Energiewende Die Kosten für die Industrie

Die merkelsche Energiewende kostet die Industrie Milliarden. Wichtige Branchen fürchten um ihre Wettbewerbsfähigkeit, trotz aller politischen Zugeständnisse.
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Die Planwirtschaft lässt grüßen: Die abrupte Abkehr von der Atomkraft bringt die deutsche Industrie in Bedrängnis - durch massiv steigende Kosten und rigide staatliche Eingriffe in die Stromversorgung.

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Papier und Pappe: + 20 Prozent Stromkosten

Die Ausgangslage: Die Industrie ist mittelständundisch geprägt und gewinnschwach. Im vergangenen Jahr erzielten die Betriebe mit rund 41.000 Beschäftigten 14 Milliarden Euro Umsatz. Die Branche kauft der Berger-Studie zufolge jährlich Strom für rund 1,5 Milliarden Euro ein. Nicht nur die steigenden Energiekosten drücken, auch die Rohstoffpreise (Altpapier, Zellstoff) sind zuletzt drastisch gestiegen.
Die Kostenklemme: Der Atomausstieg lässt die Stromkosten bis 2030 auf 1,9 Milliarden Euro steigen. Werden die Energiesparpotenziale konsequent genutzt, könnte die Belastung bis 2050 leicht auf 1,8 Milliarden Euro sinken.

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"Hätten wir uns in den letzten Jahren nicht konsequent ums Energiesparen gekümmert, gäbe es uns heute nicht mehr."
Christopher Grünewald, Papierunternehmer

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Zement, Erden, steine : + 60 Prozent Stromkosten

Die Ausgangslage: Die deutschen Zementhersteller beschäftigen rund 7400 Mitarbeiter in 56 Werken. Die Branche setzt 2,2 Milliarden Euro um. Elektrizität ist nach den Personalkosten der größte Ausgabenposten: Derzeit zahlen die Verarbeiter von Steinen und Erden jährlich 500 Millionen Euro für Strom.
Die Kostenfalle: Bei einem durchschnittlichen Branchenwachstum von einem Prozent pro anno werden die Stromkosten der deutschen Zementhersteller bis zum Jahr 2030 auf 750 Millionen Euro steigen - trotz höchst effizienter Öfen. Bis zum Jahr 2050 wird diese Zahl dann sogar auf 800 Millionen anschwellen.

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"Wir haben bei der Energieeffizienz alles technisch Machbare umgesetzt."
Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender HeidelbergCement

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Grundstoffchemie: + 50 Prozent Stromkosten

Die Ausgangslage: Insgesamt beschäftigt die chemische Industrie in Deutschland fast 400.000 Menschen. Der Jahresumsatz beträgt rund 140 Milliarden Euro. Die Herstellung von Grundstoffen, aus denen dann komplizierte Verbindungen synthetisiert werden, verbraucht am meisten Energie. Der hierfür benötigte Strom, so die Berger-Studie, kostet 2,6 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Kostenfalle: Bei einem Branchenwachstum von einem Prozent per annum werden die deutschen Hersteller im Jahr 2030 rund 3,7 Milliarden Euro für ihren Strom zahlen, im Jahr 2050 sogar 3,9 Milliarden Euro.

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"Künftig müssen wir bei Netzschwankungen Strom abgeben und Produktionsanlagen abschalten."
Harald Schwager, Vorstand BASF

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Metalle: + 50 Prozent Stromkosten

Die Ausgangslage: Die Hersteller von Stahl, Aluminium, Kupfer und anderen Metallen beschäftigen in Deutschland 200.000 Menschen, die Branche setzt etwa 66 Milliarden Euro jährlich um. Die Stromkosten für das Verhütten von Metallerzen belaufen sich derzeit auf 1,2 Milliarden Euro pro Jahr, wie die Roland-Berger-Studie vorrechnet.
Die Kostenfalle: Wächst die Produktion um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr, dann müssen die Metallhersteller bis zum Jahr 2030 mit Stromkosten von 1,7 Milliarden Euro rechnen. Im Jahr 2050 sogar mit 1,8 Milliarden Euro.

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"Ohne Stromversorgungssicherheit können wir eine Kupferhütte nicht wirtschaftlich betreiben."
Bernd Drouven, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Aurubis

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