ende August trat Jobs als Konzernchef zurück. Er könne seine Aufgaben nicht länger erfüllen, schrieb Jobs an den Verwaltungsrat. Seitdem führt Tim Cook das Unternehmen.

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... wird schnell zum Gesicht von Apple. 1984, vier Jahre nach dem Börsengang, trägt Jobs hier nicht nur Fliege, er ist inzwischen der erste Popstar der IT-Branche. Jobs lockt schließlich den erfahrenen Pepsi-Manager John Sculley (r.) zu Apple mit der inzwischen legendären Frage, ob Sculley lieber weiter Zuckerwasser verkaufen oder einen Abdruck im Universum hinterlassen wolle.

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Bei der Präsentation des Apple IIc 1984 in San Fransisco stehen Jobs, Sculley und Wozniak noch vereint auf der Bühne. Doch im Hintergrund brodelt es gewaltig. Jobs gilt als unberechenbarer Manager, sein Führungsstil wird im Silicon Valley spöttisch die "Helden-Arschloch-Achterbahn" genannt. Wer heute noch ein Held ist, kann morgen schon als "bozo", als Volltrottel, vom Hof gejagt werden.

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Nur ein Jahr später, 1985, ist es allerdings Jobs, der bei Apple weg ist. Vielmehr noch: Keiner der beiden Gründer-Steves arbeitet mehr hier. Jobs verlässt Apple, weil Sculley ihn entmachtet hatte. Wozniak, der eigentliche Erfinder im Gründertandem, geht ein Jahr nachdem er erfahren hat, dass Jobs für das erste gemeinsame Projekt der beiden beim Spielehersteller Atari 5000 Euro erhalten hatte. Jobs hatte ihm von 700 Dollar erzählt. Fortan stehen bei Apple die Rechner wie dieser Macintosh im Vordergrund.

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Apple steuert ohne Jobs in den Folgejahren auf die Pleite zu. Doch auch Jobs' eigenes neues Computerunternehmen Next ist nicht erfolgreich - die Next-Software jedoch begehrt. 1997 kauft Apple Next und damit Steve Jobs gleich mit ein. Schnell zieht Jobs im Hintergrund die Fäden, bevor er sich später zum CEO ernennen lässt. Auf der Hausmesse Macworld Expo 1997 schaltet Jobs unerwartet Bill Gates dazu. Der Microsoft-Chef gewährt Apple eine Finanzspritze in Höhe von 150 Millionen Dollar - und wirkt auf der großen Leinwand im Vergleich zu Jobs übermächtig. Die Apple-Fans sind entsetzt.

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Kurz vor der Jahrtausendwende beginnt der zweite Siegeszug von Steve Jobs. 1999 präsentiert er die neuesten Computer aus dem Hause Apple. Die Produkte tragen nun im Namen ein "i" davor, es steht für Internet. Sie sind bunt und kommen gut an.

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Allerdings nicht uneingeschränkt. Unter Jobs produziert Apple auch Flops wie diesen kubusartigen Macintosh, den der Apple-Boss 2000 hier der Öffentlichkeit präsentiert.

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2002 stellt Jobs auf der Fachmesse Macworld Expo den neuen iMac 17 Zoll - und bricht zugleich den Frieden mit Gates. Auch wenn der Microsoft-Gründer noch vor einigen Jahren Apple das Überleben sicherte, zieht Apple nun mit einer Millionen Dollar schweren Werbekampagne über Microsoft her. In Spots auf allen großen TV-Kanälen in den USA und in großformatigen Printanzeigen berichten "normale Menschen" wie Mark Frauenfelder, warum sie nicht mehr mit einem Windows-PC arbeiten möchten und sich stattdessen einen Macintosh von Apple angeschafft haben.

