Elektroautopionier Wie Tesla erwachsen werden will

Tausende Laptop-Akkus für's Elektroauto: So bastelte das amerikanische Start-up Tesla Motors seinen ersten Roadster zusammen. Mittlerweile sind die Kalifornier zum umworbenen Partner großer Automobilhersteller gereift. Seinen neuen Viersitzer will Tesla in Großserie herstellen - und so wieder zurück in die schwarzen Zahlen kommen.
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Tesla Roadster: Mit dem auf dem Lotus Elise basierenden Elektroauto, das seine Kraft aus 7000 Laptop-Akkus zieht, hat der kalifornische Autohersteller Tesla Geschichte geschrieben. Rund 100.000 Dollar müssen Elektroautopioniere pro Fahrzeug zahlen - dafür kommen sie mit einer Batterieladung bis zu 320 Kilometer weit. Doch nun lässt Tesla die Fertigung des Roadsters auslaufen, um sich voll auf sein neues Modell zu konzentrieren ...

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... das ein familientauglicher Elektroviertürer mit bis zu sieben Sitzplätzen werden soll. Noch existieren von Teslas Model S nur Prototypen, die werden allerdings bereits ausgiebig in Kalifornien getestet. Mindestens 57.500 Dollar werden die Fahrzeuge kosten, je nach gewähltem Batteriepack kommt das Model S zwischen 250 und 480 Kilometer weit mit einer Akkuladung.

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Von Grund auf als Elektroauto entwickelt: Die Karosserie hat Tesla - anders als bei seinem Roadster - von Grund auf selbst entworfen. Sogar die Stanzungen der Aluminiumkarosserie macht Tesla selbst, sagt Model-S-Baureihenleiter Jérôme Guillen. Das Auto wird einen völlig flachen Unterboden haben, was der Aerodynamik zugute kommt, zudem sollen die Elektromotoren besonders effizient werden. Doch die formschöne Limousine wird erst Ende 2012 an die Kunden ausgeliefert - Europäer müssen wohl noch bis 2013 warten.

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Hohe Anlaufverluste: Das Interesse an dem Fahrzeug ist aber groß, 5600 Interessenten haben das Model S bereits vorbestellt und eine Anzahlung geleistet. Gebaut wird das Fahrzeug in einer ehemaligen Autofabrik von GM und Toyota im kalifornischen Fremont (im Bild), die Tesla Ende 2010 übernommen hat. Die Modellentwicklung und die Übernahme der Fabrik kosten viel Geld. Tesla Motors schrieb im ersten Halbjahr 2011 einen Verlust von 107 Millionen Dollar. Erst ab 2013 soll Tesla profitabel arbeiten und will jährlich 20.000 Model-S-Elektroautos herstellen. In der Zwischenzeit hält sich Tesla aber auch mit anderen Geschäften über Wasser ...

Foto: © Robert Galbraith / Reuters/ REUTERS
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... so liefert Tesla etwa den Antriebsstrang für die Elektroautoversion des Toyota RAV4, der ab 2012 verkauft wird. Rund 100 Millionen Dollar kassiert Tesla dafür - und baut so ein lukratives Zuliefergeschäft mit dem japanischen Autoriesen auf, der sich bereits vor einiger Zeit bei Tesla eingekauft hat. Auch Daimler hält Anteile an Tesla - und gehört ebenfalls zu Teslas Kundenstamm. Das Zulieferergeschäft wird zum zweiten Standbein der Kalifornier ...

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... was Vorstandsmitglied Ricardo Reyes gegenüber manager magazin Online auch freimütig zugibt. Für die Zukunft hegt Tesla bereits ehrgeizige Wachstumspläne. Dem Model S (im Bild ist dessen Alukarosserie zu sehen) soll ein Elektro-SUV namens Model X folgen, der auf der Technik des Viersitzers aufbauen wird. Auch einen preiswerteres Modell hat Tesla bereits in Planung, einen Ersatz für den Roadster soll es ebenfalls geben. Doch all das hängt davon ab, ob Teslas Model S die hohen Erwartungen der Kalifornier tatsächlich erfüllt.

Foto: Tom Grünweg