Erdgasautos weltweit Von der Nische zum Massenmarkt

Sauber, sicher, sparsam: Nichts spricht gegen Erdgas als Autoantrieb. Trotzdem bleibt die Technik in Deutschland in einer Marktnische. Im Alltag funktioniert sie längst tadellos, anders als die Elektromobilität. In manchen Ländern hat sich diese Einsicht schon durchgesetzt.
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Äußerlich fallen Erdgasautos kaum auf. Selbst die Zapfapparate sehen denen für Benzin ähnlich, funktionieren aber ganz anders. Durch die Rohre strömt keine Flüssigkeit, sondern auf einen Druck von 200 Bar verdichtetes Erdgas. Das ist wirtschaftlicher als Benzin oder Diesel.

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Bisher fahren in Deutschland nur gut 90.000 Erdgasfahrzeuge. Flottenversuche mit Bussen oder Taxis hatten bisher keine große Wirkung auf die Öffentlichkeit. Immerhin hat auch der Bundestag seit neuestem einen Erdgas-Fuhrpark.

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Ein typisches Vorurteil: Kann man damit auch in die Tiefgarage fahren? Man kann. Die Feuer- und Explosionsgefahr ist wegen der modernen Sicherheitstechnik geringer als bei Benzinern. An manchen Garagen hängen tatsächlich Verbotsschilder, die beziehen sich aber auf etwas anderes:

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Flüssiges Autogas mit der Abkürzung LPG ist ein Propan-Butan-Gemisch, ein Abfallprodukt der Benzinherstellung. Dieser Stoff ist in Europa schon länger verbreitet, viele lassen ihre Autos umrüsten, vor allem weil die Tankstellenpreise günstig erscheinen. Im Vergleich zu Benzin oder Diesel sind sie das auch, wegen des niedrigeren Energiegehalts aber längst nicht so gut wie die von ...

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komprimiertem Erdgas, in der englischen Abkürzung CNG. Ein Kilogramm entspricht etwa der Leistung von 1,5 Litern Superbenzin, deutsche Autofahrer sparen damit mehr als die Hälfte Tankkosten - im internationalen Vergleich sieht es meist noch viel besser aus. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Schadstoffausstoß, der noch verbessert werden könnte mit ...

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Biogas. Das aus organischen Abfällen hergestellte Produkt hat zwar eine geringere Energieausbeute als herkömmliches Erdgas, ist mit Motoren, Leitungen und Tanks aber voll kompatibel. Und der CO2-Ausstoß kann auf 5 Gramm pro Kilometer gesenkt werden - kein Antrieb schafft einen niedrigeren Wert, nicht einmal Elektroautos mit 100 Prozent Windstrom.

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In anderen Ländern spielt Erdgas als Autoantrieb längst eine größere Rolle. Italien ist europaweit Vorreiter mit einer Dreiviertelmillion Erdgasautos. Der Antrieb hat dort Tradition, seit in der Nachkriegszeit Gas in der Po-Ebene gefunden wurde. Die zwecks nationaler Unabhängigkeit politisch geförderte Alternative zu Benzin trug sogar zur Entstehung des Energieriesen Eni bei, eines der größten Konzerne Europas. Heute wird die Umstellung auf Erdgas in Italien noch beschleunigt, auch in anderen Ländern wie Schweden fährt jeder vierte Neuwagen mit Gas.

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In den USA machen die niedrigen Benzinpreise die Konkurrenz schwer, nur wenige Privatautos fahren mit Erdgas. Für Nutzfahrzeuge lohnt sich die Ersparnis aber schon. Für zusätzliche staatliche Anreize kämpft eine mächtige Lobby:

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Der texanische Milliardär T. Boone Pickens hat den Pickens-Plan ins Leben gerufen, der Erdgas als Antrieb zum Durchbruch verhelfen soll und wohl demnächst Gesetz wird. Der erzkonservative Öl- und Gasmann bezweckt damit vor allem den Verzicht auf den Import von Öl aus arabischen Ländern, der Umweltschutz ist für ihn ein positiver Nebeneffekt. Mit der gleichen Verve tritt er auch für einen Gürtel aus Windrädern von der kanadischen bis zur mexikanischen Grenze ein. Längst Realität ist Erdgas als Massenantrieb in manchen Schwellenländern:

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In Argentinien fahren rund zwei Millionen Erdgasautos, dafür gibt es rund 2000 Tankstellen. Viele Argentinier lassen auch uralte Autos umrüsten, ihr Hauptmotiv ist die Preisersparnis von zwei Dritteln in dem Gasförderland. Viele der Autos verkraften als Alternative auch Petroleum. Sauberer geht es im nördlichen Nachbarland zu:

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Auch in Brasilien, wo der marktführende Kraftstoff nicht Benzin, sondern aus Zuckerrohr gewonnenes Ethanol ist, fahren inzwischen gut 1,5 Millionen Autos mit Erdgas.

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Ebenfalls die Millionenschwelle überschritten haben die Erdgasautos in Indien wie diese Taxis in Mumbai. Die stärksten Erdgasnationen sind aber die noch ärmeren Nachbarländer:

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In Pakistan gibt es die weltweit meisten Erdgastankstellen, nämlich mehr als 3000 für knapp drei Millionen Fahrzeuge, den höchsten Marktanteil hat der Antrieb im ehemaligen Schwesterland ...

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Bangladesch: Jedes vierte Fahrzeug dort fährt mit Erdgas, neben den hier gezeigten Autos sind das auch oft motorisierte Dreiräder.

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