Fotostrecke Die Stärken und Schwächen deutscher Solarunternehmen

Die deutschen Fotovoltaikanbieter kämpfen im Weltmarkt um ihr Überleben. Gemeinsam mit den Analysten von Equinet, der NordLB und dem Bankhaus Lampe analysiert manager magazin Online die Stärken und Schwächen von zehn deutschen Solarunternehmen.
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Solarworld

Der Bonner Konzern produziert Solarsilizium, Solar-Wafer, Solarzellen, Solarmodule und Solarstromanlagen.

Stärken: Solarworld ist als Marke in den USA und Europa gut positioniert. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen nach Einschätzung des Equinet-Analysten Stefan Freudenreich starke Vertriebskanäle. Als integrierter Hersteller, der die komplette Wertschöpfungskette abdecke, könne sich das Unternehmen im internationalen Vergleich gut behaupten.

Schwächen: Wie andere Hersteller leidet auch Solarworld derzeit vor allem am Angebotsüberhang. Nach Ansicht des NordLB-Analysten Holger Fechner verfügen wichtige Wettbewerber zudem über eine deutlich günstigere Kostenstruktur als die Bonner.

Foto: ddp
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Q-Cells

Das Solarunternehmen mit Sitz in Sachsen-Anhalt produziert Solarmodule, Solarzellen und komplette Systeme.

Stärken: Die größte Stärke des Unternehmens ist nach Ansicht des Equinet-Analysten Stefan Freudenreich die Technologieführerschaft bei kristallinen Zellen. Auch die Internationalisierung gewinne an Fahrt, sagt NordLB-Analyst Holger Fechner. Darüber hinaus habe sich die Kapital- und Finanzbasis klar verbessert.

Schwächen: Bislang leidet das Unternehmen am kostenintensiven Produktionsstandort Deutschland. Außerdem habe Q-Cells zu schwache Vertriebskanäle im Modulbereich, sagt Freudenreich.

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Ersol

Das Erfurter Unternehmen stellt siliziumbasierte Fotovoltaikprodukte her, insbesondere Wafer und Solarzellen.

Stärken: Der Mutterkonzern Bosch sichert dem Unternehmen im Hinblick auf Finanzkraft und Vertrieb einen klaren Vorteil. Die Marke Bosch ist weltweit etabliert.

Schwäche: Der dem Überangebot am Markt geschuldete Preisverfall hat zuletzt jedoch auch bei Ersol zu Verlusten geführt.

Foto: Martin Schutt/ picture alliance / dpa
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Phonix Solar

Das Unternehmen aus Bayern plant, baut und betreibt Fotovoltaikgroßkraftwerke und ist Fachgroßhändler für Fotovoltaikanlagen, Solarmodule und Zubehör.

Stärken: Nach Ansicht des NordLB-Analysten Holger Fechner gehört die Vertriebs-und Absatzposition in Deutschland zu den Stärken des Unternehmens. Außerdem wachse das internationale, margenstärkere Geschäft.

Schwächen: Das Unternehmen ist nach Einschätzung Fechners stark von politischen Förderkonzepten abhängig. Hinzu komme die schwere Einschätzbarkeit der Nachfrageentwicklung im zweiten Halbjahr 2011.

Foto: Phoenix Solar
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Conergy

Das Hamburger Unternehmen hat sich als Systemhersteller von Solarsystemmodulen, Wechselrichtern, Gestellsystemen und Überwachungssystemen positioniert.

Stärken: Conergy profitiert kurzfristig vom zuletzt anziehenden Asien-Geschäft.

Schwächen: Das Unternehmen musste seit 2008 einen Umsatzeinbruch von fast 200 Millionen Euro auf aktuell 388,5 Millionen Euro verbuchen. Preissenkungen bei Solarmodulen und Solarzellen haben darüber hinaus zu finanziellen Engpässen geführt.

Foto: ddp
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Sunways

Das Solarunternehmen aus Konstanz produziert Solarzellen, Wechselrichter und Solarmodule.

