Schlussbilanz Der tiefe Fall der WestLB

Sie ist die erste Landesbank, die abgewickelt werden muss. Die Schlussbilanz zeigt: Schuld am Fall des einst mächtigen Geldhauses tragen vor allem die selbstsüchtigen Eigentümer.
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Die WestLB ist die erste Landesbank, die abgewickelt werden muss. Die Schlussbilanz zeigt: Schuld am Fall des einst mächtigen Geldhauses tragen vor allem die selbstsüchtigen Eigentümer. Sparkassenfürsten und Landespolitiker, so die Lehre des WestLB-Desasters, gehören zu den denkbar schlechtesten Eigentümern einer Großbank.

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1968
Ludwig Poullain schmiedet aus Landesbank Westfalen und Rheinischer Girozentrale die Westdeutsche Landesbank. Er will künftig auf Augenhöhe mit der Deutschen Bank spielen - und baut ein Beteiligungsnetz auf.

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1981
Friedel Neuber macht die WestLB zur mächtigsten deutschen Landesbank - und schafft ihr zahlreiche Feinde. In seiner Glanzzeit betrieb Neuber Struktur- und Industriepolitik auf eigene Faust und agierte als der eigentliche Wirtschafts- und Finanzminister des industriereichsten deutschen Bundeslandes. Bei den privaten Banken schafft er sich zahlreiche Feinde - sie laufen Sturm gegen die Gewährträgerhaftung, die den Landesbanken lange Zeit günstige Kredite bescherte.

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2001
Jürgen Sengera führt die WestLB ins internationale Investmentbanking - und scheitert grandios. Sengera heuerte die ausgebildete Balletttänzerin Robin Saunders an, die mit einer Entourage von 30 Leuten von der Deutschen Bank zur WestLB zog. Von London aus vergab Saunders Kredite an Bernie Ecclestone und stieg bei der britischen Firma Boxclever ein, einer Firma, die TV-Geräte vermietete. Boxclever geriet zum Desaster, am Ende produzierten Saunders und Sengera ein Minus von fast zwei Milliarden Euro.

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Angeklagt: Im Prozess gegen Ex-Bankchef Sengera sagte auch Ex-Bankerin Robin Saunders (M.) aus. Sengera wurde freigesprochen, das Verfahren wird aber neu aufgerollt.

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2004
Thomas Fischer soll ein neues Geschäftsmodell für die Bank finden - und verzockt sich am Aktienmarkt. Ein Jahr nach Fischers Amtsantritt wurde die Gewährträgerhaftung endgültig gestrichen - für WestLB ein Anlass, sich noch einmal mit billigem, staatlich garantiertem Kapital aufzupumpen. Am Ende verfiel Fischer - wie andere Landesbank-Chefs auch - auf die fatale Idee, viel Geld in "strukturierte" US-Immobilienkredite anzulegen, etliches davon in "Subprime"-Papiere. Den Tipp hatten ausgerechnet die Ratingagenturen gegeben.

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2008
Heinz Hilgert versucht die WestLB zu retten. Er beerdigt den Plan der Düsseldorfer Staatskanzlei, WestLB und IKB zu einer neuen Großbank zusammenzuschließen - die Risiken, so Hilgert, seien absurd. Er zerstreitet sich auch mit den Sparkassenfürsten und verlässt die Bank.

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2009
Dietrich Voigtländer wickelt die Bank geordnet ab - mangels Alternativen. Die Eigner haben das Geldhaus aufgegeben. Die WestLB wird drastisch verkleinert, Teile der Bank wandern in die 2009 gegründete "Erste Abwicklungsanstalt", die den von Fischer & Co erworbenen Giftmüll entsorgen soll. Lediglich das Verbundgeschäft mit den Sparkassen wird in einer Art Mini-WestLB weitergeführt.

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