25 Prozent Minus im August Die Dax-Werte im Vergleich

Nach dem Rückschlag zum Wochenende hat der Dax einen neuen Jahrestiefstand erreicht. Einige konjunkturabhängige Aktien haben in kurzer Zeit fast die Hälfte an Wert verloren. Doch es gibt auch Gewinner. (Stand: Xetra-Schluss Freitag, 19. August)
1 / 31

Nach dem Rückschlag zum Wochenende hat der Dax einen neuen Jahrestiefstand erreicht. Einige konjunkturabhängige Aktien haben in kurzer Zeit fast die Hälfte an Wert verloren. Doch es gibt auch Gewinner. (Stand: Xetra-Schluss Freitag, 19. August)

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS
2 / 31

Commerzbank: Die europäische Schuldenkrise setzt der Commerzbank besonders zu. Sie hat griechische Staatsanleihen in den Büchern, auf die Abschreibungen fällig werden. Nach einer Kapitalerhöhung konnte die Bank zwar einen Großteil der Staatshilfe zurückzahlen, die Maßnahme drückte jedoch auf den Kurs: Seit Jahresbeginn hat die Commerzbank bis zum Freitagabend 57 Prozent an Wert verloren und war damit das Unternehmen mit dem bislang höchsten Kursverlust im Dax 2011. Die Aktie notiert inzwischen unter der Marke von 2 Euro.

Foto: dapd
3 / 31

RWE: Einst galten die renditestaren Versorgerwerte als besonders sicher - vorbei. Die Energiewende in Deutschland zwingt RWE dazu, das Geschäftsmodell zu ändern. RWE-Chef Jürgen Großmann, der sich besonders für längere Atomkraftlaufzeiten eingesetzt hatte, wird im Juli 2012 das Amt an seinen Nachfolger Peter Terium übergeben. Zudem verhagelte eine Gewinn- und Umsatzwarnung die Halbjahresbilanz, außerdem soll mit neuen Aktien Kapital hereinkommen, was den Anteil der Alteigner verwässert. Gut 48 Prozent Kursverlust für RWE-Aktionäre seit Jahresbeginn - der neue Chef steht vor großen Umbauarbeiten.

Foto: dapd
4 / 31

Metro: Die größte deutsche Handelskette leidet unter anderem unter den roten Zahlen von MediaSaturn. Zudem würde ein Abflauen der Binnennachfrage die Metro empfindlich treffen: 43,5 Prozent hat die Aktie seit Jahresbeginn nachgegeben. Konzernchef Cordes ist unter Zugzwang.

Foto: Rolf Vennenbernd/ picture alliance / dpa
5 / 31

HeidelbergCement: Die Aktie des Baustoffkonzerns verzeichnet seit Beginn des Jahres einen Kursverlust von 39 Prozent. Seit dem Jahreshoch im Frühjahr, als der Konjunkturfrühling durch Deutschland wehte, hat die Aktie sogar rund 47 Prozent an Wert verloren. Steigenden Umsätzen stehen auch gestiegene Kosten gegenüber. Es ist die viertschlechteste Performance im Dax 30 seit Jahresbeginn.

Foto: ddp
6 / 31

Eon: Ebenso wie Konkurrent RWE muss sich Deutschlands größter Versorger Eon neu erfinden, um die alten Gewinnmargen wieder zu erreichen. Beide Energieriesen sind hoch verschuldet, der Ausstieg aus der Kernenergie reißt tiefe Löcher in die Bilanz. Mit einem Minus von knapp 39 Prozent seit Jahresbeginn hat sich Eon besser gehalten als RWE, gehört aber dennoch zu den fünf Dax-Werten mit der bislang schlechtesten Performance 2011.

Foto: E.ON Energie
7 / 31

MAN: Der LKW-Hersteller MAN hat seit Jahresbeginn rund 35 Prozent an Wert verloren. Auch die forcierte Übernahme durch Volkswagen konnte den Kurs nicht stützen.

Foto: dapd
8 / 31

Lufthansa: Hohe Kerosinpreise, höhere Steuerbelastung durch die Bundesregierung, Flugasche nach Vulkanausbrüchen und nun auch noch mögliche Streiks: Die Lufthansa musste im Jahr 2011 bislang viel ertragen. Die Aktionäre ebenso: Ihre Anteilsscheine haben seit 1. Januar 2011 ein knappes Drittel an Wert verloren.

Foto: A3756 Maurizio Gambarini/ dpa
9 / 31

ThyssenKrupp: Aktionäre des Stahlkochers und Industriekonzerns mussten seit Jahresbeginn rund 32 Prozent Kursverlust hinnehmen. Die Kostenexplosion durch den Bau neuer Stahlwerke in Brasilien und den USA sowie die Probleme beim Verkauf der Werftentochter Blohm & Voss haben Aktionäre ernüchtert.

