Öl im Alltag Was die "grüne Raffinerie" herstellt

Der H&R-Konzern dominiert das Geschäft mit Ölspezialitäten in Deutschland. Trotz steigender Ölpreise ist die Marktnische profitabel. Von Autoreifen bis Käserinde entstehen die meisten Alltagsprodukte nach wie vor auf Ölbasis. Eine Übersicht.
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Salzbergen im Emsland ist der Hauptsitz des Ölverarbeiters H&R. Die dortige Spezialraffinerie, mit 150 Jahren die weltweit älteste, konnte das mittelständische Unternehmen 1994 von BASF Wintershall übernehmen. Aus einer mangels Masse unprofitablen Grundölproduktion wurde ein Standort, der wegen der Vielfalt seiner Produkte etliche Marktnischen besetzt. In Hamburg kam 2004 ein weiterer Standort hinzu ...

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Auch in den von BP übernommenen Ölwerken Schindler setzt H&R auf das Spezialitätengeschäft mit hunderten Produkten. Im September 2011 eingeweiht wurde die abgebildete Propanentasphaltierungsanlage, die größte Investition der Firmengeschichte - aber dank der Investitionsentscheidung mitten in der Wirtschaftskrise mit 45 Millionen Euro noch zehn Millionen billiger als geplant. Weil die Anlage hilft, Öl noch stärker zu verwerten und weniger Rückstände zu hinterlassen, sieht H&R darin einen Beitrag zur "grünen Raffinerie".

Foto: Pressebild.de / Bertold Fabricius
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Hinter dem Börsenkonzern H&R steht das von Nils Hansen geführte Familienunternehmen Hansen & Rosenthal, das im Dezember 2010 die Aktienmehrheit übernommen hat. Nun hat der bisher als H&R Wasag firmierende Konzern den zweiten Namensbestandteil, der für Westfälisch-Anhaltinische Sprengstoff-Aktiengesellschaft stand, gestrichen. Sprengstoff stellt das Unternehmen nicht mehr her, aber rund 800 Ölprodukte vom teerigen Bitumen bis zu wasserklarem Weißöl. Nach Unternehmensangaben sind diese Ölspezialitäten in gut 70 Prozent der Alltagsprodukte enthalten ...

Foto: Ingo Röhrbein
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Zu den wichtigen Abnehmern in der Industrie zählen die Reifenhersteller. Ein Autoreifen besteht zu rund einem Drittel aus Öl, H&R sieht sich als Weltmarktführer für High-Performance-Reifen. Die speziellen Weichmacher verhindern unter anderem Reifenabrieb. Das Unternehmen setzt darauf, dass strengere Gesundheits- und Umweltvorschriften die Nachfrage nach den Ölspezialitäten steigern. Auch sonst steckt Öl nicht nur in Form von Benzin in Autos ...

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Beispielsweise sind Sitzfüllungen oft aus Polyurethan mit Ölzusätzen, Lenkräder bestehen aus Kunststoffen auf Ölbasis, im Armaturenbrett werden Weichmacher verwendet, für die Produktion der Karosserie wird Walzöl verwendet.

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Die Verbindungselemente des Hamburger Elbtunnels bestehen aus H&R-Materialien, die dafür sorgen, dass die verschiedenen Segmente auch bei Temperaturschwankungen dicht halten. Auch am Bau gibt es vielfältige Verwendungen für Ölspezialitäten, etwa bei der Zusammensetzung von Betonteilen oder der Beschichtung von Schalbrettern für die Zementmischung-

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Ein Spezialöl von H&R bildet die Grundlage für Druckfarben. Neben der Industrie kommen zahlreiche Ölprodukte aber auch in Konsumgütern zum Einsatz ...

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Zu den bedeutenden Kunden zählen die Kosmetik- und Pharmaindustrie, die Paraffine als Basis für Hautcremes oder Salben verwendet. Auch Make-up enthält oft H&R-Produkte, ebenso wie Abführmittel oder Vaseline, die das Unternehmen auch direkt an Apotheken liefert.

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Sogar die Lebensmittelbranche kommt kaum ohne Öl aus, beispielsweise werden Käserinden aus Wachsen von H&R hergestellt, Kekse und Cracker in Weißöl gebacken, Kaugummis enthalten Weichmacher und viele Verpackungen sind dank Polystyrol luftdicht und hygienisch.

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