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Der Wendepunkt: Mit dem Musikabspielgerät iPod, hier eine Präsentation 2003, startet Jobs eine Serie von Elektrokleinstgeräten, mit denen er auch fremde Branchen umwälzt - und endgültig zum Kultunternehmen aufsteigt. Das iTunes-Portal etwa verspricht den großen Musikkonzernen erstmals die Befreiung vom Übel kostenloser Downloads. Doch die Bedingungen diktiert Jobs allein. "Es ist ihm egal, ob sein Gesprächspartner mit dem Ergebnis leben kann. Leben und leben lassen gibt es für ihn nicht", sagt heute ein Musikmanager, der einst mit Jobs verhandelte.

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Steve Jobs hatte Regisseur George Lucas einst eine Firma abgekauft, die sich der Entwicklung softwaregesteuerter Animationsfilme widmete. Heute ist das Unternehmen unter dem Namen Pixar und für Filme wie "Findet Nemo", hier Jobs 2003 bei der Premiere, bekannt. Das Investment zahlt sich für Jobs aus. 2006 bietet Disney 7,4 Milliarden Dollar für alle Pixar-Aktien.

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2006 bestellt Jobs Google-Chef Eric Schmidt in den Verwaltungsrat von Apple. Jobs möchte von der Internetexpertise des Google-Lenkers profitieren. Die Partnerschaft währt nicht lange: Nachdem Google mit dem ersten Android-Handy 2008 auf den Markt kommt, fliegt Schmidt aus dem Gremium schon wieder raus.

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Der i-Serie nächster Teil: Im Januar 2007 stellt Jobs das iPhone in San Francisco vor. Das Handy kann alles, was andere davor nur versprachen - im Internet mühelos surfen, Spiele darstellen und Musik abspielen. Ein Preis für Jobs Telekom-Partner bei der Vermarktung: Bis zu 30 Prozent vom Umsatz, den ein iPhone-Kunde generiert, müssen sie an Apple abtreten - eine Revolution in der Mobilfunkbranche, ...

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... die Telekom-Chef René Obermann (l.), der exklusive Vertriebspartner von Apple 2007 in Deutschland, akzeptiert. Und die Telekom zahlt auch allein die iPhone-Werbekampagnen, darf nicht einmal über die Gestaltung der eigenen T-Shops im Zusammenhang mit Apple-Werbung selbst entscheiden.

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Im Januar 2009 gibt Jobs bekannt, dass er krankheitsbedingt eine Auszeit als Apple-Chef nehmen muss. Sein Chief Operating Officer Tim Cook (l.) übernimmt das Tagesgeschäft. Apple hält sich zunächst bedeckt, was den Gesundheitszustand Jobs' betrifft. Inzwischen ist bekannt, dass er eine Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung und eine Lebertransplantation überstanden hatte. Nachrichten von seinem Gesundheitszustand wirkten sich seither sofort auch auf die Apple-Aktie aus.

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Der i-Serie vorerst letzter Teil: Der tastaturlose Kleincomputer iPad, den Jobs 2010 auf den Markt bringt, schickt sich an, erneut eine Branche umzuwälzen. Nach der Musik- und Telekommunikationsbranche will Jobs sich damit auch die Verlagsbranche untertan machen - ist doch das iPad das erste Gerät, das eine solide Geschäftsbasis für digitale Medieninhalte verspricht. Doch die iPad-Konkurrenten ...

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... holen auf. Der große Apple-Konkurrent heißt Google, dessen Betriebssystem sich immer öfter auf Tablets findet wie diesem Motorola Xoom. Kein Wunder, dass sich die Verlage inzwischen verstärkt nach iPad-Alternativen umsehen. Apples Dominanz bröckelt. Die rüden Methoden des Kultkonzerns verärgern zunehmend Geschäftspartner und Wettbewerber.

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Doch es gab sie natürlich noch, die Orte, an denen die große Steve-Jobs-Show funktionierte: Auf der Apple-Entwicklerkonferenz im Moscone Conference Center in San Francisco im Juni 2011 sorgt das James-Brown-Lied "I feel good" für gute Stimmung bei den 5000 Angereisten. "Wir lieben dich", ruft einer anschließend Jobs zu. Es war der letzte große Auftritt von Steve Jobs.

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