Tiefseerohstoffe Wie Deutschland den Meeresboden plündern will

Weltweit werden Rohstoffe knapp. Doch mithilfe maritimer Vorkommen soll Deutschland der Sprung in die Rohstoffunabhängigkeit gelingen. Vor allem die sogenannten Manganknollen könnten dabei helfen. Ein Überblick über die mögliche Fördertechnik - und Deutschlands größte Konkurrenten.
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Manganknollen sind meist zwischen drei und acht Zentimeter groß und befinden sich in 5000 Meter Tiefe. Besonders wertvoll sind sie wegen ihrer für die Industrie so wichtigen Anteile an Kupfer, Nickel und Kobalt.

Foto: BGR
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Die hawaiianische "Kilo Moana" ist eines der Schiffe, mit denen sich der BGR auf Forschungsreise zum Manganknollengürtel gemacht hat. Das Schiff besitzt zwei Rümpfe und ist mit der dadurch entstehenden schwankungsarmen Lage im Wasser besonders für die Forschung geeignet.

Foto: BGR
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Das deutsche Lizenzgebiet zur Erkundung von Manganknollen liegt im Nordostpazifik, zwischen Hawaii und Mexiko. Die Fläche erstreckt sich über 75.000 Quadratkilometer und ist von Land aus mit dem Schiff innerhalb von vier Tagen erreichbar.

Foto: BGR
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Das 3D-Bild ist ein Ausschnitt aus dem Manganknollen-Lizenzgebiet. Mithilfe dieser Bilder wird eine Topografie des Meeresbodens erstellt. Dadurch entsteht dann ein genauer Fahrplan für die Abbaugeräte, da die im Bild erkennbaren untermeerischen Vulkane umfahren werden müssen. Die Vulkane haben einen Durchmesser von rund zwei bis vier Kilometer und sind mehrere hundert Meter hoch.

Foto: BGR
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Mit der von der niederrheinischen Firma Aker Wirth entwickelten Fördertechnologie können Manganknollen mit einem Fächersystem aufgeommen werden. Die Knollen werden dann zerkleinert, um danach an die Oberfläche gespült zu werden.

Foto: BGR
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Die Grafik veranschaulicht ein mögliches Abbauszenario. Als besonders problematisch schätzen Umweltschützer die Entstehung einer Trübewolke ein, die während des Abbaus entstehen kann. Dabei wird Sediment aufgelockert, das sich anderen Stellen wieder absetzt und Lebensräume zerstören kann.

Foto: BGR
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Probebohrung: Mithilfe eines Kastengreifers wurde während der Forschungsarbeiten des BGR ein Ausschnitt des Meeresbodens an die Oberfläche befördert. Zu sehen sind die wertvollen Manganknollen. Besonders interessant sind dabei Menge und Größe, da sie Einfluss auf die Fördertechnologie haben werden. Zudem wird dadurch eine Hochrechnung des Vorkommens erstellt.

Foto: BGR
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Letzte Vorbereitungen: Die Rem Etive, ein Spezialschiff des Unternehmens Fugro-TSM, ist im Auftrag des kanadischen Unternehmens Nautilus bereits in Position gegangen, um die globale Unterseejagd auf die Rohstoffe zu eröffnen. In zwei Jahren soll es in der Bismack Sea nördlich von Papua Neuguinea so richtig losgehen. Auf einem Abbaufeld, das Solwara 1 genannt wird, das etwa 1,3 Kilometer lang und 200 Meter breit ist - und reich an Kupfer und Goldvorkommen.

Foto: Fugro-TSM
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Chinas Trumpf: Das chinesische U-Boot "Jiaolong", was übersetzt "Seedrache" heißt, tauchte vor wenigen Wochen erstmals bis auf 5075 Meter Tiefe im Pazifischen Ozean. Das chinesische Institut für Ozeanographie (SOA) will das Unterseeboot künftig für geologische Forschungen einsetzen - und mit der "Jiaolong" den Meeresgrund nach Bodenschätzen absuchen.

Foto: Chinafotopress/ dpa
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