Foto: ddp
10 / 31

Daimler: Trotz der boomenden Autokonjunktur und der jüngsten Rekordzahlen der Automobilhersteller ist die Aktie von Daimler voll in den jüngsten Abwärtsstrudel geraten. Ein Großteil des Kursminus von rund 31,5 Prozent der Aktie stammt aus dem August - Anleger nehmen Gewinne mit. Die Absatzrekorde scheinen für die meisten Investoren eher ein Blick in den Rückspiegel zu sein.

Foto: Thomas Kienzle/ AP
11 / 31

Deutsche Bank: Das ambitionierte Gewinnziel der Deutschen Bank von 10 Milliarden Euro für das Jahr 2011 ist seit den jüngsten Finanzmarktturbulenzen unwahrscheinlicher denn je. Die Aktie notiert 30 Prozent schwächer als zu Jahresbeginn - mit der Aktienperformance im unteren Dax-Drittel können weder Investoren noch der scheidende Chef Josef Ackermann zufrieden sein.

Foto: Arne Dedert/ picture-alliance/ dpa
12 / 31

Deutsche Börse: Auch die baldige Fusion mit der New York Stock Exchange konnte den Kurs des Handelsplatzbetreibers nicht nachhaltig stützen. Mit einem Kursverlust von 26 Prozent seit Jahresbeginn hat die Deutsche Börse in der vergangenen Woche sich im Dax-Vergleich noch einmal deutlich verschlechtert.

Foto: MICHAEL PROBST/ ASSOCIATED PRESS
13 / 31

Siemens: Der international tätige Industriekonzern profitierte im ersten Halbjahr 2011 wie kaum ein anderes Unternehmen von der hohen Nachfrage in den Schwellenländern und von der weltweiten Nachfrage nach umweltfreundlicher Energietechnik. Doch seit dem Hoch von knapp 100 Euro im Frühjahr hat die Aktie wieder deutlich nachgegeben - die Aktie ist inzwischen wieder um gut 26 Prozent günstiger als zu Jahresbeginn.

Foto: Siemens
14 / 31

K+S: Durch die Übernahme der kanadischen Explorationsfirma Potash One hat der Rohstoffkonzern aus Kassel weiteres Wachstum signalisiert und wichtige Lizenzen für Kali-Lagerstätten erworben. Doch die hohen Schwankungen an den Rohstoffmärkten sowie die hohe Unsicherheit am Aktienmarkt bescherten auch dem Kasselaner Unternehmen ein Kursminus von rund 24 Prozent seit Jahresbeginn. Außerdem haben sich die Großaktionäre BASF und Eurochem von K+S-Anteilen getrennt.

Foto: obs / K+S
15 / 31

Munich Re: Trotz steigender Gewinne und der Kurserholung nach den Naturkatastrophen in Japan und Neuseeland hat die Münchener Rück seit Jahresbeginn rund 23 Prozent an Wert verloren.

Foto: Tobias Hase/ picture-alliance/ dpa
16 / 31

Allianz: Die Aktie der Allianz hat seit Jahresbeginn ebenfalls rund 23 Prozent an Wert verloren - am Freitag war der Versicherungskonzern mit einem Minus von 4 Prozent Verlierer des Tages. Das Unternehmen hat seine griechischen Staatsanleihen um fast die Hälfte abgeschrieben und sich für die Beteiligung privater Investoren an der Umschuldung Griechenlands ausgesprochen. Auch die Versicherer müssen sich nach neuen Anlagezielen umsehen, seit Staatsanleihen ihren Status als Hort der Sicherheit verloren haben.

Foto: ? Michaela Rehle / Reuters/ REUTERS
17 / 31

Bayer: Die Aktie des Pharmakonzerns verzeichnet seit Jahresbeginn einen Verlust von rund 22 Prozentpunkten - für einen Titel aus dem defensiven Pharma-Sektor ist das viel. Auf eine Neugestaltung des Berliner Standortes (altes Schering-Gelände) hat Bayer verzichtet.

Foto: dapd
18 / 31

Infineon: Der Chiphersteller gehörte lange Zeit zu den Lieblingen im Dax - auch weil US-Konkurrenten wie Intel Rekordzahlen meldeten. Seit dem jüngsten Hoch, gefördert durch steigende Nachfrage der Autoindustrie, Anfang Mai hat Infineon jedoch einen Verlust von rund 33 Prozent erlitten und notiert jetzt etwa 20 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn - gerade noch besser als der Dax insgesamt.

Foto: Infineon
19 / 31

Deutsche Post: Der Logistiker überraschte erst kürzlich mit starken Halbjahreszahlen - auch die Post ist Profiteur der guten Konjunktur. Durch den jüngsten Kursrutsch im Dax ist aber auch die Post gegenüber Jahresbeginn um rund 20 Prozent in die Verlustzone gerutscht.

Foto: Heribert Proepper/ AP
20 / 31

BASF: Der Chemieriese reagiert besonders sensibel auf eine Abschwächung der globalen Konjunktur - und hat in den vergangenen Monaten eine Kursrally hingelegt. Doch nun überwiegen die Sorgen: Rund 18,5 Prozent betragen die Kursverluste seit Jahresbeginn.