Stärken: Der Freiburger Solarhersteller hebt sich durch seine Technologieführerschaft für Solarzellen, Module und Inverter ab. Hinzu kommt nach Einschätzung des Equinet-Analysten Stefan Freudenreich ein etablierter Markenname, weshalb auch eine Übernahme durch einen größeren Konkurrenten denkbar sei.

Schwächen: Entscheidender Nachteil des Unternehmens ist nach Ansicht Freudenreichs die zu geringe Firmengröße. Darüber hinaus treiben die hohen Einkaufspreise bei Wafern die Kosten.

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa
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Solar Fabrik

Das 1996 gegründete Freiburger Unternehmen produziert kristalline Solarstrommodule.

Stärken: Die große Erfahrung im Bereich der Solarstrommodule und Wechselrichter hilft dem Unternehmen bei der Kundengewinnung. Ein weiterer Vorteil ist nach Ansicht des Equinet-Analysten Stefan Freudenreich der etablierte Markenname.

Schwäche: Nach Ansicht des Equinet-Analysten Stefan Freudenreich leidet die Solar Fabrik AG indes am auf europäische Märkte begrenzten Vertrieb.

Foto: Solar Fabrik
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Sma-Solar

Das Unternehmen aus Kassel ist der weltweit umsatzstärkste und deutschlandweit bekannteste Hersteller von Wechselrichtern für Fotovoltaikanlagen mit Netzeinspeisung, netzunabhängiger Einspeisung sowie Back-up-Betrieben.

Stärken: Das Unternehmen ist global aufgestellt und Marktführer bei Technologie und Service.

Schwächen: Der zunehmende Wettbewerb durch den Markteintritt von Großkonzernen wie Siemens könnte sich als problematisch erweisen.

Foto: DPA
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Centrotherm

Das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Blaubeuren ist ein deutscher Anlagenbauer und Dienstleister sowie Zulieferer der Solartechnikbranche.

Stärken: Analyst Frank Neumann vom Bankhaus Lampe sieht vor allem den Auftragsbestand von mehr als 700 Millionen Euro als Stärke des Unternehmens.

Schwäche: Asiatische Wettbewerber drängen in den Markt. Außerdem werden aufgrund von Überkapazitäten die Ausrüstungsinvestitionen der Hersteller sinken.

Foto: Centrotherm / Andy Ridder
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Solon

Das Berliner Unternehmen bietet solare Serviceleistungen an und hat sich mit der Ausrichtung auf Solarmodule und Solartechnik zu einem der innovativsten und zuverlässigsten Unternehmen der gesamten Branche entwickelt.

Stärken: Solon positioniert sich in den Nischen Industriedächer und Sonnenkraftwerke.

Schwächen: Der Solarkonzern leidet unter hohen Produktionskosten. Auch finanziell steht das Unternehmen auf wackligen Beinen. "Die Zukunft hängt stark von der Entwicklung des US-Fotovoltaikmarktes ab", sagt Equinet-Analyst Freudenreich.

Foto: Solon / Urnato
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Solar Millennium

Die Firma mit Sitz in Erlangen projektiert und baut Parabolrinnenkraftwerke in Europa und Nordafrika. In ihnen erhitzt das gebündelte Sonnenlicht eine Flüssigkeit. Die erzeugt Dampf, der Turbinen antreibt. Auf diese Weise wird Sonnenenergie annähernd grundlastfähig.

Stärken: Solar Millennium hat zahlreiche Kraftwerke gebaut, die inzwischen am Netz sind. Das Unternehmen ist auf nahezu allen Kontinenten aktiv und gilt als Marktfüherer auf seinem Gebiet.

Schwächen: Solarthermische Kraftwerke sind immer noch stark von staatlicher Förderung abhängig. Diese ist wegen der Schuldenkrise vielerorts gefährdet. Zudem macht der Preisverfall bei Fotovoltaikmodulen den Erlangern Sorgen. Derartige Anlagen laufen den Parabolrinnenkraftwerken in den USA bereits den Rang ab.

Foto: Solar Millennium / Paul-Langrock.de
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