Wirtschaft und Wissenschaft Welcher Nobelpreis war Gold wert?

Meistens zeichnet das Nobelpreiskomitee Forscher für große Erfolge in der Grundlagenforschung aus. Doch der Preis wird nun schon über 100 Jahre lang verliehen. Einige Ergebnisse aus Medizin, Physik und Chemie sind inzwischen nicht mehr aus unserem Alltag und aus der Wirtschaft wegzudenken.
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Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den israelischen Wissenschaftler Daniel Shechtman. Die Nobelpreise werden nun schon über 100 Jahre lang verliehen. Einige Ergebnisse aus Medizin, Physik und Chemie sind inzwischen nicht mehr aus unserem Alltag und aus der Wirtschaft wegzudenken. Ein Überblick.

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Den ersten Nobelpreis für Physik bekam Wilhelm Conrad Röntgen 1901. Ausgezeichnet wurde er für seine Entdeckung der Röntgen-Strahlen. Beim Zahnarzt und in jedem Krankenhaus stehen heute Geräte, die diese Strahlen nutzen und den Ärzten einen Blick ins Innere des Patienten ermöglichen, ohne ihn gleich aufzuschneiden. Aber auch in der Industrie und in der Forschung werden Röntgenstrahlen eingesetzt. Zum Beispiel um Fremdkörper in Lebensmitteln aufzuspüren.

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E 938 - oder Argon - ist ein Edelgas. Es wird als sogenanntes Schutzgas beim Verpacken von Lebensmitteln verwendet. Zum Beispiel in Sahnedosen. Außerdem steckt Argon in einigen Glüh- und Gasentladungslampen. Entdeckt hat es der Brite John William Strutt. Dafür bekam er 1904 den Nobelpreis in Physik.

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Die Lebensmittelindustrie muss außer Strutt auch Adolf von Baeyer dankbar sein. 1905 erhielt er den Nobelpreis für Chemie als Anerkennung für seine Forschung über organische Farbstoffe. Außer als Zusatz in Lebensmitteln findet man organische Farbstoffe in der Textil- und Kosmetikindustrie. Auch Lacke werden daraus hergestellt.

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Ferdinand Braun und ...

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... Guglielmo Marconi sind die Urväter des Handys. Sie schufen die ersten drahtlosen Funkverbindungen und erhielten 1909 dafür den Nobelpreis in Physik. Die Marine entdeckte am schnellsten, wie nützlich diese neue Erfindung war. Zunächst war aber nur drahtloses Morsen möglich - noch sehr weit weg von den heutigen Smartphones.

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Der Deutsche Otto Wallach revolutionierte die Parfümproduktion. Dank seiner Forschung zu ätherischen Ölen ist es heute möglich, Geruchs- und Geschmacksstoffe künstlich herzustellen. Er erhielt 1910 den Nobelpreis für Chemie.

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Auch Otto Hahn bekam diesen Preis. 1944 wurde er für die Entdeckung der Kernspaltung von Atomen ausgezeichnet. Dieses Prinzip wird heute zur Energieerzeugung in Atomkraftwerken verwendet. Hahn gilt als Vater der Kernchemie.

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Seit 1942 wird Penizillin - eines der ältesten Antibiotika - industriell hergestellt. Das Medikament rettete unzählige Menschen vor Infektionskrankheiten. In den ersten Jahren vor allem Soldaten. Alexander Fleming, Howard Florey und Ernst Boris Chain (v.l.n.r.) entwickelten die nötigen Methoden zur industriellen Produktion des Medikaments. Sie erhielten dafür 1945 den Nobelpreis für Medizin.

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Im selben Jahr erhielt der Finne Artturi Ilmari Virtanen den Preis für Chemie. Der Biochemiker entwickelte eine Methode zur Konservierung von Lebensmitteln, bei der wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine nicht mehr zerstört wurden.

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1956 wurden William Shockley, John Bardeen und Walter Brattain (v.l.n.r.) mit dem Nobelpreis für Physik geehrt. Sie hatten den Transistoreffekt entdeckt. Ohne einen Transistor funktioniert heute kaum ein elektrisches Gerät. Handys, Computer oder Tablet-PCs wären ohne sie nicht denkbar, denn Computerchips sind nichts anderes als eine riesige Ansammlung winziger Transistoren.