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa
21 / 31

Volkswagen: Der Automobilkonzern meldete regelmäßig Absatzrekorde und Milliardengewinne und gehörte seit Monaten zu den Anlegerlieblingen im Dax. Nun bringen Anleger Geld in Sicherheit: Die Aktie hat seit ihrem Hoch bei 152 Euro rund 31 Prozent an Wert verloren und nähert sich als letzte dreistellige Notierung im Dax der 100-Euro-Marke. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 14 Prozent zu Buche.

Foto: dapd
22 / 31

Linde: Der Industriegasehersteller hat seit Jahresbeginn rund 12 Prozent an Wert eingebüßt. Die Aktie notiert jetzt knapp unter 100 Euro. Damit gehört Linde bereits zum oberen Drittel der Dax-Konzerne mit der besten Kursperformance. Hohe Nachfrage in Asien sowie das fortlaufende Sparprogramm stützen die Performance des Konzerns.

Foto: DDP
23 / 31

Henkel: Die Aktie des Konsumgüterherstellers hat seit Jahresanfang rund 12 Prozent Wertverlust verzeichnet. Auch die Zugehörigkeit zu einer "defensiven" Branche schützt nicht vor Kursverlusten.

Foto: dapd
24 / 31

BMW: Man produziere "am Anschlag", hat BMW-Chef Norbert Reithofer angesichts der Rekordzahlen zum ersten Halbjahr verkündet. Doch wie lange noch? Die Aktie hat seit ihrem Jahreshoch rund 30 Prozent des Marktwertes wieder eingebüßt, gehörte am Dienstag aber ebenso wie VW bereits wieder zu den größten Gewinnern. Ergebnis: Seit Anfang 2011 hat BMW nur 11 Prozent nachgegeben.

Foto: Peter Endig/ picture-alliance/ dpa
25 / 31

SAP: Die geplante Zusammenarbeit mit Google sowie die Verlegung von Anwendungen ins Internet sorgen bei der Softwareschmiede wieder für Phantasie. Doch seit dem jüngsten Hoch Ende April schmolz auch bei SAP der Börsenwert um knapp 20 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 10 Prozent zu Buche.

Foto: DDP
26 / 31

Adidas: Der Sportartikelhersteller meldete Anfang August einen Gewinnsprung, die Aktie haussierte. Doch noch am gleichen Tag begann der Dax seinen atemberaubenden Kursrutsch. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 2011 rund 9 Prozent verloren und hat seit dem jüngsten Hoch Mitte Juli einen Verlust von rund 23 Prozent seines Wertes hinnehmen müssen.

Foto: ? Michaela Rehle / Reuters/ REUTERS
27 / 31

Deutsche Telekom: Die Aktie der Deutschen Telekom ist wieder unter die Marke von 10 Euro gerutscht - und hat seit Jahresbeginn 2011 knapp 7 Prozent an Wert verloren (Stand: Freitagabend, 19. August). Als Kursstütze erweist sich die vergleichsweise hohe Dividende, die die Telekom auch 2012 und 2013 zahlen will. Die Dividendenrendite des Unternehmens beträgt derzeit rund 7 Prozent.

Foto: Deutsche Telekom
28 / 31

Beiersdorf: Der Konzernumbau und der Abschied von dekorativer Kosmetik hatte den Hamburger Konsumgüterkonzern bereits im Jahr 2010 belastet. Umso größer die Hoffnungen auf einen Turnaround 2011: Doch seit dem jüngsten Kursrutsch notiert auch Beiersdorf wieder rund 3 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn. Drei der 30 Dax-Werte liegen immer noch im Plus ...

Foto: Beiersdorf
29 / 31

Merck: Der Pharmakonzern hat bislang ein Kursplus von gut 4 Prozent verteidigt. Im Vergleich zum Höchststand von Ende Juli hat sich aber auch die Merck-Aktie um ein Fünftel verbilligt. Ob die drei Pharmawerte im Deutschen Leitindex bis zum Jahresende das Ranking anführen, wird auch entscheidend von der Entwicklung der Konjunktur abhängen. Zieht sie wieder an, dürften viele Anleger wieder in andere Branchen wechseln.

Foto: DDP / Merck
30 / 31

Fresenius Medical Care: Die Aktie des auf Blutwäsche spezialisierten Unternehmens verteidigt bislang immer noch einen Kursgewinn von rund 7 Prozent - das Geschäft gilt als krisensicher, und trotz der anstehenden Kürzungen in den USA bleibt FMC in den Vereinigten Staaten auf Expansionskurs. Der Spitzenreiter im deutschen Leitindex ist die Konzernmutter:

Foto: Fresenius
31 / 31

Fresenius: Die Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius hat seit Jahresbeginn gut 11 Prozent dazu gewonnen, auch am Freitag gehörte sie zu den wenigen mit Kursplus. Erfolgreiche Übernahmen und die Aktivität in bevölkerungsreichen Schwellenländern lassen den Umsatz des Konzerns wachsen. Die minimal positive Performance reicht für einen Platz unter den besten drei Dax-Werten. zusammengestelllt von Janina Liersch

Foto: ? Johannes Eisele / Reuters/ Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.