Schnüffler, Schwätzer und Spione Die größten Datenskandale in deutschen Konzernen

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Deutsche Telekom: Der Kommunikationsriese geriet 2009 in die Schlagzeilen, weil er systematisch Journalisten und Aufsichtsräte ausspionieren ließ. Im Auftrag der Sicherheitsabteilung sammelten Detektive auch Informationen über das Liebesleben einer kroatischen Managerin, die zur Telekom-Tochter in dem Balkanland wechseln sollte.

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Daimler: Der Stuttgarter Autobauer beschloss 2009, künftig von allen Jobaspiranten im fortgeschrittenen Bewerbungsprozess Bluttests zu verlangen. Auch angehende Manager mussten sich der Prozedur unterwerfen. Nach Protesten der Datenschützer ruderte der Konzern zurück: Inzwischen werden Kandidaten nur noch im Rahmen "arbeitsmedizinischer Pflichtuntersuchungen" zur Ader gelassen, sagt eine Sprecherin.

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Kik: Der Textildiscounter stellte in den Jahren 2008 und 2009 mehr als 49.000 Anfragen bei der Auskunftei Creditreform, um sich Einblick in die finanziellen Verhältnisse seiner Mitarbeiter zu verschaffen. Trotzdem stellte die Staatsanwaltschaft Dortmund die Ermittlungen ein: Es ließ sich nicht nachweisen, dass Mitarbeitern aufgrund schlechter Bonitätsauskünfte gekündigt worden war. Von Kik aufgebotene Zeugen sagten aus, das Management habe ihnen aus den Schulden sogar wieder herausgeholfen - und so blieb der Discounter in der Affäre Sieger.

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Deutsche Bahn: Der Schienenbetrieb ließ zeitweilig die Daten von 173.000 Angestellten präventiv auf korruptionsverdächtige Firmenkontakte abgleichen. Bei Hunderten Führungskräften erstreckte sich der Namens- und Datenabgleich auch auf die Ehepartner. Dabei wurden E-Mails, Telefon- und Kontoverbindungen an die Berliner Wirtschaftsdetektei Network Deutschland weitergereicht, die auch die Telekom beraten hat. Die Ermittlungen unter dem Codenamen "Eichhörnchen" sollten klären, ob die Topmanager oder ihre Gattinnen Beteiligungen an Firmen hielten oder Nebentätigkeiten ausübten, die der Bahn nicht offengelegt wurden.

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Lidl: In einer Mülltonne entdeckte firmeninterne Unterlagen brachten im April 2009 ans Licht, dass der Discounter in speziellen Formularen über das körperliche und seelische Befinden von Mitarbeitern Buch geführt hatte. Der unerfüllte Kinderwunsch wurde genauso notiert wie Besuche beim Psychologen. Deutschland-Chef Frank-Michael Mros kostete die Aktion den Job. Ein Jahr zuvor war bereits öffentlich geworden, dass auch Lidl-Gesellschaften Detektive beauftragt hatten, das Verhalten von Mitarbeitern zu überwachen und zu protokollieren.

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