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Die Amerikaner George Beadle, Edward Lawrie Tatum und Joshua Lederberg (v.l.n.r. Beadle, Tatum, ganz rechts Lederberg, zusammen mit den anderen Nobelpreisträgern 1958) erhielten 1958 den Nobelpreis für Medizin für ihre Forschung an Genen. Beadle und Tatum entdeckten, dass Gene wirken, indem sie chemische Vorgänge regulieren. Lederberg wiederum, dass Gene neu kombiniert werden können. Damit legte er den Grundstein für die Gentechnik. Heute werden die Gene von Kartoffeln oder Tabakpflanzen verändert, um zum Beispiel große Mengen von Medikamenten zu produzieren.

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Der meist produzierte Kunststoff der Welt ist Polyethylen. Getränkeflaschen, Müllsäcke, Rohre oder die Isolation von elektrischen Kabeln sind daraus gemacht. Es wird mit dem Ziegler-Natta-Verfahren hergestellt. Karl Ziegler und Giulio Natta herhielten für ihre Entwicklung 1963 den Nobelpreis für Chemie.

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Noch fehlt das richtige Material, um die Supraleitertheorie von John Bardeen (im Bild) und Leon Neil Cooper wirtschaftlich zu nutzen. Großes Potenzial hat ihre Idee aber vor allem für den Transport von Energie und elektrische Schaltkreise. Den Nobelpreis in Physik brachte sie den Forschern 1972 ein. Supraleiter sind Materialien, deren elektrischer Widerstand ab einer gewissen Temperatur auf null fällt - das heißt, Strom kann ohne Verluste durch sie hindurch geleitet werden. Im Moment werden Supraleiter vor allem dazu verwendet, starke Magnetfelder zu erzeugen. Sie sind zum Beispiel in Teilchenbeschleunigern eingebaut.

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Außer durch Röntgen können Ärzte heute mithilfe einer Computertomografie das Innere eines Menschen scannen. Die Methode wurde von Allan McLeod Cormack und Godfrey Hounsfield entwickelt. Dafür erhielten sie 1979 den Nobelpreis für Medizin. Auch Bäume, Mumien oder Industriegüter können mit einer Computertomografie untersucht werden.

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Dank der Merrifield-Synthese kann Insulin heute vollständig künstlich hergestellt werden. Robert Bruce Merrifield bekam für seine Forschung 1984 den Nobelpreis für Chemie.

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Insulin ist ein wichtiges Hormon, das Menschen und Tiere brauchen, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Für Menschen mit Diabetes sind Insulinspritzen überlebenswichtig.

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Es gäbe keine modernen Festplatten, hätten Albert Fert (links) und Peter Grünberg (rechts) nicht den Riesenmagnetwiderstand entdeckt. Der Effekt wird benutzt, um Daten auf Festplatten zu schreiben und wieder auszulesen. 2007 erhielten die Forscher für ihre Entdeckung den Physik-Nobelpreis.

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Eine Digitalkamera hat inzwischen jeder. Ob im Handy oder größer als Spiegelreflex-Kamera. Damit Bilder auf einem Chip aufgenommen werden können, mussten Willard Boyle (links) und George Smith (rechts) aber zunächst den CCD-Sensor erfinden - ein lichtempfindliches elektronisches Bauteil. Dafür erhielten sie ...

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... 2009 den Nobelpreis für Physik, zusammen mit Charles Kuen Kao (links). Kao entwickelte die Glasfaseroptik weiter. Seine Erkenntnisse spielen eine wichtige Rolle bei der Datenübertragung und damit für das schnelle Internet.

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2010 wurden Andre Geim (links) und Konstantin Novoselov (rechts) mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Sie erforschen Graphen. Wegen seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit gilt Graphen als Hoffnungsträger der Computerchip-Industrie. Es könnte Silizium als Transistormaterial ablösen. Das stößt bei den immer kleineren und gleichzeitig immer dichter mit Transistoren besetzten Chips langsam an seine physikalischen Grenzen.

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