"Progress M-12M" Absturz mit weitreichenden Folgen

Ein unbemannter russischer Raumtransporter ist abgestürzt, statt Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation zu bringen. Das könnte die Zukunft der Raumfahrt massiv behindern - denn auch Astronautentransporter setzen auf die "Sojus"-Technik, die bisher als unkaputtbar galt.
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"Progress M-12M" nach dem Start (am 24. August 2011): Mit 2670 Kilogramm Nachschub an Bord sollte der Raumtransporter die Vorratslager und Tanks der Internationalen Raumstation auffüllen - mit Treibstoff, Trinkwasser, Lebensmitteln und ähnlich nützlichen Dingen. Auch ein paar Fruchtfliegen für wissenschaftliche Experimente waren an Bord. Doch fünfeinhalb Minuten nach dem Start war klar, dass dieser Flug alles andere als Routine werden würde. Der Transporter stürzte ab.

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Internationale Raumstation (am 19. Juli 2011): Die Versorgung der sechsköpfigen Besatzung auf der ISS ist nicht gefährdet. Die US-Raumfähre "Atlantis" hatte auf ihrem letzten Flug die Vorratslager ebenso aufgefüllt wie ein unbemannter "Progress"-Transporter.

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"Progress M-12M" vor dem Start (am 24. August 2011): In der dritten Raketenstufe, wo eigentlich Kerosin und Sauerstoff für den letzten, entscheidenden Schub auf die geplante Umlaufbahn verbrannt werden sollten, gab es ein Problem im Triebwerk mit dem kryptischen Namen RD-0110. Binnen kürzester Zeit stand fest, dass der Transporter nicht mehr zu retten sein würde. Ein Absturz war unausweichlich.

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Letzte Landung eines Space Shuttle aus dem All gesehen (Archivbild): Da die Russen nach dem Ende des amerikanischen Space-Shuttle-Programms die einzigen Astronauten-Chauffeure zur ISS sind, werden sie sich kritische Fragen ihrer Partner gefallen lassen müssen. Allen voran werden die Amerikaner wissen wollen, wie es um die Sicherheit ihrer Raumfahrer eigentlich bestellt ist.

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"Progress M-12M" vor dem Start (am 24. August 2011): Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) fordert im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE bereits eine internationale Untersuchung des Vorfalls. "Das kann man nicht allein den Russen überlassen", sagt Johann-Dietrich Wörner. Es müsse aufgeklärt werden, was genau mit der Oberstufe der "Sojus"-Rakete passiert sei.

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Europäischer Raumtransporter "ATV" (Archivbild): Wohl erst im kommenden Jahr werden Europäer und Japaner ihre unbemannten Raumtransporter ATV und HTV erneut ins All schicken können

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"Sojus"-Startplatz in Kourou (Archivbild): Die Europäer wollen ab Ende Oktober die Satelliten ihres Navigationssystems "Galileo" vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ins All schicken - auf "Sojus"-Raketen. "Wir werden nicht einfach starten, ohne dass wir ein klares Ergebnis haben, wo der Fehler lag", sagt DLR-Chef Wörner nun.

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"Progress M-11M" beim Start (am 21. Juli 2011): Früher oder später sind neue Versorgungsgüter auf der ISS nötig - und wie viele davon tatsächlich zur Station kommen, kann aktuell niemand sagen

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"Soujus TMA-02M" für den bemannten Einsatz (am 5. Juni 2011): Die betreffende Raketen-Oberstufe, die am Mittwoch für das Scheitern der Mission sorgte, wird sowohl für die unbemannten als auch für die bemannten "Sojus"-Raketen verwendet. Das Aggregat der Herstellerfirma Lawotschkin galt bislang als ausgesprochen zuverlässig. Nun stellt sich heraus, dass es das womöglich nicht ist - jedenfalls nicht immer.

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Geplante private Raumkapsel "Dragon" (grafische Darstellung): Läuft alles nach Plan, dann könnten die Amerikaner mit der "Dragon"-Kapsel des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX ab November zumindest wieder selbst Versorgungsgüter zur ISS fliegen. Für die Astronautentransporte wird es allerdings auf längere Sicht keine Alternative zur "Sojus" geben.

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